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Fallstudie Anlagepraxis: Marktsegmente im BörsenhandelMusterlösungDa derzeit keine neuen Marktsegmente erkennbar sind, dürfte die Musterlösung bis auf weiteresrichtig sein. Überprüft werden sollten jedoch zu Frage 20 der Stand der Fusionsverhandlungenzwischen der Deutschen Börse AG und der New York Stock Exchange.1. Abschnitt, Teil eines größeren Ganzen2. Durchsichtigkeit3. Investoren verlangen Transparenz, Liquidität und Rechtssicherheit. Anleger müssen wissen,wie an der Börse gehandelt wird. Aber auch die Herausgeber der Wertpapiere müssenwissen, wie und zu welchen Konditionen ihre Papiere gehandelt werden und welche Folgensich daraus für sie ergeben.4. Beim „Regulierten Markt“ sind die Zulassungsbedingungen, Transparenzanforderungen sowiedie Folgepflichten für die Herausgeber der Papiere gesetzlich geregelt – und dies sogar EUweit.Der „Open Market“ ist hingegen nicht gesetzlich geregelt, Die Vorschriften für denFreiverkehr können von jeder Börse frei festgelegt werden.Als börsennotiert im gesetzlichen Sinne gelten daher auch nur Papiere im „ReguliertenMarkt“.5. Zugangsvoraussetzungen für den „Regulierten Markt“ in der EU:a. Der voraussichtliche Kurswert der zuzulassenden muss mindestens 1.250.000 Eurobetragen. Für die Zulassung von anderen Wertpapieren als Aktien muss derGesamtnennbetrag mindestens 250.000 Euro betragen.b. Für die Zulassung von Wertpapieren, die nicht auf einen Geldbetrag lauten, muss dieMindeststückzahl der Wertpapiere zehntausend betragen.c. Der Emittent zuzulassender Aktien muss seit mindestens drei Jahre als Unternehmenbestehen und seine Jahresabschlüsse für die drei dem Antrag vorangegangenenGeschäftsjahre entsprechend den hierfür geltenden Vorschriften offengelegt haben.d. Weiterhin müssen mindestens 25 Prozent der Aktien im Streubesitz sein.e. Aktiengesellschaften im Regulierten Markt haben zudem neben dem Jahresabschlussauch mindestens einen Zwischenbericht für die ersten sechs Monate desGeschäftsjahres zu veröffentlichen.Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

f. Sie unterliegen zudem der Ad-hoc-Publizität, müssen also kursrelevante Tatsachen"unverzüglich" über Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlichen.(Quelle: http://www.gesetze-iminternet.de/b 77 sowiehttp://boerse.ard.de/content.jsp?key dokument 534158 vom 13.05.2011 11:21)6. schriftlicher Zulassungsantrag mit Firma und Sitz der Antragstellerin sowie Art und Betrag derzuzulassenden Wertpapiere an einer Börse in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union –die Zulassung gilt dann für die gesamte EU7. Hinsichtlich der Zulassung zum „Prime Standard“ und „General Standard“ gibt es keineUnterschiede, wohl aber bei den Folgepflichten für die Unternehmen.ZulassungsvoraussetzungenGeneral StandardPrime StandardAutomatisch mit der Zulassung der Wertpapierezum Regulierten Markt – dies geschieht durchschriftlichen Zulassungsantrag mit Firma und Sitzder Antragstellerin sowie Art und Betrag derzuzulassenden Wertpapiere an einer Börse ineinem Mitgliedstaat der Europäischen Unionauf Antrag des EmittentenVoraussichtlicher Kurswert der zuzulassendenAktien mindestens 1,25 Millionen Euro betragen(anderen Wertpapieren: Gesamtnennbetragmindestens 250.000 Euro)GenausoMindeststückzahl von Wertpapieren, die nichtauf einen Geldbetrag lauten: 10.000 StückGenausoEmittent der Aktien muss seit mindestens dreiJahre als Unternehmen bestehenGenausoEmittent der Aktien muss seine Jahresabschlüssefür die drei dem Antrag vorangegangenenGeschäftsjahre entsprechend den hierfürgeltenden Vorschriften offengelegt habenGenausoMindestens 25 Prozent der Aktien im StreubesitzseinGenausoFolgepflichtenGeneral StandardPrime se Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

Anwendung internationalerRechnungslegungsstandards (IFRS/IAS oder USGAAP)Anwendung internationalerRechnungslegungsstandards (IFRS/IAS oder USGAAP)Veröffentlichung eines Halbjahresfinanzberichtszuzüglich zum JahresabschlussVeröffentlichung eines Halbjahresfinanzberichtszuzüglich zum JahresabschlussQuartalsfinanzberichterstattung in deutscherund englischer SpracheVeröffentlichung eines UnternehmenskalendersDurchführung mindestens einerAnalystenkonferenz pro JahrAd-hoc-Mitteilungen auch in englischer Sprache(Quelle: http://deutscheboerse.com/dbag/dispatch/de/kir/gdb navigation/lc/100 Market Structure/10 transparency standards)8. Es gibt eigentlich kaum Unterschiede.Im „First Quotation Board“ werden alle Unternehmen aufgenommen, die ihre Erstnotiz aneiner Börse beantragen. Diese Wertpapiere müssen vor der Zulassung geprüft werden. DerUmfang dieser Prüfung ist jedoch gering.In den „Second Quotation Board“ werden alle Unternehmen einbezogen, deren Aktienbereits an einem anderen internationalen oder nationalen Handelsplatz zugelassen sind. Indiesem Fall muss der Emittent nur eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Geprüftwird nichts mehr.ZulassungsvorschriftenFirst Quotation BoardFeb 2002 wieder abgeschafft!!!!!Second Quotation BoardFür alle Unternehmen, die ihre Erstnotiz imOpen Market (Freiverkehr der FrankfurterWertpapierbörse FWB ) beantragen und annoch keiner anderen Börse zugelassen sind.Für alle Unternehmen einbezogen, deren Aktienbereits an einem anderen internationalen odernationalen Handelsplatz zugelassen sind.Der Antrag auf Einbeziehung muss eine genaueBezeichnung des einzubeziehenden Wertpapiersenthalten. Darüber hinaus muss derAntragsteller nähere Angaben über denEmittenten in Form eines von der nationalenAufsichtsbehörde gebilligten Prospekts oderDer Antrag auf Einbeziehung muss eine genaueBezeichnung des einzubeziehenden Wertpapiersund Angaben darüber enthalten, an welchem inoder ausländischen organisierten Markt bereitsPreise für dieses Wertpapier festgestellt werden.Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

Format Emittendaten vorlegen, das einezutreffende Beurteilung ermöglicht.Der Antrag auf Einbeziehung eines Emittentenmuss schriftlich von einem an der FrankfurterWertpapierbörse zugelassenen FWBHandelsteilnehmer gestellt werden.Der Antrag auf Einbeziehung eines Emittentenmuss schriftlich von einem an der FrankfurterWertpapierbörse zugelassenen FWBHandelsteilnehmer gestellt werden.Verpflichtungserklärung des Antragstellers: DerAntragsteller hat die Deutsche Börse AG überwesentliche Umstände bezüglich dereinbezogenen Wertpapiere bzw. der Emittentenunverzüglich und schriftlich zu informieren.Verpflichtungserklärung des Antragstellers: DerAntragsteller hat die Deutsche Börse AG überwesentliche Umstände bezüglich dereinbezogenen Wertpapiere bzw. der Emittentenunverzüglich und schriftlich zu informieren.Nachweis über das Eigenkapital von EUR500.000, bescheinigt durch einen zugelassenenRechtsanwalt oder WirtschaftsprüferNachweis über den Mindestnennwert dereinzubeziehenden Aktien oder Aktienvertretenden Zertifikate in Höhe von 0,1 EURoder umgerechnet einen entsprechenden Wertin einer anderen WährungPublikationssprache: Deutsch oder EnglischPublikationssprache: Deutsch oder Englisch(Quelle: http://deutscheboerse.com/dbag/dispatch/de/kir/gdb navigation/lc/100 Market Structure/10 transparency standards)9. Die Zugangsvoraussetzungen sind bescheiden.„Der Entry Standard ist für alle Unternehmen offen, die einen effizienten Handel ihrer Aktienbei geringen formalen Pflichten anstreben. Besonders attraktiv ist er für junge und etabliertemittelständische Unternehmen; Private Equity- und Venture Capital-Investoren können ihnals Exit-Kanal nutzen. Es gibt keinen Branchenfokus und keine Mindestanforderungen anUnternehmensalter oder -größe.“ truments/gdb navigation/listing/10 Market Structure/15 transparency standards/30 entry standard)ZugangsvoraussetzungenEntry StandardNachweis über die Verpflichtung eines die Markteinführung betreuenden Unternehmens(„Deutsche Börse Listing Partner“).Prospekt (von der nationalen Aufsichtsbehörde gebilligt) bzw. Exposé (in der alleinigenVerantwortung des Unternehmens, keine „Prospekthaftung“ für den Inhalt)Verpflichtungserklärung des Antragstellers, die Regeln des Entry Standard einzuhalten und die vomBoerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

Unternehmen zu erfüllenden Transparenzanforderungen zu überwachen10. Auch die Zugangsvoraussetzungen sind mit Ausnahme der unverzüglichen Veröffentlichungwesentlicher Unternehmensnachrichten gering.FolgepflichtenEntry StandardVeröffentlichung des testierten Konzern-Jahresabschlusses samt Konzern-Lagebericht (jeweiligenationale Rechnungslegungsvorschriften oder International Financial Reporting Standards)spätestens innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des BerichtzeitraumsVeröffentlichung des Zwischenberichts spätestens innerhalb von drei Monaten nach 1. HalbjahrVeröffentlichung eines aktuellen Unternehmenskurzporträts und eines UnternehmenskalendersUnverzügliche Veröffentlichung wesentlicher Unternehmensnachrichten oder -umstände, die für dieBewertung des Wertpapiers oder des Unternehmens bedeutsam sein können11. Aktien im Entry Standard werden hinsichtlich ihrer Preisentwicklung von BaFin und HüSt,hinsichtlich der Transparenzvorschriften allerdings nur von dem Börsenhändler, das dieZulassung des Wertpapiers beantragt hat.ÜberwachungEntry StandardAktien im Entry Standard sind Insiderpapiere und werden im Hinblick auf Regeln zurInsidergesetzgebung und Marktmissbrauch von der BaFin beaufsichtigt.Die Überwachung der Preisfindung liegt bei der Handelsüberwachungsstelle (HüSt).Die Transparenzanforderungen an die Unternehmen im Entry Standard werden von dem Antragstellenden Börsen-Handelsteilnehmer überwacht.12. Für den Gang an die Börse gibt es wohl vor allem zwei Gründe: a) das Unternehmen benötigtGeld (Eigenkapital) b) die bisherigen Eigentümer des Unternehmens (Aktionäre) möchte ihreAnteile verkaufen. Daneben kann es natürlich noch zahlreiche andere Gründe geben (einEinzelunternehmer bzw. Familienunternehmen findet keinen Nachfolger u.v.a.).13. Um die Anforderungen und Folgepflichten und damit auch Folgekosten so gering wie möglichzu halten, scheint hier der „Entry Standard“ am geeignetsten zu sein.Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

14. Eine Börse ist ein Markt, auf dem Anbieter und Nachfrager zusammentreffen, um bestimmteRechte oder Güter nach bestimmten Regeln zu handeln. Im Unterschied zu einerVersteigerung bzw. Auktion sind an der Börse die Güter oder Wertpapiere aber nichtvorhanden. Die Lieferung der ge- bzw. verkauften Ware(„Erfüllung“) erfolgt erst später (i.d.R.zwei Börsentage später).15. Wenn man Waren handelt, die nicht anwesend sind, muss sich jeder Marktteilnehmerdarüber im Klaren sein, was gehandelt wird. Die Waren müssen also hinreichend bestimmtsein.Um einen fortwährenden Handel zu ermöglichen und zu erleichtern, dürfen es auch keineeinzelnen Waren sein (z.B. mein derzeitiges Auto), gehandelt werden könnten nur Warengleicher Art, Menge und Beschaffenheit (also z.B. ein beliebiger VW Golf, 4 bis 8 Jahre alt, mit50.000 bis 80.000 km Tachostand, unfallfrei und ohne in gutem äußeren Zustand). Die Warenmüssen austauschbar sein („vertretbar“) sein.Um Waren oder Rechte handeln zu können, müssen sie austauschbar („vertretbar“) sein.Gemäß § 91 BGB ist eine Sache „vertretbar“, wenn sie beweglich und nach Zahl, Maß oderGewicht bestimmt ist. Nur so ist es möglich, Millionen von Aktien und Tonnen von Wareninnerhalb weniger Stunden durch hin und her rufen zu handeln.Es werden also nicht bestimmte Güter gekauft, sondern z.B. Tonnen von Kaffee einerbestimmten Sorte und Qualitätsstufe oder Eier einer bestimmten Handelsklasse. Dementsprechend hat man beim Kauf einer Siemens-Aktie auch kein Anrecht auf eine bestimmteAktie (z.B. Nr. 11223345), sondern nur auf eine beliebige Siemens-Aktie.16. Das deutsche Börsensystem ist durch das Auseinanderfallen von Börsenträger und Börsegekennzeichnet. Die im BörsG nur beiläufig erwähnten Börsenträger - dies sind entwederrechtsfähige Vereine oder Kapitalgesellschaften - stellen die materiellen und personellenRessourcen für den Handel an der Börse zur Verfügung. Sie sind Partner der mit denBörsenbediensteten abgeschlossenen Anstellungsverträge und aller anderenSchuldverhältnisse, die sich auf den Betrieb der Börse beziehen. Die Börse selbst, also dieeigentliche Marktveranstaltung, an der der Handel mit Wertpapieren stattfindet, wird vonder heute ganz vorherrschenden Auffassung als unselbständige Anstalt des öffentlichenRechts eingestuft. In ihre inneren Angelegenheiten, die durch die Börsenorganewahrgenommen werden, darf der Börsenträger nicht eingreifen.Eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist eine Institution, die eine bestimmte öffentlicheAufgabe erfüllt, die ihr gesetzlich zugewiesen worden ist.Zu den bundesunmittelbaren Anstalten in selbstständiger Form, also mit eigenerRechtspersnlichkeit (juristische Person) gehören z. B. die Deutsche Welle, der DeutscheWetterdienst oder die KfW. Landesunmittelbare Anstalten sind z. B. dieLandesrundfunkanstalten der ARD. Auch die Sparkassen und Landesbanken hatten bis 2001diesen Status.Beispiele für nicht rechtsfähige bzw. nicht selbstständige Anstalten des öffentlichen Rechtssind z.B. städtische oder staatliche Schulen. Das bedeutet, dass im Streitfall nicht die Schuleselbst verklagt werden kann, sondern nur ihr Träger (Kommune oder das jeweiligeBundesland).(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anstalt des %C3%B6ffentlichen Rechts#Deutschland)Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

17. Die Börse München als öffentlich-rechtliche Institution wird betrieben von der privatrechtlichen „Bayerische Börse AG“, die sich wiederum zu 100% im Besitz des „MünchenerHandelsverein e.V.“ befindet, dessen Vereinsmitglieder die wichtigsten Banken amHandelsplatz sind zuzüglich einige andere Unternehmen wie Allianz, MAN und MünchnerRückversicherung.18. Verantwortlich für die Börsenordnung ist der Börsenrat. Er setzt sich aus einigen Mitgliederndes Handelsvereins zuzüglich weiterer Unternehmensvertreter (Ergo, Heidelberger Zement)und einem Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. zusammen. Die SdKversteht sich als unabhängiger Verein von Kleinanlegern. Die SdK ist die zweitstärkstedeutsche Aktionärsvereinigung.19. Über die Einbeziehung von Wertpapieren zum Handel im Freiverkehr beschließt der„Freiverkehrs- und Skontroausschuss“. Dies sind eigentlich zwei Ausschüsse (derSkontroausschuss ist für die Verteilung der Geschäftsbereiche an die Makler verantwortlich),die in München zusammengefasst wurden. Auch der Freiverkehrsausschuss setzt sich ausBankenvertretern und einem Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.zusammen.20. Die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ist die bedeutendste deutsche Börse mit Sitz inFrankfurt am Main. Verantwortlich ist für die Börsenordnung ist auch hier der Börsenrat, derim Tagesgeschäft durch die Geschäftsleitung der Börse unterstützt wird.Weit undurchsichtiger als die Münchner Börse ist die Konzernstruktur der Frankfurter Börse:Träger und damit Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) sind die Deutsche BörseAG und die Scoach Europa AG (die wiederum zu 100% der Deutsche Börse AG gehört).Im Unterschied zu München, wo die Börsen-AG noch immer im Eigentum regionaler Bankenist, gehört die börsennotierte Deutsche Börse AG nach Zeitungsberichten inzwischenmehrheitlich ausländischen Anlegern, vor allem großen Fondsgesellschaften aus den USA.2005 erzwang ein US-Hedgefonds sogar den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der AG.Zu der Deutsche Börse AG gehört das Handelssystem Xetra, die Terminbörse Eurex (zu 50Prozent), das Clearinghaus Clearstream sowie zahlreiche weitere Tochtergesellschaften.Seit 2010 befindet sich die neue Konzernzentrale der Frankfurter Deutschen Börse AG inEschborn. Die Deutsche Börse entschloss sich zu dem Umzug, um Gewerbesteuern zu sparen.Aktuell bemüht sich die Deutsche Börse AG um einen Zusammenschluss mit der weltweitgrößten Börse New York Stock Exchange (Nyse Euronext). Die Folgen für den BörsenplatzFrankfurt sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Mai 2011) nicht abzusehen.(Vgl. u. a. http://deutscheboerse.com/dbag/dispatch/de/kir/gdb navigation/about us/10 Deutsche Boerse Group/30 Company Structure)Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

21. Der Artikel „Rote Karte für 174 Open-Market-Aktien“ berichtet davon, dass in Frankfurt 174AG vom Kurszettel gestrichen werden sollen, die die Anforderungen des Open Markets nichterfüllt haben. Darunter sind auch Aktien („Schmuddelaktien“), die offenbar bewusst fürbetrügerische Manipulationen verwendet worden sind (z.B. Auslösen von Kurssteigerungendurch Empfehlungen von Börsenbriefen aufgrund falscher Erfolgsmeldungen.Inzwischen wurden 126 Titel ganz und endgültig vom Kurszettel gestrichen (Vgl.http://boerse.ard.de/content.jsp?key dokument 577265 vom 30.11.2011).Für den Anleger kann dies nur heißen, dass man selbst Aktien, die an großen Börsen gelistetsind, mit Argwohn betrachten sollte. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie mit niedrigenKursen notieren („Pennystocks“) und auf dubiose, marktschreierische Art empfohlen werden(„einmalige Chance“, „Geheimtipp“, Telefonanrufe, E-Mails, Börsenbriefe,Anlageempfehlungen im Privatfernsehen oder auf Messen oder Börsentagen). In allen Fällensollte man vor dem Kauf sehr sorgfältig recherchieren (Internet, Bankberater), ob es sich beidem angeblichen Geheimtipp nicht um ein Unternehmen handelt, das kurz vor dem Konkurssteht oder sich schon in Insolvenz befindet.22. Offenbar wurde dieses Marktsegment zunehmend von kriminellen Organisationen dazumissbraucht, um nicht werthaltige Emissionen zu lancieren, um Anleger zu schädigen.Michael Zollweg, der Leiter der Handelsüberwachungsstelle der Frankfurter Börse: „In denvergangenen zwei bis drei Jahren hätten die Fälle von Marktmanipulation drastischzugenommen, so der Experte. ‚Da steckt eine Industrie dahinter.‘ Es seien vier bis fünfunterschiedliche Gruppen, schilderte Zollweg, die nichts anderes tun, als Papiere zu listen eine sehr organisierte, arbeitsteilige Vorgehensweise. Die Netze sind laut Zollweg ‚mafiös‘ zunennen‘. Die Tätergruppe sei eine Kette von Auftraggebern aus Ländern mit unzureichenderRegulierung, wie Asien oder China. Oft arbeiten diese Schein-Unternehmen auf modischerGeschäftsgrundlage: Seltene Erden, Öl-Exploration oder Biotech seien [.] derzeit besondersbeliebt. Echten Geschäftsbetrieb gebe es bei diesen Firmen kaum bis gar nicht.“(http://boerse.ard.de/content.jsp?key dokument 590950)Boerse Marksegmente 2011 Loesungen.Doc / Dr. Peter Kührt / Berufsschule 4 Nürnberg / 06.02.2012

Voraussichtlicher Kurswert der zuzulassenden Aktien mindestens 1,25 Millionen Euro betragen (anderen Wertpapieren: Gesamtnennbetrag mindestens 250.000 Euro) . entsprechend hat man beim Kauf einer Siemens-Aktie auch kein Anrecht auf eine bestimmte Aktie (z.B. Nr. 11223345), sondern nur auf eine beliebige Siemens-Aktie.