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Startup-Strategie:Aktionsplan für Niedersachsen

2STARTUP-STRATEGIE I KERNBOTSCHAFTENNiedersachsen hat einestarke Startup-Szene.MK* und MWK* wollen unternehmerischesDenken und Handeln in derBildungslandschaft stärken.MWK unterstützt die Hochschulendabei noch freundlicher für Gründendezu werden.

KERNBOTSCHAFTEN I STARTUP-STRATEGIEMW* und MWK wollen die Startup-Szenenoch gezielter fördern als bisher und arbeitenbei der Startup-Förderung eng zusammen.Niedersachsen hat besondereStandortvorteile für Startups undCharakteristika (Themen- undBranchenschwerpunkte der Startups).MW baut seine Förderinstrumente für Startupskontinuierlich aus. Die wichtigsten Förderinstrumente sind die Startup-Zentren, das Gründungsstipendium und NSeed. Nächstes Projekt: Öffentlich privaterWachstumsfonds soll aufgebaut werden.Die Initiative startup.niedersachsen unddie Webplattform www.startup.nds.dewerden kontinuierlich weiterentwickelt.* Beteiligte Ministerien: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit,Verkehr und Digitalisierung (MW), Niedersächsisches Kultusministerium (MK)und Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)3

4STARTUP-STRATEGIE I EINLEITUNGStartups schaffen den Wohlstand und die Arbeitsplätze vonmorgen, deshalb sind sie für jede Volkswirtschaft so wichtig.Sie stärken die Innovationskraft der niedersächsischen Wirtschaft und fördern die digitale Transformation von Wirtschaftund Gesellschaft. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, umNiedersachsen zukunftsfähig zu machen.Niedersachsen hat eine starke Startup-Szeneführern in ihren Nischen. Dazu kommen geringe Lebens Das zeigt der Blick auf die Startup Business Map der Initia haltungskosten und eine hohe Lebensqualität sowie gutetive startup.niedersachsen, siehe -map/, in der inzwischen mehr als 350 Startups sowieviele konkrete Beispiele verzeichnet sind. NiedersächsischeWir sehen die großartige Chance, Niedersachsen durch eineStartups entwickeln neue Navigationssysteme, Roboter fürgemeinsame Kraftanstrengung von Politik und Wirtschaftdie Mensch-Maschine-Kollaboration, sensorische Systeme fürzu einem noch attraktiveren Startup-Standort zu machen.die digital gesteuerte Produktion und Intralogistik, Soft Unsere Startups sollen sich optimal entwickeln und ihrware, die Satelliten vor Weltraumschrott schützt, Stadtbus Potenzial voll entfalten können.se mit Wasserstoffantrieb, taktile Hilfssysteme für Blinde,regenerative Therapien für die Herzinfarktpatienten undDie Niedersächsische Landesregierung hat im Jahr 2017 die Ini -patientinnen, eine neue Generation von Cochlea-Implanta tiative startup.niedersachsen ins Leben gerufen und konkreteten für Hörgeschädigte oder innovative ImpfstoffkandidatenFörderinstrumente für Startups bereitgestellt. Die Initiativegegen bakterielle oder virale Infektionserkrankungen undschafft eine Plattform für die Vernetzung aller Startup-Akteu vieles mehr. Allein für den DurchSTARTerpreis – der Startupre, siehe www.startup.nds.de, informiert über Veranstaltun Preis des Landes Niedersachsen – haben sich im vergangenengen und macht die Startup-Szene transparent und sichtbar.Jahr 89 Startups beworben.Mit diesem Strategiepapier wird erstmals eine umfassendeNiedersachsen bietet Startupsbesondere StandortvorteileStartup-Strategie für Niedersachsen in elf HandlungsfeldernHervorragende Hochschulen und außeruniversitäre For dabei wesentliche Empfehlungen des Startup-Beirates, dieschungseinrichtungen mit zahlreichen Entrepreneurship-im vergangenen Jahr vorgelegt worden sind, auf. Mit derLehrstühlen bieten die Basis. Niedersachsen hat besondereStartup-Strategie wollen wir die bestehenden AktivitätenKompetenzen in den Bereichen Agrar und Ernährung,und Förderinstrumente für Startups bedarfsgerecht weiter smarte Produktion und Robotik, Life Science sowie Energieentwickeln.mit Zielen und Maßnahmen formuliert. Die Strategie greiftund Mobilität. Diese besonderen Kompetenzen spiegeln sichauch in den Themenschwerpunkten der niedersächsischenDie Strategie wurde gemeinsam vom niedersächsischenStartups wider. So gibt es in Niedersachsen überdurchschnitt Start up-Beirat, der Geschäftsstelle der Landesinitiativelich viele Startups im Agrar- und Ernährungsbereich sowiestartup.niedersachsen und dem Niedersächsischen Ministe mit Schwerpunkt auf smarte Produktion und Industrie 4.0.rium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und DigitalisierungHier findet sich eine gute Mischung aus traditionsreichen(MW) sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissen Unternehmen, einem starken Mittelstand und Weltmarkt schaft und Kultur (MWK) erarbeitet.

INHALT I STARTUP-STRATEGIEInhaltEinleitung/Vorbemerkung 1 Unternehmerisches Denken und Handelnin der Bildungslandschaft stärken 2 Mehr Gründungen aus der Wissenschaft 3 Das Potenzial von Gründerinnen erkennen und heben 4 Startups durch Coaching in der frühen Phase unterstützen 5 Passende Finanzierungsangebote für alle Phasen 6 Niedersachsen als Startup-Standort sichtbar machen –Vernetzung und Events 7 Aufbau von Innovation Hubs bzw. High-Tech-Acceleratoren 8 Startups im ländlichen Raum – Gründungen,Startups und Innovationen zusammen denken 9 Startups bei der Internationalisierung unterstützen 10 Schlanke Verfahren, unkomplizierte Förderung 11 Ausbau etablierter Startup-Strukturen 356810111215161718185

6STARTUP-STRATEGIE I ZIELE UND MASSNAHMEN1Unternehmerisches Denken und Handeln in der Bildungslandschaft stärken – Transparenz über bestehende Formate schaffen!An den allgemein- und berufsbildenden Schulen im LandDie knappen Ressourcen der Schulen und Hochschulen soll Niedersachsen gibt es bereits erste gute Initiativen, dieten weniger für die Neuentwicklung von Angeboten, son sich dem unternehmerischen Denken und Handeln derdern vielmehr für kreative Ansätze genutzt werden, die z.B.Schüler und Schülerinnen widmen. Ein Beispiel hierfüraufwandsneutral Angebote aus dem außer(hoch)schulischenist die Förderung von Schülerfirmen. Schülerfirmen undBereich mit einbinden (zum Beispiel Initiativen wie start -genossenschaften gibt es bereits seit vielen Jahren. Derzeitupteens oder crowd-innovation-Formate für Studierende).existieren ca. 700 in Niedersachsen.Entrepreneurship Education wird so auf spielerische Art mitdigitalen Technologien und MINT-Themen verbunden.Wir wollen daher die engagierten Akteure in einem sichgegenseitig verstärkenden niedersächsischen Netzwerk zu Die Gründungslehre an niedersächsischen Hochschulen hatsammenschließen und darüber auch eine Übersicht schaffen,sich ebenfalls in den letzten Jahren gut weiterentwickeltwelche Entrepreneurship Education Angebote es an den(s. dazu 2.). So werden unterschiedlichste Formate im KontextSchulen gibt.der Entrepreneurship Education von der Gründungssensibili sierung bis zur Begleitung konkreter GründungsvorhabenWir wollen Entrepreneurship Education nicht (nur) als Teilan niedersächsischen Hochschulen angeboten.des Wirtschaftsunterrichts bzw. BWL-Studiums, sondernals überfachliches Angebot ökonomischer Bildung in denAuch hier gilt, dass die Angebote der Hochschulen kaum inSchulen und Hochschulen etablieren! Denn: Entrepreneur den einzelnen niedersächsischen Teilregionen und erst rechtship Education dient nicht nur dem Erwerb ökonomischernicht landesweit bekannt sind und somit auch nicht gemein Kompetenzen, sondern fördert zudem auf eine einzigartigesam weiterentwickelt werden können. Best-Practice-Beispie Weise die Entwicklung fächerübergreifender Fähigkeitenle müssen stärker kommuniziert werden.wie selbstständiges, kreatives Denken und proaktives, ver antwortungsbewusstes Handeln.Wir begrüßen, dass Entrepreneurship Education bereitsvermehrt in unterschiedlichen Disziplinen und sogar inter Das Niedersächsische Institut für Ökonomische Bildung hatdisziplinär stattfindet. Wir setzen uns dafür ein, dass Entre -bereits richtungsweisende Ansätze und konzeptionellepreneurship noch deutlich stärker in das curriculare Pflicht-Grundlagen entwickelt, wie dies in den Lehrplänen ver angebot aufgenommen und nicht nur als (freiwillige)ankert werden kann. Wir setzen uns für eine möglichstProjekte angeboten wird.flächendeckende Umsetzung in den Schulen ein.Konkrete Gründungstätigkeiten während des Studiums stel Ferner sollten Entrepreneurship Education Angebote mitlen die Studierenden zudem häufig vor die Herausforderungder Vermittlung von Digitalkompetenzen und der Förde-sich zwischen dem Studium und der Gründung entscheidenrung von MINT-Interessen verknüpft werden. Ein Beispielzu müssen. Die Hochschulen sollen diesen Studierenden beiaus dem schulischen Bereich ist das Projektvorhaben „Entre der Vereinbarkeit von Studium und Gründertätigkeit mög preneurship Education und Digitale Mündigkeit” im Kontextlichst hohe Flexibilisierungsfreiheiten einräumen.des NFTE-Curriculums (NFTE – Network for Teaching Entre preneurship).Last but not least halten wir eine stärkere Fokussierung derStudien- und Karriereberatungen an den Hochschulen auf dieOption der Gründung/Selbstständigkeit als dritte Karriere option neben Wissenschaft und Wirtschaft für sinnvoll.

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8STARTUP-STRATEGIE I ZIELE UND MASSNAHMEN2Mehr Gründungen aus der WissenschaftDie Förderung des Wissens- und Technologietransfers sowieErfolgreich waren:Unternehmensgründungen sind schon heute gesetzlicher mit dem Schwerpunkt „Potenziale heben“: die Georg-Auftrag der niedersächsischen Hochschulen (§ 3 NHG). EinAugust-Universität Göttingen, die Hochschule Emden/Schwerpunkt ist dabei neben der GründungssensibilisierungLeer, die Jade Hochschule, die Medizinische Hochschuledie Gründungsberatung. Diese reicht von der UnterstützungHannover, die Technische Universität Clausthal sowie diebei der Entwicklung von Geschäftsmodellen bzw. dem Erstel len von Businessplänen über die Hilfe bei der Beschaffungvon Fördermitteln sowie Startkapital bis hin zu komplettenInkubationsprogrammen. Niedersächsische HochschulenUniversitäten Hildesheim und Vechta; im Schwerpunkt „Regional vernetzen“ die Universität inOldenburg und die Leuphana Universität Lüneburg sowie im Schwerpunkt „International überzeugen“ die Ostfaliahaben in all diesen Bereichen bereits erste wichtige Ange Hochschule zusammen mit der Technischen Universitätbote geschaffen. Mit 16 Entrepreneurship-Professuren liegtBraunschweig.Niedersachsen im bundesweiten Vergleich auf dem drittenRang (hinter NRW mit 25 und Bayern mitBei den EXIST-Gründungsstipendien entfallen im deutsch 23 Professuren).landweiten Vergleich derzeit bereits acht Prozent auf Nie dersachsen.Um die Hochschulen im Bereich Transfer und Ausgründungennoch besser zu unterstützen, hat das MWK im Juli 2018 dieUm die Hochschulen im Bereich Transfer und Ausgründun Ausschreibung „Transfer in Niedersachsen - Starke Strukturengen noch besser zu unterstützen verfolgt das MWK folgen für innovative Projekte“ veröffentlicht. Im Ergebnis werdende Ziele und Maßnahmen: Minimierung des Aufwands beisechs Projekte für fünf Jahre mit rund 12 Mio. Euro gefördert.Gründungen von Startups aus Wissenschaft und Hochschulen. Die oftmals komplexen, juristischen Detailfragen sollenIm Dezember 2019 konnten sich elf Hochschulen aus Nieder kurzfristig durch einen Arbeitskreis der Gründungsbeauf sachsen im Programm „EXIST Potenziale“ des BMWi durch tragten der niedersächsischen Hochschulen und ggf. weiteresetzen. Ziel der auf vier Jahre angelegten Vorhaben istFachleute sowie unter Beteiligung des Startup-Beiratesdas unternehmerische Potenzial an den Hochschulen nochund des MWK mit klaren Empfehlungen geklärt werden.weiter zu erschließen und regionale sowie internationaleDie Empfehlungen sollen bis Ende dieses Jahres vorgelegtGründungsnetzwerke weiterzuentwickeln. Das Land Nieder werden. Besonders kritische Herausforderungen sind diesachsen hat sich bereits in der Antragsphase bereit erklärt,Nutzung und Überlassung von IP-Rechten und IP-Infrastruk für die erfolgreichen Hochschulen den notwendigen Eigen turen sowie Fragen des Personalrechts bei Mitarbeitendenanteil in Höhe von zehn Prozent der Gesamtaufwendungenvon Forschungseinrichtungen, die gleichzeitig Startup-Grün zu übernehmen.dende sind.

ZIELE UND MASSNAHMEN I STARTUP-STRATEGIE9Wissens- und Technologietransfer sowie Unternehmensgründungen weiter stärken.wickelt werden, die zu einem transparenten und ganz Durch weitere Fördermaßnahmen im Rahmen der Transfer gabepunkten“ zwischen den Gründungsberatungen derstrategie von Landeshochschulkonferenz und MWK sollen,Hochschulen, der Gebietskörperschaften, der Kammern undunter anderem im Handlungsfeld „Wissenschaftliche (Aus-)weiterer Unterstützungsakteure sowie zu komplementärenGründungen fördern“, die Bedingungen für Transfer undFörderangeboten führen.Gründungen verbessert werden. Dazu zählt insbesonderedie Stärkung der Gründungskultur durch Steigerung derReputationsrelevanz von Transferaktivitäten bspw. durchdie stärkere Berücksichtigung bei Funktions- und Leistungs zulagen sowie bei der Reduktion von Lehrdeputaten. Auchsollen die Unterstützungsstrukturen für Gründungen ausHochschulen weiter gestärkt werden und gezielt (Nach wuchs-) Wissenschaftler/-innen stärker für die Möglichkeitenvon Startup-Gründungen gewonnen werden.Vielfältige Vorbilder schaffen und sichtbar machen!Das MWK setzt sein Engagement beim DurchSTARTerStartup Preis des Landes u.a. mit der Kategorie „ScienceSpin-offs“ fort. Überdies wird geprüft, in welcher Form eineigener Preis für gründungsaffine Forschung und Lehregeschaffen werden kann.Startups in jeder Gründungs- und Wachstumsphasebestmöglich und kontinuierlich regional betreuen.Hierzu sollen Wirtschaftsförderungen, die Gründungsbeauf tragten der Hochschulen und Kammern enger kooperieren.Dies soll u.a. im Rahmen des derzeit im Aufbau befindlichenArbeitskreises aus diesen Einrichtungen, MWK und MWunter dem Dach des Innovationsnetzwerks Niedersachsenerfolgen. Dabei sollen Konzepte und Empfehlungen ent heitlichen Gründungsberatungsprozess und klaren „Über

10STARTUP-STRATEGIE I ZIELE UND MASSNAHMEN3Das Potenzial von Gründerinnen (Female Entrepreneurship)erkennen und hebenUnsere Gesellschaft steht vor vielfältigen ökonomischen,ökologischen sowie sozialen Herausforderungen, denen nurmit bewusst vielfältigen unternehmerischen Perspektivenbegegnet werden kann. Daher gilt es, das stereotypischeErfolgsideal unternehmerischen Denkens und Handelns auf zubrechen und eine plurale Gründungskultur zu fördern. Diesmacht u.a. eine Interviewstudie mit MINT-Gründerinnen inWir werden daher mit gezielten Maßnahmen insbesondere Frauenzur Gründung von Startups motivieren und derenVernetzung fördern, bei der Startup-Förderung, wie z.B. im RahmenNiedersachsen deutlich. Weibliche Startup-Gründungen sinddes niedersächsischen Gründungsstipendiumsnoch in der deutlichen Minderheit. Das hat viele Gründe,und bei NSeed (unter Beachtung der Regionalenz.B. treffen Frauen noch immer auf klassische Rollenvorur Forschungs- und Innovationsstrategie für intelli-teile und entsprechen nicht dem Prototyp des erfolgreichengente Spezialisierung in Niedersachsen (RIS III)),„Gründers“. In der Folge verringert sich die Gründungsinten auch Startups berücksichtigen und fördern, derention sowie die Akzeptanz im Gründungsökosystem. Ein zuInnovation nicht (nur) in Technologien/Digitalisie-hebendes Potenzial liegt hier in gendergemischten Teams.rungsmechanismen begründet liegt,Diese sind nachweislich erfolgreicher! Hier setzen konkreteAktionspläne z.B. in den Kommunen an, die i.d.R. mit starkerExpertise und Mitwirkung von Gründerinnen entstehen. Ein die Bedeutung von Social Innovation Startupsstärker als bisher in den Fokus stellen, prüfen, wie Programme zur Förderung vonweiterer Aspekt ist, dass Frauen in den für Startups typischenFrauen in MINT-Berufen und zur Förderung vonMINT-Fächern unterrepräsentiert sind. Zudem stehen FrauenFrauen als Führungsnachwuchs mit der Gründe-aufgrund von Gender Bias-Effekten (geschlechtsbezogenerrinnenförderung verknüpft werden können,Verzerrungseffekt) bei der ohnehin bereits schwierigen Transparenz über bestehende Initiativen undGewinnung von Wagniskapital vor zusätzlichen Herausforde Förderprogramme für Gründerinnen schaffen undrungen. Hinzu kommen Hürdeneffekte im Gründungsprozessgemeinsam auf dieser Basis einen Aktionsplanund -kontext, die es noch besser aufzudecken gilt.auf Landesebene zu den o.g. Maßnahmen entwickeln,Female Entrepreneurship wird aktuell an verschiedenen bestehende sowie neue Konzepte und Formateniedersächsischen Hochschulen erforscht. Niedersachsenzur Förderung unternehmerischen Denkens undverfügt so über ein im Vergleich zu anderen BundesländernHandelns auf (unbewusste) Diskriminierungs-bereits frühzeitig angestoßenes interdisziplinäres Netzwerkaspekte in ihren Bewertungsmustern und/oderaus Forschungs- und Transferkooperationen zum Thema. EsBeurteilungskriterien überprüfen sowie ent-gilt, diese Gründungsforschung und -förderung in und fürsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen fürNiedersachsen weiter zu stärken. In diesem ZusammenhangEntscheidungsträgerinnen im niedersächsischensollte es zugleich Ziel sein, Gründungsforschung und -förde Innovationsökosystem durch Expertinnen fürrung weitgefasst als Initiierung und Unterstützung derdieses Thema entwickeln und etablieren.Geschäftsmodellentwicklung von nachhaltigen Innovationenzu konzipieren und umzusetzen.

ZIELE UND MASSNAHMEN I STARTUP-STRATEGIE411Startups durch Coachingin der frühen Phase unterstützenViele Startups scheitern mit innovativen Ideen, weil IhnenBraunschweig, die Orangery in Hildesheim, der SNIC-Accele kaufmännisches Basiswissen zu Schutzrechten oder zurrator in Göttingen, das Seedhouse in Osnabrück, der Eleva richtigen Investorenansprache fehlt. Deswegen ist einetor in Lüneburg, das GO! in Oldenburg und das im Aufbaugute Betreuung und Vermittlung von Basiswissen für jungebefindliche Startup-Zentrum in Emden.Startups so wichtig. Dies ist Aufgabe von Inkubatoren oderStartup-Zentren.Auch für die Gründungsstipendiaten und -stipendiatinnen istein gutes Coaching wichtig, daher ist für diese eine Betreu Niedersachsen fördert daher zehn Startup-Zentren für dieung im Umfang von mindestens 100 Stunden durch soge Jahre 2020-2022. Dafür stehen insgesamt 2,2 Mio. Euro zurnannte Begleitende Einrichtungen obligatorisch. Wir freuenVerfügung. Jeder Standort wird mit bis zu 100.000 Eurouns sehr, dass sich inzwischen landesweit 20 Begleitendeim Jahr gefördert. Die Startup-Zentren bieten den jungenEinrichtungen für Coaching und Betreuung von Gründungs Teams ein intensives Coaching für mindestens 100 Tage.stipendiaten und -stipendiatinnen engagieren und dieseJedes Zentrum betreut pro Jahr mindestens acht Teams. Soinsgesamt elf Monate begleiten. Dazu gehören insbesonderekönnen im Förderzeitraum insgesamt rund 240 Teams be Hochschulen, aber auch kommunale Wirtschaftsförderungen.treut werden.Einen Überblick über die Begleitenden EinrichtungenFolgende Einrichtungen werden gefördert: Die Venture Villafinden Sie hier https://startup.nds.de/gruendungsstipendium-und der hafven in Hannover, das Mo.In und borek.digital inniedersachsen/

12STARTUP-STRATEGIE I ZIELE UND MASSNAHMEN5Passende Finanzierungsangebote für alle Phasen:Preseed-Seed-GrowthStartups brauchen Wagniskapital, um ihr Potenzial optimalsachsen abgewandert. Das wollen wir in Zukunft vermeidenzu entfalten. Wir wollen die niedersächsischen Startupsund erreichen, dass niedersächsische Startups ihr Wachstums mit passenden Finanzierungsangeboten unterstützen. Mitpotenzial auch in Niedersachsen entfalten!dem niedersächsischen Gründungsstipendium unterstützenwir Startups in der Preseed-Phase mit Stipendien von bis zuWir wollen daher zusammen mit Unternehmen und anderen11.000 Euro für Studierende bzw. bis zu 22.000 Euro fürprivaten Investoren einen Wachstumsfonds für Startups auf Gründungsstipendiaten und -stipendiatinnen mit Berufsab legen. Dafür werden wir 50 Millionen Euro aus Landesmittelnschluss. Pro Team können bis zu drei Teammitglieder ge als Grundlage bereitstellen. Diese Grundlage ist erforderlich,fördert werden. Das Programm ist im Mai 2019 erfolgreichda die Corona-Krise auch den privaten Wagniskapitalmarktgestartet. Inzwischen gibt es rund 100 geförderte Stipendia spürbar beeinträchtigt hat und den Startups Finanzierungs ten und Stipendiatinnen. Wir haben die Mittel ab 2020 aufmöglichkeiten für die Wachstumsphase fehlen. Bundesweitzwei Millionen Euro pro Jahr aufgestockt und können damitist das Beteiligungsvolumen im 1. Halbjahr 2020 um rund einzukünftig rund 150 bis 160 Fälle pro Jahr fördern.Drittel zurückgegangen. Der Fonds soll insbesondere in Start ups zu den Themenfeldern Agrar, Ernährung, smarte Produk Mit dem Programm NSeed bieten wir Wagniskapital von bistion, Robotik, Künstliche Intelligenz, Software as a Service,zu 600.000 Euro in der frühen Phase, wenn das UnternehmenMobilität und Life Science investieren. Für die Kofinanzierungbereits gegründet ist. Gefördert werden neu gegründete undsprechen wir insbesondere innovationsstarke Unternehmen injunge Unternehmen mit innovativen Produkten, Dienstleis Niedersachsen an.tungen oder Verfahren. Durch die finanzielle Hilfe wird diePosition der Unternehmen in der Seedphase und in den erstenDabei ist auch denkbar, dass die Mittel als Dachfonds fürJahren nach der Gründung am Kapitalmarkt gestärkt undentsprechende regionale Themenfonds z.B. zu den Themenihre Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Seit 2017 wurden dafürAgrar/Ernährung, smarte Produktion oder Mobilität bereit bereits vier Millionen Euro für die Kapitalstärkung von jungengestellt werden.Unternehmen in der Seedphase bereitgestellt. Aufgrund derhohen Resonanz wird diese Förderung seit April 2019 durchAuch Business Angels haben als Kapital- und Ratgeber füreinen eigenen Seedfonds „NSeed“ mit einem Volumen vonjunge Startups eine wichtige Funktion. In Niedersachsen gibt25 Millionen Euro (EU- und Landesmittel) fortgesetzt, aktuelles aktuell drei regionale Business Angel-Netzwerke und vielestehen noch mehr als 16 Millionen Euro zur Verfügung. SeitEinzelakteure. Wir wollen mit gezielten Netzwerkveranstal Programmstart im Jahr 2017 konnten bereits 22 Unterneh tungen und neuen Unterstützungsangeboten Startups mitmen gefördert werden. Wir planen das Programm auch überBusiness Angels zusammenbringen und die Zahl der Business2022 hinaus fortzusetzen.Angels deutlich steigern. So wollen wir eine sichtbare landes weite Community aufbauen.Bisher gibt es in Niedersachsen für Startups in der Wachstums phase, die einen Kapitalbedarf im sieben- bis achtstelligenLast but not least unterstützen wir Startups bei der Gewin Bereich haben – anders als in Berlin oder München – keinenung von Wagniskapital durch Matching-Veranstaltungen fürprivaten oder öffentlichen Fondsangebote. Das kann sichInvestoren (NCapital) und als Brückenbauer zu Wagniskapital als erhebliches Wachstumshemmnis erweisen. In Einzelfällengebern in ganz Deutschland. Diese Aktivitäten werden wirsind deshalb erfolgversprechende Startups schon aus Nieder weiter verstärken.

ZIELE UND MASSNAHMEN I STARTUP-STRATEGIE613Niedersachsen als Startup-Standort sichtbar machen –Vernetzung und Eventslandesweit, aber auch über Niedersachsen hinaus sichtbarStartups mit Mittelstand/etablierten Unternehmennoch stärker vernetzenmachen. Sichtbarkeit ist Voraussetzung dafür, dass VC-FondsWir wollen Startups und etablierte Unternehmen (Corpo und nationale oder internationale Wagniskapitalgeber aufrates) zusammenbringen, denn beide Seiten profitierenniedersächsische Startups aufmerksam werden und in sievon Kooperationen in vielfältiger Weise. Etablierte Unter investieren. Deshalb wollen wir insbesondere die Erfolgs nehmen können Startups durch Mentoring, als Pilotkundengeschichten zeigen.oder bei der Markterschließung aktiv unterstützen. SchonWir wollen die Stärke der niedersächsischen Startup-Szenejetzt engagieren sich die Unternehmerverbände Niedersach Zentrale Leuchtturm-Eventssen als Partner beim DurchSTARTerpreis und Niedersachsen Mit dem DurchSTARTerpreis prämieren wir einmal jährlich dieMetall bietet regelmäßig Startups die Möglichkeit, sich beibesten Startups aus Niedersachsen. Bisher wurde der Preis ingrößeren Veranstaltungen zu präsentieren.den drei Kategorien Newcomer, Scale-up und Science spin-offverliehen. Es ist in Planung, zukünftig auch die besten SocialWir setzen daher auf eine noch engere Kooperation mit denInnovation Startups zu prämieren. An der Preisverleihung imUnternehmerverbänden Niedersachsen, mit Niedersachsen Dezember 2019 haben 400 Gäste teilgenommen. Wir werdenMetall, der IHKN und allen startup-affinen Unternehmen.den DurchSTARTerpreis zu dem wichtigsten Startup-Szene-Um neue Wege zu gehen werden wir eine ArbeitsgruppeTreffen in Niedersachsen weiterentwickeln.aus Vertretern und Vertreterinnen des Wirtschaftsministe riums, des Startup-Beirates und UnternehmensvertreternWir werden ferner die jährlich in Hannover stattfindendeneinrichten.internationalen Fachmessen wie die Hannover Messe, dieTechtide und die Twenty2X zur Präsentation und als Platt Website und Matching ausbauenform für unsere Startups nutzen.Die Startup-Website www.startup.nds.de ist die digitaleAnlaufstelle für die Startup-Akteure im Land. Neben aktu Regionale Startup-Ökosysteme durch regionaleLeuchtturm-Events fördernellen Startup-Förderangeboten, News und Events ist dasAuch in den Regionen haben sich inzwischen hochwertigemehr als 350 Startup-Unternehmen und 131 Startup-Hot Startup-Veranstaltungen mit zum Teil bundesweiter Strahl spots über Profile vorgestellt. Aktuell greifen wöchentlichkraft etabliert. Dazu gehört die innovate! mit dem Schwer ca. 800 Nutzer und Nutzerinnen auf die Website zu undpunkt Food, Agrar und Digitalisierung in Osnabrück, die OMKdie Zugriffszahlen steigen monatlich um ca. zehn Prozent.mit dem Schwerpunkt Online-Marketing in Lüneburg oderMehr als 700 Personen erhalten den monatlichen Newslet der im Januar 2020 erstmals veranstaltete Startup Life Scienceter. 1.640 Personen haben sich auf Facebook der InitiativeDay in Göttingen. Weitere Veranstaltungen, z.B. mit demangeschlossen und rund 600 Fans folgen auf Twitter (StandSchwerpunkt Mobilität, sind bereits in Planung. Diese FormateMärz 2020). Emotional ansprechende Startup-Videos überwerden wir als Veranstaltungs- oder Sponsorpartner auch indie niedersächsische Start up-Szene wurden über YouTubeZukunft aktiv unterstützen. Wir werden dabei darauf achten,etc. schon über 10.000 Mal geschaut. Anfang 2020 wurdedass ggf. neue Veranstaltungsformate des Landes die etablier auch ein Instagram-Account mit stark steigender Nutzer ten regionalen Leuchtturm-Events nicht kannibalisieren.zahl eingerichtet.Herz der Webseite die Startup-Map. Derzeit werden dort

14STARTUP-STRATEGIE I ZIELE UND MASSNAHMENAktuell wird eine Lösung entwickelt, die es ermöglichtliche Ausbau der Maßnahmen. Neben einer überregionalendie Startup-Map in regionale Seiten z.B. von Wirtschafs Bewerbung des Startup-Standorts, der Förderinstrumenteförderungsgesellschaften (wie SNIC, hannoverimpuls etc.) und der High-Tech-Cluster sollen auch weitere Schwerpunkt zu implementieren, um die Kartografierung und die Reich themen adressiert werden wie Female Entrepreneurship,weite weiter auszubauen.Impact Startups und Investments.Als nächste Ausbaustufe ist ein Matching-Tool geplant, mitBundesweite Vernetzungdem Startup-Akteure sich direkt untereinander und mitEin wesentlicher Schlüssel für ein erfolgreiches Startup-Öko weiteren aus dem Startup-Ökosystem relevanten Akteurensystem ist die Vernetzung. Hierbei ist auch die bundesweitewie Investoren und Investorinnen, dem Mittelstand undVernetzung ein wichtiger Faktor. Das Bundesland BayernCorporates vernetzen können sollen.mit seiner Startup-Initiative BayStartUp gilt als Best Practicein Deutschland. In den letzten zwei Jahren wurde hier eineMarketingkampagne für Startup-Gründungenenge Vernetzung der Initiativen aufgebaut, die in eineUm für Startup-Gründungen und deren Förderung zu sensi -persönliche Einladung des Startup-Beirats und dem Beirats bilisieren hat die Initiative startup.niedersachen eine eigenevorsitzenden zur Bits and Pretzels in Bayern als einzigesCoporate Identity mit Logo entwickelt. Auf dieser BasisBundesland gemündet ist. Der weitere Ausbau der gemein soll die Startup-Initiative weitestgehend als One-Stop-samen Aktivitäten wurde in diesem Rahmen vereinbart.Shop- Lösung und Gesicht der niedersächsischen Startup-Auch die Präsenz in Berlin wurde über die RegionalsprecherFörderung vermarktet werden. Hierfür wurden bereitsdes Bundesverbands Deutscher Startups e.V. ausgebaut. Ge unterschiedliche Marketinginstrumente entwickelt. Nebenplant ist weiterhin gezielt Investorenkontakte zu knüpfenklassischen Werbeträgern wurden Online-Marketing-Maß und durch gezielte Veranstaltungen und vernetzte Akteurenahmen im Web 2.0 umgesetzt. Geplant ist der kontinuier vor Ort die Reputation des Standorts weiter zu untermauern.

ZIELE UND MASSNAHMEN I STARTUP-STRATEGIE157Aufbau von Innovation Hubs bzw.High-Tech-AcceleratorenDie bestehenden Startup-Zentren leisten eine wichtigeggf. regionalen Wirtschaftsförderungen/KommunenUnterstützung für Startups in der Gründungsphase. Aller getragen werden.dings gibt es in Niedersachsen fast keine Einrichtungen, dieStartups professionell in der Wachstumsphase begleiten.Die Innovation Hubs zielen insbesondere auf High-Tech-Dies ist die Aufgabe von sogenannten „Acceleratoren“.Startups und unterstützen diese in deren WachstumsphaseDiese sollten unter einem Dach mit innovativen Teams aus(Acceleration). Sie bieten für die Startups Mentoring, unter Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen sowiestützen bei der Suche nach Investoren und öffnen Türen fürUnternehmen angesiedelt werden. Damit wollen wir ge Kooperationen insbesondere mit den Partnerunternehmen.meinsame Orte für kreative Köpfe und die KollaborationSie bieten aber auch flexible Räumlichkeiten (einschließlichunterschiedlich

August Universität Göttingen, die Hochschule Emden/ Leer, die Jade Hochschule, die Medizinische Hochschule Hannover, die Technische Universität Clausthal sowie die Universitäten Hildesheim und Vechta; im Schwerpunkt „Regional vernetzen“ die Universität