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BESCHLUSSSAMMLUNG DER KMK, BESCHLUSS-NR. 430Rahmenvereinbarung über Fachschulen(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.11.2002 i. d. F. vom 17.06.2021)SEKRETARIAT DER KULTUSMINISTERKONFERENZBERLIN · Taubenstraße 10 · 10117 Berlin · Postfach 11 03 42 · 10833 Berlin · Telefon 49 30 25418-499BONN · Graurheindorfer Straße 157 · 53117 Bonn · Postfach 22 40 · 53012 Bonn · Telefon 49 228 501-0

-2EinleitungFachschulen sind Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung. Die Bildungsgänge sbildungundanBerufserfahrungen an. Sie führen in unterschiedlichen Organisationsformen desUnterrichts (Vollzeit- oder Teilzeitform) zu einem staatlichen postsekundarenBerufsabschluss nach Landesrecht. Sie können darüber hinaus Ergänzungs- undAufbaubildungsgänge sowie Maßnahmen der Anpassungsweiterbildung anbieten.Fachschulen qualifizieren für die Übernahme von Führungsaufgaben und fördern dieBereitschaft zur beruflichen Selbstständigkeit.Nach Maßgabe der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife inberuflichen Bildungsgängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 05.06.1998 inder jeweils gültigen Fassung) kann zusätzlich die Fachhochschulreife erworben werden.

-3Teil I Allgemeine übergreifende Regelungen1.GeltungsbereichDie Rahmenvereinbarung erfasst-Fachschulen mit mindestens 2.400 Unterrichtsstunden in denFachbereichen Agrarwirtschaft1), Gestaltung, Technik und Wirtschaft-Fachschulen mit mindestens 2.400 Unterrichtsstunden und 1.200 StundenPraxis in den Fachrichtungen Heilerziehungspflege und Sozialpädagogikdes Fachbereichs Sozialwesen-Fachschulen mit mindestens 1.800 Unterrichtsstunden in der FachrichtungHeilpädagogik des Fachbereichs Sozialwesen.2.Errichtung und Betrieb von Fachschulen2.1Für die Errichtung und den Betrieb öffentlicher Fachschulen und Fachschulen infreier Trägerschaft gelten die Bestimmungen der Länder.2.2Den Unterricht an Fachschulen erteilen-in der Regel Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehramt fürFachrichtungen des beruflichen Schulwesens sowie Lehrkräfte mit einemabgeschlossenen Studium an einer Universität oder gleichgestelltenHochschule oder Kunsthochschule mit mehrjähriger Berufserfahrung undpädagogischer Eignung-sonstige Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung und pädagogischerEignung.3.Gliederung der Fachschule3.1Fachschulen2) gibt es für folgende schaft3)SozialwesenBesondere Regelungen zu den Fachbereichen sind in Teil II enthalten.1)2)3)In einzelnen Ländern wird eine einjährige Fachschule mit mindestens 1.200 Unterrichtsstundengeführt.In Bayern erfolgt die Ausbildung teilweise an Fachakademien.In einzelnen Ländern wird die Fachrichtung Hauswirtschaft als eigenständiger Fachbereich geführt.

-43.2Die Fachbereiche gliedern sich in die Fachrichtungen gemäß Anlage.3.3Die Aufnahme weiterer Fachrichtungen in die Liste der Fachrichtungen bedarfder Beschlussfassung durch die Kultusministerkonferenz.3.4Die Länder können zur Berücksichtigung spezieller Erfordernisse mengemeinsamerZieleDifferenzierungen ermöglichen.4.Ziele der Fachschulen4.1Die Fachschulen führen zu qualifizierten Abschlüssen der beruflichenWeiterbildung und haben zum Ziel, Fachkräfte mit in der Regel beruflicherErfahrung zu befähigen,-Führungsaufgaben in Betrieben, Unternehmen, Verwaltungen undEinrichtungen zu übernehmen und/oder-selbstständig verantwortungsvolle Tätigkeiten auszuführen.Die Fachschulen leisten einen Beitrag zur Vorbereitung auf die vereinbarung erfasste Abschlüsse und Zertifikate erworben werden.4.3Der Besuch der Fachschule kann auch die Vorbereitung auf die Meisterprüfungeinschließen.5.Organisationsform, Gliederung und Umfang der Ausbildung5.1Die Ausbildung kann in Vollzeit- oder in Teilzeitform erfolgen. Übergänge von derVollzeit- zur Teilzeitform und umgekehrt sind möglich. Die Ausbildung ist auch ingestufter Form möglich.

-55.2Die Ausbildung gliedert sich in einen Pflichtbereich nach Ziffer 1 und einenWahlbereich. Die Regelung des Wahlbereichs bleibt den Ländern vorbehalten.Von den Unterrichtsstunden des Pflichtbereiches nach Ziffer 1 können bis zu 20v. H., jedoch nicht mehr als 480 Unterrichtsstunden als betreute und durchLehrkräfte vor- und nachbereitete andere Lernformen organisiert werden. Siemüssen in der Stundentafel ausgewiesen werden.5.3Ein Fachschulabschluss kann auf die Ausbildung in einer zweiten Fachrichtungdes Fachbereichs mit bis zu einem Jahr angerechnet werden.5.4Ergänzungsbildungsangebote, die auf einen Fachschulabschluss nach dieserVereinbarung aufbauen und die der Erweiterung der Qualifikation dienen, dauernmindestens 600 Unterrichtsstunden.6.Aufnahmevoraussetzungen6.1Die Aufnahmevoraussetzungen sind in Teil II lassen,inGrenzfällenAusnahmeregelungen zu treffen.7.Lernbereiche im PflichtbereichDer Unterricht im Pflichtbereich umfasst den fachrichtungsübergreifenden undden fachrichtungsbezogenen Lernbereich sowie im Fachbereich Sozialweseneine Praxis in Tätigkeitsfeldern gemäß Teil II. Die Lernbereiche und die Praxissind aufeinander bezogen und ergänzen sich. Sie tragen gemeinsam zurEntwicklung umfassender Handlungskompetenz bei.

-68.Ausbildungsanforderungen8.1Der Unterricht im fachrichtungsübergreifenden Lernbereich dient vorrangig Durchdiefachrichtungsübergreifenden Lernziele und -inhalte ist er besonders geeignet, diedesfachrichtungsübergreifenden Lernbereichs in komplexe Aufgabenstellungen mitfachlichen Bezügen wird die Verzahnung mit dem fachrichtungsbezogenenLernbereich sichergestellt.Der Unterricht im fachrichtungsbezogenen Lernbereich dient dem rbei erhaltenkomplexeAufgabenstellungen, die aus dem zukünftigen beruflichen Einsatzbereichentwickelt werden und damit in besonderer Weise neben der Entwicklung derobengenannten Kompetenzen der Entwicklung der Fachkompetenz dienen,einen besonderen Stellenwert.8.2Unterricht und Ausbildung erfolgen darüber hinaus auf der Grundlage der in Teil usbildungsanforderungen nach den Bestimmungen der Länder.9.Abschlussprüfung9.1Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen, mit der die inder Ausbildung erworbene Gesamtqualifikation festgestellt wird.9.2Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung. Mündliche undpraktische Prüfungen werden nach den Regelungen im Teil II und denBestimmungen der Länder durchgeführt.9.3In der schriftlichen Prüfung werden mindestens drei Arbeiten, in denFachbereichen Sozialwesen und Agrarwirtschaft mindestens zwei Arbeiten, ausdem fachrichtungsbezogenen Lernbereich angefertigt. Die Prüfungsdauerbeträgt dafür insgesamt mindestens neun Zeitstunden, in den FachbereichenSozialwesen und Agrarwirtschaft mindestens sechs Zeitstunden.

-79.4Eine der schriftlichen Prüfungsarbeiten kann durch eine schriftliche Facharbeitmit anschließender Präsentation der Ergebnisse im Rahmen eines Kolloquiumsunter prüfungsgemäßen Bedingungen ersetzt werden.10.Ergebnis der Abschlussprüfung10.1 Das Gesamtergebnis der Ausbildung lautet "bestanden" oder "nicht bestanden".10.2 Die Ausbildung ist insgesamt erfolgreich abgeschlossen, wenn alle Noten desAbschlusszeugnisses mindestens ausreichend sind. Abweichend davon richtetsich ein Notenausgleich für nicht ausreichende Einzelnoten nach denBestimmungen der Länder.11.Abschlusszeugnis und Berufsbezeichnung11.1 Wer die Prüfung bestanden hat und die weiteren nach den Bestimmungen derLänder erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält ein Abschlusszeugnis. Mitdem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung"Staatlich geprüfter . und Staatlich geprüfte ." bzw. "Staatlich anerkannter .und Staatlich anerkannte ." nach Maßgabe der in Teil II genannten Regelungenzu führen.11.2 Die Länder können vorsehen, dass die Berufsbezeichnung in Verbindung mit derFachrichtung geführt wird.Bestehende abweichende Fachrichtungs- und Berufsbezeichnungen nach denBestimmungen der Länder sind möglich, wenn- beim Erwerb des Berufsabschlusses die Vorgaben der vorstehendenRahmenvereinbarung beachtet werden und- im Abschlusszeugnis eine Gleichstellung mit einer einschlägigenBerufsbezeichnung nach dieser Rahmenvereinbarung vorgenommen wird.11.3 Die Länder können vorsehen, dass die Berufsbezeichnung durch denKlammerzusatz „Bachelor Professional in ‚Bezeichnung des Fachbereiches nachZiffer 3.1‘“ ergänzt wird.

-812.Zuerkennung des Mittleren henden Organisationsformen kann entsprechend verfahren werden. Aufdie "Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im SekundarbereichI" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 03.12.1993 in der jeweilsgeltenden Fassung) einschließlich des Beschlusses der Kultusministerkonferenzvom 10.05.2001 zu Ziffer 3.2 der vorgenannten Vereinbarung sowie auf die"Standards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch,Mathematik und erste Fremdsprache" (Beschlüsse der Kultusministerkonferenzvom 04.12.2003) wird verwiesen.13.Prüfung für Nichtschüler und Nichtschülerinnen13.1 Eine Prüfung für Nichtschüler und Nichtschülerinnen kann vorgesehen werden.13.2 Zur Prüfung wird zugelassen, wer die Aufnahmevoraussetzungen für dieFachschule erfüllt. Darüber hinaus müssen Vorbildung und Berufsweg erwartenlassen, dass Kompetenzen erlangt wurden, wie sie an einer entsprechendenFachschule vermittelt werden.13.3 Die Prüfung kann nicht früher abgelegt werden, als es bei einemFachschulbesuch möglich gewesen wäre.13.4 Die Prüfung soll sich auf den gesamten Inhalt der Ausbildung beziehen. Umfangund Anforderungen dürfen nicht hinter jenen der Abschlussprüfung für Schülerzurückstehen und müssen denen der Fachschule entsprechen.13.5 Nach bestandener Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, aus dem hervorgeht, dass diePrüfung für Nichtschüler und Nichtschülerinnen abgelegt wurde.13.6 Die Empfehlungen zur Gestaltung von Nichtschülerprüfungen zum Nachholenschulischer Abschlüsse (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 26.04.1996in der jeweils geltenden Fassung) gelten entsprechend.

-914.Prüfung für Fernlehrgangsteilnehmer und FernlehrgangsteilnehmerinnenDie Vorbereitung durch Fernlehrgänge, die von der staatlichen Zentralstelle fürFernunterricht zugelassen oder als geeignet anerkannt sind, soll bei der Prüfunggemäß Artikel 13 des Staatsvertrages über das Fernunterrichtswesen vom16.02.1978, geändert durch Staatsvertrag vom 04.12.1991, berücksichtigtwerden.15.Gegenseitige reinbarungerteiltenAbschlusszeugnisse gegenseitig an.Ein gemäß dieser Rahmenvereinbarung in allen Ländern in der BundesrepublikDeutschland anerkanntes Zeugnis enthält folgenden Hinweis:"Der Abschluss der Fachschule entspricht der Rahmenvereinbarung überFachschulen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom . in der jeweilsgültigen Fassung) und wird von allen Ländern in der BundesrepublikDeutschland anerkannt."16.SchlussbestimmungenDie vorliegende Rahmenvereinbarung ersetzt die "Rahmenvereinbarung überFachschulen" vom 07.11.2002 i. d. F. vom 10.09.2020.

- 10 Teil IIRegelungen zu den FachbereichenAgrarwirtschaft, Gestaltung, Technik, Wirtschaft, Sozialwesen

- 11 Fachbereich Agrarwirtschaft1.Ausbildungsziel, Qualifikationsprofil und TätigkeitsbereichZiel der Ausbildung im Fachbereich Agrarwirtschaft ist es, Fachkräfte mitgeeigneter Berufsausbildung und Berufserfahrung vorrangig zur Leitung eigenerUnternehmen, aber auch für Arbeiten und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebenein der Agrarverwaltung und in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagertenlandwirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen zu qualifizieren.Die Absolventen und Absolventinnen müssen u. a. in der Lage sein,selbstständig Probleme ihres Berufsbereiches bzw. Unternehmens zu erkennen,zu analysieren, zu strukturieren, zu beurteilen und Wege zur Lösung dieserProbleme zu finden. Weiterhin müssen sie zu unternehmerischem Denken undverantwortlichem Handeln befähigt sein. Das schließt auch die Fähigkeit ein,Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (insbesondere Auszubildende) anzuleiten, zuführen, zu motivieren und zu beurteilen. Dabei gewinnt auch die Fähigkeit zurTeamarbeit an Bedeutung. Darüber hinaus verlangen die zunehmendeBedeutung fremdsprachiger Informationen sowie die auch in der Agrarwirtschaftzunehmenden internationalen Verflechtungen fremdsprachliche Kenntnisse.Auf die erforderliche Spezialisierung reagiert der Fachbereich Agrarwirtschaft durchzunehmende Profilierung und durch Differenzierungsangebote innerhalb desfachrichtungsbezogenen Bereichs bzw. der Ergänzungskurse.Die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten umfassen die Leitung landwirtschaftlicherBetriebe bzw. von Betriebsteilen größerer landwirtschaftlicher Unternehmen sowieTätigkeiten in den Bereichen: Betriebsorganisation, Beratung, Marketing, Service,Kundendienst und im Management landwirtschaftsbezogener Unternehmen undVerwaltungen.Die Ausbildung in den Fachschulen für Agrarwirtschaft mit mindestens 1.200Unterrichtsstunden erfolgt in den in der Anlage genannten Fachrichtungen.Die Fachschule für Agrarwirtschaft wird auch als Bildungsgang mit mindestens2.400 Unterrichtsstunden sowie als Fachrichtung in den Fachbereichen Technikund Wirtschaft angeboten. Der Besuch des ersten Jahres der Fachschule fürAgrarwirtschaft kann auch der Vorbereitung auf die Meisterprüfung dienen.

- 12 2.Aufnahmevoraussetzungen2.1Die Aufnahme in eine Fachschule für Agrarwirtschaft erfordert mindestens-den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen derLänder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtungeinschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeitvon mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweitwährend der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuchbestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenktenPraktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet gertsichdannentsprechend.oder-den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstandund eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hieraufkann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnetwerden.2.2Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligenFachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägigsind.3.Rahmenstundentafeln für die Fachschule für Agrarwirtschaft3.1Rahmenstundentafel der Fachschule für Agrarwirtschaft mit mindestens bergreifenderLernbereichFachrichtungsbezogener LernbereichInsgesamtZeitrichtwerte in Unterrichtsstunden400 - 6001.800 - 2.0002.400

- 13 3.2Rahmenstundentafel der Fachschule für Agrarwirtschaft mit mindestens 1.200UnterrichtstundenLernbereicheZeitrichtwerte in bereich200 - 300Fachrichtungsbezogener Lernbereich900 - 1.000Insgesamt4.1.200AbschlussprüfungDie Prüfung für die Fachschule mit mindestens 1.200 Unterrichtsstunden erfolgtunter folgenden Bedingungen:4.1Die schriftliche Prüfung soll in mindestens zwei Fächern durchgeführt werden.4.2Die Gesamtdauer der schriftlichen Prüfung soll mindestens 6 Zeitstundenbetragen.4.3Die mündliche Prüfung kann sich auf alle Unterrichtsfächer erstrecken.4.4Die Dauer einer praktischen Prüfung richtet sich nach den Anforderungen derjeweiligen Fachrichtung.5.Berufsbezeichnung und BerechtigungenMit dem Abschlusszeugnis für die Fachschule mit mindestens 1.200Unterrichtsstunden ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung"Staatlich geprüfter Wirtschafter und Staatlich geprüfte Wirtschafterin" unterAngabe der Fachrichtung zu führen. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zumEintritt in das zweite Jahr des entsprechenden Fachschulbildungsganges, soferndie übrigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt ens2.400Unterrichtsstunden ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung"Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt und Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin"zu führen.

- 14 Fachbereich Gestaltung1.Ausbildungsziel, Qualifikationsprofil und TätigkeitsbereichZiel der Ausbildung im Fachbereich Gestaltung ist es, Fachkräfte mit geeigneterBerufsausbildung und Berufserfahrung zu produkt- bzw. handwerksgerechterGestaltung, für Aufgaben im mittleren Führungsbereich von Unternehmen undzur unternehmerischen Selbstständigkeit zu befähigen.Die Absolventen und Absolventinnen müssen in der Lage sein, Entwurfs- undFertigungsaufgaben produkt- und marktbezogen selbstständig zu bearbeiten undunter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte zu lösen. Die Fähigkeitender künstlerischen, modischen Gestaltung und der handwerklich, technischenRealisierung bedingen einander und sind in vielfältiger Weise miteinanderverbunden und aufeinander bezogen.Der Fachbereich Gestaltung hat einen hohen Differenzierungsgrad; je nachTätigkeitsbereich steht das Entwerfen, das Gestalten oder die werktechnischeRealisierung im Vordergrund.Die Ausbildung berücksichtigt künstlerische sowie fertigungstechnische undgegebenenfalls modische Aspekte.2.Aufnahmevoraussetzungen2.1Die Aufnahme in eine Fachschule für Gestaltung erfordert mindestens-den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen derLänder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtungeinschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeitvon mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweitwährend der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuchbestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenktenPraktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet itformverlängertsichdann

- 15 oder-den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstandund eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hieraufkann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnetwerden.2.2Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligenFachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägigsind.3.Rahmenstundentafel für die Fachschule für Gestaltung mit mindestens2.400 UnterrichtsstundenLernbereicheZeitrichtwerte in bereich400 - 600Fachrichtungsbezogener Lernbereich1.800 - 2.000Insgesamt4.2.400AbschlussprüfungAbweichend von Ziffer 9.4 (Teil I) kann anstelle der schriftlichen Facharbeit mitanschließender Präsentation eine praktische Prüfung durchgeführt tdieBerechtigungverbunden,dieBerufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Gestalter und Staatlich geprüfteGestalterin" zu führen.

- 16 Fachbereich Technik1.Ausbildungsziel, Qualifikationsprofil und TätigkeitsbereichZiel der Ausbildung im Fachbereich Technik ist es, Fachkräfte mit Lösungtechnisch-Führungsaufgabenimbetrieblichen Management auf der mittleren Führungsebene sowie für dieunternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.Die Ausbildung orientiert sich an den Erfordernissen der beruflichen Praxis undbefähigt die Absolventen und Absolventinnen, den technologischen Wandel zubewältigen und die sich daraus ergebenden Entwicklungen der gien-verbundenmitderFähigkeitkostenbewusst zu handeln und Fremdsprachenkenntnisse anzuwenden - wirddeshalb auf der Basis des fachrichtungsspezifischen Vertiefungswissens in derAusbildung besonderer Wert beigemessen. Der Fähigkeit, Mitarbeiter undMitarbeiterinnen anzuleiten, zu führen, zu motivieren und zu beurteilen - sowieder Fähigkeit zur Teamarbeit kommen im Zusammenhang mit den speziellenfachlichen Kompetenzen große Bedeutung zu.Die Absolventen und Absolventinnen müssen vor diesem Hintergrund in der chendenAufgabenbereiches zu erkennen, zu analysieren, zu strukturieren, zu beurteilenund Wege zur Lösung dieser Probleme in wechselnden Situationen zu finden.2.Aufnahmevoraussetzungen2.1Die Aufnahme in die Fachschule für Technik erfordert mindestens-den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen derLänder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtungeinschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeitvon mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweitwährend der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuch

- 17 bestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenktenPraktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet gertsichdannentsprechend.oder-den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstandund eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hieraufkann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnetwerden.2.2Für den Zugang zu den Fachrichtungen Nautik und Schiffsbetriebstechnik findenabweichend von Ziffer 2.1 die Bestimmungen der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung (SchOffzAusbV) in der jeweils gültigen Fassung Anwendung.2.3Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligenFachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägigsind.3.Rahmenstundentafel für die Fachschule für Technik mit mindestens 2.400UnterrichtsstundenLernbereicheZeitrichtwerte in bereich400 - 600Fachrichtungsbezogener Lernbereich1.800 - ezeichnung "Staatlich geprüfter Techniker und Staatlich geprüfteTechnikerin" zu führen.

- 18 Fachbereich Wirtschaft1.Ausbildungsziel, Qualifikationsprofil und TätigkeitsbereichZiel der Ausbildung im Fachbereich Wirtschaft ist es, Fachkräfte mit geeigneterBerufsausbildung und Berufserfahrung für betriebswirtschaftliche branchen- undfunktionsbezogene Tätigkeiten und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene ingrößeren Unternehmen sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zuqualifizieren.Der Tätigkeitsbereich der Absolventen und Absolventinnen umfasst gestaltendenEntscheidungsvorgaben einerseits und für ihre Umsetzung erforderlichenausführenden Maßnahmen und Tätigkeiten andererseits. Bei der Einführungneuer betrieblicher Organisationsstrukturen, neuer Technologien oder derFestlegung neuer, marktabhängiger Ziele obliegt ihm bzw. ihr die Aufgabe einermöglichst reibungslosen Realisierung im eigenen Zuständigkeitsbereich.Die Absolventen und Absolventinnen müssen in der Lage sein, mit derübergeordneten Entscheidungsebene und Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen imTeam produktiv zusammenzuarbeiten und die im Rahmen seines bzw. trieblicheneineumfassendeKommunikationsfähigkeit voraus, die auch die Fähigkeit der Problemdarstellung,zum Berichten, zur Beschreibung eigener Vorstellungen und Ideen einschließt.Die Fähigkeit, Fremdsprachenkenntnisse in Erfüllung betrieblicher Aufgabengezielt anzuwenden, gewinnt angesichts der zunehmenden internationalenVerflechtung immer mehr an Bedeutung.Der Fachbereich Wirtschaft kann branchenspezifisch, funktionsspezifisch oderallgemein-betriebswirtschaftlich ausgerichtet sein.

- 19 2.Aufnahmevoraussetzungen2.1Die Aufnahme in eine Fachschule für Wirtschaft erfordert mindestens-den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen derLänder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtungeinschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeitvon mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweitwährend der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuchbestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenktenPraktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet gertsichdannentsprechend.oder-den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstandund eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hieraufkann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnetwerden.2.2Die Länder können festlegen, welche Berufe für die jeweiligen Fachrichtungen,gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägig ungs-undVersorgungsmanagement wird abweichend von den vorgenannten Bedingungenzugelassen, wer-einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkanntenBildungsabschlussund-entweder eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung mit einerRegelausbildungsdauer von 3 Jahren-oder den Abschluss einer Berufsfachschule einschlägiger Fachrichtungund eine mindestens zweijährige berufliche Tätigkeit oder ein mindestenseinjähriges Praktikum in hauswirtschaftlichen Mittel- oder Großbetriebennachweist.

- 20 An die Stelle der Berufsausbildung nach Satz 1 kann eine einschlägige für denBesuch der Fachschule förderliche Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahrentreten. Hierauf kann die selbstständige Führung eines Mehrpersonenhaushaltesmit bis zu 2 Jahren angerechnet werden.3.Rahmenstundentafel für die Fachschule für Wirtschaft mit mindestens2.400 UnterrichtsstundenLernbereicheZeitrichtwerte in bereich400 - 600Fachrichtungsbezogener Lernbereich1.800 - eichnung "Staatlich geprüfter Betriebswirt und Staatlich geprüfteBetriebswirtin" bzw. in der Fachrichtung Hauswirtschaft die Berufsbezeichnung"Staatlich geprüfter hauswirtschaftlicher Betriebsleiter und Staatlich geprüftehauswirtschaftliche Betriebsleiterin" zu führen.

- 21 Fachbereich SozialwesenFachrichtung Sozialpädagogik1.Ausbildungsziel, Qualifikationsprofil und TätigkeitsbereichZiel der generalistischen Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher ist dieBefähigung, Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben von Kindern,Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach dem Achten Sozialgesetzbuch(SGB VIII) in den Arbeitsfeldern-Tageseinrichtungen für Kinder,-Schulischer Bereich,-Hilfen zur Erziehung,-Eingliederungshilfe und-Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeitselbstständig und eigenverantwortlich wahrzunehmen. Die generalistischeAusbildung gewährleistet damit den Zugang zu und die Mobilität zwischenunterschiedlichen Arbeitsfeldern im Laufe des Berufslebens.Verbindliche Grundlage für die Ausbildung ist das „KompetenzorientierteQualifikationsprofil für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern anFachschulen und Fachakademien“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom01.12.2011 in der jeweils gültigen Fassung).2.Aufnahmevoraussetzungen2.1Zur Ausbildung wird zugelassen, wer-einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkanntenBildungsabschluss nachweistund-über eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder eine nachden Bestimmungen der Länder als gleichwertig anerkannte einschlägigeQualifizierung verfügt.

- 22 2.2Zur Ausbildung kann auch zugelassen werden, wer-einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkanntenBildungsabschluss nachweist und über eine abgeschlossene mindestenszweijährige Berufsausbildung nach Bundes- oder Landesrecht verfügtoderüber eine Hochschulzugangsberechtigung ischeTätigkeitenindenArbeitsfeldern nach Ziffer 1 nachweist. Inhalt und Umfang dersozialpädagogischen Tätigkeiten richten sich nach den Bestimmungen derLänder.2.3In Ausnahmefällen kann zudem zur Ausbildung zugelassen werden, wer-einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkanntenBildungsabschlussund-einschlägige mehrjährige berufliche Tätigkeiten nachweist. Inhalt undUmfang der beruflichen Tätigkeiten richten sich nach den Bestimmungender Länder.3.Rahmenstundentafel und Organisation der destens2.400Unterrichtsstunden und mindestens 1.200 Stunden schulisch begleitete Praxis insozialpädagogischen Arbeitsfeldern. Sie dauert in der Vollzeitform in der Regeldrei Jahre und in der Teilzeitform entsprechend länger. Die praktischeAusbildung findet in unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfelderngemäß Ziffer 1 statt.4)Die Erzieherausbildung erfolgt in Nordrhein-Westfalen auch an Berufskollegs in Bildungsgängen, diezur Allgemeinen Hochschulreife führen.

- 23 -LernbereicheZeitrichtwerte der LernbereichmindestensFachrichtungsbezogener Lernbereichmindestens 1.800*)Schulisch begleitete Praxis in densozialpädagogischen Arbeitsfeldernmindestens 1.200Insgesamt3.600*) Die Differenz zum Mindestgesamtumfang ist länderspezifisch auszugleichen.Die Abstimmung und Verzahnung von Theorie- und Praxisphasen bildet dieGrundlage für die Ausbildung, die in zwei Organisationsformen durchgeführtwerden kann:3.1Die praxisintegrierte Ausbildung verknüpft fachtheoretische und fachpraktischeAusbildungsphasen über die gesamte Ausbildungsdauer hinweg.3.2Die konsekutive Ausbildung gliedert sich in eine überwiegend berwiegendpraktischenAusbildungsphase.4.Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen auf die Ausbildungsdauer4.1Anrechnung einschlägiger beruflicher K

- im Abschlusszeugnis eine Gleichstellung mit einer einschlägigen Berufsbezeichnung nach dieser Rahmenvereinbarung vorgenommen wird. 11.3 Die Länder können vorsehen, dass die Berufsbezeichnung durch den Klammerzusatz „Bachelor Professional in ‚Bezeichnung des Fachbereiches nach Ziffer 3.1‘“ ergänzt wird.