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Erneuerbare Energien inÖsterreich 2016Der jährliche Stimmungsbarometerösterreichischer Haushalte zuerneuerbaren EnergienEine Studie von Wirtschaftsuniversität Wien, Deloitte Österreich und Wien Energie

HerausgeberInstitut für Strategisches Management, Wirtschaftsuniversität WienDas Institut für Strategisches Management (Leiter: Univ.-Prof. Dr. Werner H. Hoffmann) am Departmentfür Strategy & Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien wurde im August 2011 gegründet. Nebenden Forschungsschwerpunkten im Bereich strategische Allianzen, Allianzportfolios und CorporateGovernance wurde im Frühjahr 2013 der Energy & Strategy Think Tank in Kooperation mit OMV AGgegründet. Der Think Tank beschäftigt sich mit strategischen Fragestellungen der Energiewirtschaft,und insbesondere mit der Veränderung von Industriearchitekturen, strategischen Allianzen, disruptivenTechnologien, Geschäftsmodellinnovation und Energiepolitik.Im Bereich der Lehre setzt das Institut gemeinsam mit den anderen Instituten des Departments seit2011 Maßstäbe mit dem 4-semestrigen englischsprachigen Masterstudium für Strategy, Innovation undManagement Control (SIMC).www.wu.ac.at/ismDeloitte ÖsterreichDeloitte ist in der Beratung von Unternehmen und Kommunen im Stromsektor marktführendunter den „Big Four“ Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften. Mit 60 Energy& Resources ExpertInnen in Österreich und 8.000 E&R ExpertInnen weltweit berät und prüftDeloitte 70 % der Fortune Global 500 E&R Unternehmen. Die Entwicklung der Energiewirtschaftins neue Energiezeitalter ist geprägt von einer Vielzahl an Chancen und Herausforderungen wiedezentralen Lösungen in Kommunen, intelligenten Stromnetzen, Liberalisierung, Unbundling,Versorgungssicherheit, CO2 Emissionen und erneuerbaren Energien. Durch jahrelangeProjekterfahrung kennt Deloitte die Dynamik des Energiesektors und die Herausforderungenvon Bürgerbeteiligungen. In der täglichen Auseinandersetzung mit den Trends und Risiken derEnergiebranche entwickelt Deloitte innovative Lösungen für Unternehmen sowie Kommunen undunterstützt dabei, eine Energielandschaft zu schaffen, die wettbewerbsfähiger, nachhaltiger undsicherer ist.Deloitte Österreich ist der führende österreichische Anbieter von Professional Services. Mit 1.200MitarbeiterInnen an zehn Standorten betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen in den BereichenWirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Financial Advisory. Deloitte bezieht sich aufDeloitte Touche Tohmatsu Limited, eine „UK private company limited by guarantee“ und/oder ihrNetzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig undunabhängig. Nähere Informationen über die rechtliche Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limitedund ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie unter www.deloitte.com/about.www.deloitte.atWien EnergieWien Energie ist für die zuverlässige Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Kälte von rund zweiMillionen Menschen, 230.000 Gewerbe- und Industrieanlagen sowie 4.500 landwirtschaftlichenBetrieben im Großraum Wien verantwortlich. Zu den Aufgaben des Unternehmens zählen die Energie produktion, Abfallverwertung, Energieberatung und Energiedienstleistungen, Gebäudewartung(Facility Management) und Telekommunikation.Wien Energie setzt in den nächsten Jahren auf den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien, dieEinführung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie die Steigerung der Energieeffizienz. Neben denhocheffizienten thermischen Kraftwerken betreibt Wien Energie mehrere Wasserkraftwerke, Windparkund Photovoltaikanlagen, Müllverbrennungsanlagen sowie Österreichs größtes Wald-BiomasseKraftwerk. Wien Energie kann bereits jetzt 800.000 Menschen mit Naturstrom versorgen. DezentraleErzeugungsformen, innovative Kundenlösungen und E-Mobilität werden an Bedeutung gewinnen.Der Fokus liegt in den nächsten Jahren klar auf mehr Komfort und Service beim Kunden.www.wienenergie.atDezember 20162

Inhalt0405061618Key FindingsStimmungs ndRegionalitätStromspeicher80% der Haushalte isteine Wärmeversorgungaus erneuerbarenEnergiequellen wichtig.Der durchschnittlicheHaushalt wünscht sichnahezu 100% Grünstromaus Österreich.29Die Akzeptanz vonerneuerbaren Energie technologien ist itätDigitalisierung ImpressumWeiterhin können sich44% vorstellen, in einBürgerbeteiligungsprojektzu investieren.Nahezu die Hälfte allerBefragten könnte sichvorstellen, ein Elektroautozu kaufen.Die österreichischenHaushalte stehen einerDigitalisierung derEnergiewirtschaft weiterhinpositiv gegenüber.Rund zwei Drittel derHaushalte, die einePhotovoltaikanlageplanen, überlegeneinen Stromspeicher zuinstallieren.30StichprobeLiteraturverzeichnis02

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 EinleitungEinleitungDie Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris stellen einengroßen Erfolg im Klimaschutz dar. Sie sind allerdings auchein Appell an die Staaten, die Ziele und Maßnahmen ihrernationalen Klima- und Energiestrategien zu reflektierenund falls nötig, auch ihre Anstrengungen zu erhöhen, umdie globale Erwärmung auf deutlich unter 2 C, möglichstaber auf 1,5 C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zubeschränken.Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergie verbrauch liegt in Österreich weit über dem Durchschnitt dereuropäischen Union. Ein Grund dafür ist die TopographieÖsterreichs, die einen hohen Anteil an Wasserkraft undBiomasse im Energiemix möglich macht. Aber auch derAnteil an Windkraft, Photovoltaik und Geothermie an derStromerzeugung ist kontinuierlich gestiegen und macht in2015 9% aus. Gemeinsam mit Wasserkraft und Biomasseliegt der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix in2015 bei 77%.1 Im Wärme- und Mobilitätsbereich hinktÖsterreich allerdings etwas hinterher. Eine erste Abschätzungdes Umweltbundesamts zeigt, dass durch die Zunahmeder Stromproduktion aus Gaskraftwerken, einen erhöhtenHeizbedarf und ein gestiegenes Verkehrsaufkommen dieTreibhausgasemissionen voraussichtlich von 2014 auf 2015um rund 3,2% angestiegen sind.2Bis zum Jahr 2030 hat sich die EU das Ziel gesetzt, denCO2-Ausstoß um mindestens 40% im Vergleich zu 1990zu reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien amEnergieverbrauch auf 27% sowie die Energieeffizienzum 27% zu erhöhen. Die Mitgliedsländer der EU sindangehalten, diese Ziele in einer Energie- und Klimastrategiefür 2030 – und in einer längerfristigen Perspektive bis2050 – zu verankern. Österreich ist derzeit dabei, einWeißbuch zur integrierten Energie- und Klimastrategiezu erarbeiten. Den Anteil erneuerbarer Energien imWärme- und Mobilitätsbereich zu erhöhen, wird nebenEnergieeffizienzmaßnahmen im Fokus stehen müssen, umdie Treibhausgasemissionen weiter zu verringern.Das Potenzial für die Nutzung von erneuerbaren Energienin Österreich ist hoch. Wesentlich ist allerdings, dass dieÖsterreicherinnen und Österreicher den Transfer zu einemnachhaltigen Energiesystem entsprechend mittragen, um031Statistik Austria (2016).2Umweltbundesamt (2016).3Wirtschaftsuniversität Wien, Deloitte Österreich und Wien Energie (2015).dadurch dieses Potenzial auch ausschöpfen zu können.Mit ihren tagtäglichen Entscheidungen in Bezug auf dieEnergieversorgung und ihr Konsumverhalten leisten sie einenwesentlichen Beitrag zur Umstellung des Energiesystems.Die vorliegende Studie gibt einen Einblick in das energierelevante Verhalten, die Meinungen und Einstellungen derÖsterreicherinnen und Österreicher, ihre Wünsche undBedenken rund um die aktuellen Themen einer nachhaltigenEnergieversorgung, wie erneuerbare Energietechnologien,Grünstrom, Stromspeicher, Bürgerbeteiligung,Elektromobilität und Digitalisierung.Die diesjährige Befragung baut auf der Umfrage aus demletzten Jahr3 auf und wurde an manchen Stellen überarbeitetund erweitert. Beispielsweise wurden die Kapitel zum ThemaWärme und Elektromobilität weiter ausgebaut. In allenThemenblöcken wurde ein Teil der Fragen konstant gehalten,um Vergleiche zur Umfrage von 2015 ziehen und somit eineVeränderung des „Stimmungsbildes“ der österreichischenHaushalte in Bezug auf erneuerbare Energien aufzeigen zukönnen.Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Akzeptanzvon erneuerbaren Energien weiterhin hoch ist. DieÖsterreicher innen und Österreicher wünschen sich vorallem erneuerbare Energien im Strommix, der „Made inAustria“ ist und am besten sogar aus der Region kommt.Im Wärmesektor punkten erneuerbare Energietechnologienbei den österreichischen Haushalten mit einer höherenWirtschaftlichkeit im Vergleich zu fossil befeuertenHeizanlagen. Im Bereich der Mobilität, kann sich dieHälfte der Studienteilnehmer vorstellen, ein Elektroautozu kaufen, vor allem wenn die Barriere der höherenAnschaffungskosten durch finanzielle Anreize verringertwird und sich die Lademöglichkeiten sowie die Reichweiteder Elektroautos erhöhen. Die Voraussetzung ist allerdings,dass der Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommt, daaus der Sicht der österreichischen Haushalte vor allem derUmwelt- und Klimaschutz sowie die Emissionsfreiheit für dieElektromobilität spricht.

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Key FindingsKey FindingsErneuerbare WärmeversorgungErneuerbareWärmeversorgung80%ist eine Wärmeversorgungaus erneuerbarenEnergiequellen wichtigIm Vergleich zu fossilen punktenerneuerbare Heizungsanlagen vorallem durch ihre WirtschaftlichkeitPhotovoltaik33%67%der geplanten Photovoltaikanlagen sollen nochin den nächsten 2 Jahren umgesetzt werdenin den nächsten 5 JahrenGrünstrom und Regionalität95%Grünstrom ist derWunschstrom derösterreichischenHaushalte83%wollen Stromaus Österreich18%sogar Strom ausder eigenenRegionStromspeicher62%der Hauseigentümer denkendarüber nach, zur geplantenPhotovoltaikanlage einenStromspeicher zu installieren14%haben sich bereits dafürentschiedenElektromobilität49%können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufenAttraktivste Förderungen sind. freies Aufladen an öffentlichen Ladestationen. Befreiung von Normverbrauchsabgabe undmotorbezogener Versicherungssteuer. Kaufprämie als Zuschuss zu Anschaffungskosten04

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 StimmungsbarometerStimmungsbarometerErneuerbare Energienin Österreich 2016Die Akzeptanz von erneuerbarenEnergietechnologien ist weiterhinhochDie Studie zeigt, dass die Akzeptanz von erneuerbaren Energienweiterhin hoch ist. In Bezug auf die mittlere Akzeptanz überalle Bundesländer schneiden im Vergleich mit Windturbinenund ökologischen Kleinwasserkraftwerken insbesonderePhotovoltaikanlagen gut ab. Im Bundesländervergleichzeichnet sich eine Tendenz ab, dass 2016 die Akzeptanz fürWindkraftanlagen in Vorarlberg (77% 4) und der Steiermark (77%)am höchsten ist, während sie in Kärnten (64%) am niedrigstenausfällt. Vorarlberg ist auch in punkto Akzeptanz von ökologischenKleinwasserkraftwerken (81%) und Photovoltaikanlagen (91%)Spitzenreiter während sich im Burgenland die geringsteAkzeptanz von ökologischen Kleinwasserkraftwerken (67%)und in Oberösterreich (79%) die niedrigste Akzeptanz fürPhotovoltaikanlagen abzeichnet. Insgesamt zeigen die Ergebnissejedoch, dass im Mittel über alle Energietechnologien immerdeutlich mehr als zwei Drittel der Befragten den Bau einer Anlagein ihrer Wohngemeinde gutheißen würden.5Akzeptanz von erneuerbaren 81%W84%KTN74%4% der Befragten, die zustimmen/eher zustimmen, dass sie ein Projekt dieser Art in ihrer Wohngemeinde gutheißen würden.5Siehe auch S. 14, Abbildung 17. In der Studie wurden stellvertretend nur für die angeführten erneuerbaren Energietechnologien Daten erhoben.

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienErneuerbare Energietechnologien80% der Haushalte ist eine Wärmeversorgung aus erneuerbarenEnergiequellen wichtigWeiterhin ist Umwelt- und Klimaschutz derwichtigste Vorteil und fehlende finanzielleMöglichkeiten die wichtigste Barriere bei derNutzung von erneuerbaren Energietechnologienin österreichischen Haushalten.Rund 33% der primären und sekundärenHeizanlagen der befragten Haushalte nutzenerneuerbare Energien.80% der Befragten geben allerdings an, dassihnen eine Wärmeversorgung basierend auferneuerbaren Energien äußerst wichtig bzw.wichtig ist.Heizsysteme, die auf erneuerbaren Energienbasieren, werden als wirtschaftlicherwahrgenommen als fossil befeuerteHeizungsanlagen.Ca. 12% der befragten Österreicherinnenund Österreicher können sich vorstellen, einePhotovoltaikanlage zu leasen.Die Akzeptanz von Windkraft ist im Vergleich zumVorjahr geringfügig gestiegen.06

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienSoziopolitische Akzeptanz: Gründefür und gegen erneuerbareEnergietechnologienAls die drei wichtigsten Gründe, die für die Wirtschaftlichkeit vonerneuerbaren Energien sprechen, geben die Befragten im Vergleich zum Vorjahr weiterhin am häufigsten die Einsparmöglichkeitdurch den Einsatz von eigens geschaffener Energie an (66% derBefragten). Dies spiegelt den Unabhängigkeitsgedanken widerund zeigt, dass die österreichischen Haushalte nicht nur Energieverbrauchen, sondern auch selbst erzeugen wollen (Stichwort„Prosumer“). An die zweite Stelle wählen die Studienteilnehmerdie kurze Amortisationszeit (37%) und an dritter Stelle landen diegeringeren Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlicherEnergieversorgung (29%). Die Verfügbarkeit von öffentlichenFördergeldern wird nur von 20% der Befragten als wichtig fürdie Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energietechnologienbetrachtet.Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine Veränderung bei den zweiwichtigsten Vorteilen von erneuerbaren Energietechnologien: DerSchutz der Umwelt bzw. des Klimas (86% der Befragten) und dieWirtschaftlichkeit (82%) sind weiterhin die Gründe, die aus Sichtder österreichischen Bevölkerung insbesondere für den Einsatzvon erneuerbaren Energien sprechen. An dritter Stelle steht für dieÖsterreicherinnen und Österreicher die größere Unabhängigkeitvon Energielieferanten (78%).Als spontane Assoziationen zum Begriff „Erneuerbare Energie“nennen die Studienteilnehmer am häufigsten die Solarenergiebzw. Photovoltaik, gefolgt von Windenergie, Wasserkraft undHolz bzw. Biomasse. Die österreichische Bevölkerung verbindetmit erneuerbaren Energien auch offen gefragt die BegriffeNachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung.Als die wichtigsten Barrieren bei der Nutzung von erneuerbaren Energietechnologien werden weiterhin fehlendefinanzielle Möglichkeiten (62%) und dadurch die Notwendigkeit,einen Kredit aufnehmen zu müssen (57%) sowie ein zu langerInvestitionszeitraum (55%) angesehen.1Soziale Akzeptanz von erneuerbaren EnergietechnologienAbbildung 1: Dreieck der sozialen Akzeptanz von erneuerbarenEnergietechnologien (Wüstenhagen, Wolsink und Bürer, 2007)Die wissenschaftliche Literatur unterscheidet im sogenanntenAkzeptanzdreieck6 drei Dimensionen der sozialen Akzeptanzvon erneuerbaren Energietechnologien:SoziopolitischeAkzeptanz1. Soziopolitische Akzeptanz, die sich auf die generelleEinstellung der Bevölkerung und der politischenEntscheidungsträger hinsichtlich erneuerbare Energienbezieht. Bevölkerung Hauptakteure Politische Entscheidungsträger2. Marktakzeptanz, die sich auf die Bereitschaft vonKonsumenten, Investoren und Firmen bezieht, inerneuerbare Energietechnologien zu investieren.LokaleAkzeptanzMarktakzeptanz Verfahrensgerechtigkeit Verteilungsgerechtigkeit Vertrauen3. Lokale Akzeptanz, die sich darauf bezieht, dass dieBe völkerung lokale Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien in ihren Gemeinden unterstützt. Konsumenten Investoren UnternehmenAbbildung 2: Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht für die Nutzung von erneuerbarenEnergietechnologien? Bitte bewerten Sie die Wichtigkeit der folgenden Gründe. (1.000 Befragte)7Schutz der Umwelt bzw. des Klimas39%39%18%4% 1%Produktion eigener Energie38%39%18%4% 1%GenerationengerechtigkeitStärken der mittelständischen WirtschaftReiz moderner Technologien11%Gesetzliche Auflagen10%0%Äußerst wichtig07WichtigWeder noch12%46%27%19%35%20%15%38%27%Statussymbol 4% 10%8%40%33%13%7% 4%37%37%15%Gute Erfahrungen von Freunden/Bekannten/Verwandten6% 4%31%35%24%40%Nicht so wichtig5% 2%20%39%35%3% 1%20%43%33%Importunabhängigkeit715% 2% 1%40%42%Größere Unabhängigkeit von EnergielieferantenErhöhung der Versorgungssicherheit612% 2% 1%32%54%Wirtschaftlichkeit60%Gar nicht wichtigWüstenhagen, Wolsink und Bürer (2007) .T eilweise ergeben in den Abbildungen die Summen der Prozentsätze aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht 100%.6%9%7%32%80%100%

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienAbbildung 3: Woran denken Sie spontan bei dem Begriff „Erneuerbare Energie“? (1.000 Befragte)Abbildung 4: Was bedeutet für Sie Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energietechnologien?Bitte nennen Sie die drei wichtigsten Gründe. (1.000 Befragte)Einsparungsmöglichkeit durch Einsatz von eigensgeschaffener Energie66%Kurze Amortisationszeit37%Geringere Anschaffungskosten als t durch Einspeisung vonStrom29%28%Steigerung des Marktwerts des Hauses21%Verfügbarkeit öffentlicher Fördergelder20%Geringere Lebenszykluskosten als ildung 5: Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht gegen die Nutzung von erneuerbarenEnergietechnologien? Bitte bewerten Sie die Wichtigkeit der folgenden Gründe. (1.000 Befragte)Fehlende finanzielle Möglichkeiten28%34%Notwendigkeit, einen Kredit aufzunehmen21%Bauliche bzw. technische Gründe (zum Beispiel Denkmalschutz,Platzmangel, ungünstiger Standort)34%8%6%4%8%32%29%18%5% 4%30%28%29%Investition zu langfristig30%36%8%9%Aufwändige Genehmigung16%31%39%Fehlende Wirtschaftlichkeit17%28%40%9%5%Keine Verfügbarkeit öffentlicher Fördergelder17%29%41%8%6%Fehlendes Eigentumsrecht21%Vermieter/Eigentümer lässt es nicht zuErneuerbare Energietechnologien sind noch nicht ausgereiftKein passendes Produkt meines Energieversorgers25%10%23%9%0%Äußerst wichtigWichtig28%9%Weiß nicht, wohin ich mich wenden sollWeder noch34%22%11%Hohe Komplexität35%23%20%8%8%40%Nicht so 9%6%7%8%17%100%Gar nicht wichtig08

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienMarktakzeptanz: AllgemeineInvestitionsbereitschaft inerneuerbare EnergietechnologienIm Vergleich zum Vorjahr hat die Investitionsbereitschaft inerneuerbare Energietechnologien bei Hauseigentümern undEigentümergemeinschaften leicht abgenommen. In der aktuellenUmfrage haben sich 9% (2015: 14%) der Hauseigentümer dafürentschieden, in (weitere) erneuerbare Energietechnologienzu investieren und weitere 44% (2015: 50%) haben darübernachgedacht, sich aber noch nicht dafür oder dagegenentschieden.Bei den Wohnungseigentümern zeigt sich, dass bei 11% (2015:21%) der Befragten die Eigentümergemeinschaft bereitsdarüber nachgedacht hat, erneuerbare Energietechnologienzu installieren, 5% (2015: 10%) der Eigentümergemeinschaftenhaben sich bereits dafür entschieden, in (weitere) erneuerbareEnergietechnologien zu investieren.Abbildung 6: Haben Sie vor, (weitere) erneuerbare Energietechnologien für die EnergieversorgungIhres Hauses zu installieren? (382 Befragte, Hauseigentümer; Vorjahreswerte in Klammer)13% (9%) 9% (14%)13% (9%) 9% (14%)44% (50%)34% (27%)34% (27%)44% (50%)Ja, ich habe mich dafür entschieden.Ich habe darüber nachgedacht, aber mich nochJa, ichhabemichdafür entschieden.nichtdafüroderdagegenentschiedenDas habe ich noch nicht überlegt.Ich habe darüber nachgedacht, aber mich nochnicht dafür oder dagegen entschiedenNein, ich habe mich dagegen entschieden.Das habe ich noch nicht überlegt.Nein, ich habe mich dagegen entschieden.Abbildung 7: Hat die Eigentümergemeinschaft vor, (weitere) erneuerbare Energietechnologien für dieEnergieversorgung Ihres Hauses zu installieren? (148 Befragte, Wohnungseigentümer; Vorjahreswerte in Klammer)5%10% 5%(10%)10%11%(9%) (10%)11%(9%)(21%)(21%)Ja, die Eigentümergemeinschaft hat sichJa, die Eigentümergemeinschaft hat sichdafür entschieden.dafür entschieden.Die Eigentümergemeinschaft hat darüberDie Eigentümergemeinschaft hat darübernachgedacht, aber sich noch nicht dafürnachgedacht, aber sich noch nicht dafüroder dagegen entschieden.oder dagegen entschieden.Das hat sich die EigentümergemeinschaftDas hat sich die Eigentümergemeinschaftnoch nicht überlegt.noch nicht überlegt.74%74%(60%)(60%)09Nein, die Eigentümergemeinschaft hat sichNein, die Eigentümergemeinschaft hat sichdagegen entschieden.dagegen entschieden.

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienMarktakzeptanz: Wärmeversorgungaus erneuerbaren EnergienMit 30% macht Erdgas in der Studie die meist genutzte En ergieform zur Wärmeversorgung im Haushaltsbereich aus.Fernwärme und Holz in Form von Brennholz, Hackschnitzeln,Holzpellets oder -briketts folgen mit jeweils 25%. 9% derHaushalte nutzen Solarthermie, 7% eine Erdwärmepumpe, 5%eine Luftwärmepumpe und 2% eine Grundwasserwärmepumpe.In Summe zeigt diese Studie, dass 33% der primären und se kundären Heizungsanlagen, d.h. der Haupt- und Zusatzheizsys teme, der befragten Haushalte auf erneuerbaren Energienbasieren.8Während der Anteil an fossil befeuerten Heizanlagen in derStudie noch bei 23% liegt, besteht doch ein starker Wunsch nacherneuerbaren Energiequellen zur Wärmeversorgung. So geben80% der Studienteilnehmer an, dass ihnen bei der Haus- bzw.Wohnungswahl eine Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarerEnergiequellen äußerst wichtig oder wichtig wäre.In Österreich prüft das Bundesministerium für Land- undForstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft derzeit einVerbot von Ölheizungen9 für Neu- und Bestandsbauten.Auch in anderen Ländern in Europa wird ein Verbot diskutiert,wie beispielsweise in Deutschland10. Dänemark hat bereits imJahr 2013 als erstes Land beschlossen, dass bei Neubauten ölund erdgasbefeuerte Heizungen nicht mehr installiert werdendürfen. Seit Januar 2016 ist in Dänemark auch die Neuinstallationvon Ölheizkesseln in Bestandsgebäuden verboten. In dervorliegenden Umfrage liegt der Anteil an Ölheizungen bei 13%.Derzeit gibt es in Österreich rund 800.000 Ölheizungen9.Unsere Studie zeigt, dass Haushalte mit Heizungsanlagen,die erneuerbare Energien nutzen, diese als wirtschaftlicherwahrnehmen als Befragte, die fossile Heizsysteme installierthaben. So schneiden erneuerbare Energietechnologien aufeiner Skala von eins bis vier (von „überhaupt nicht zufrieden“ bis„sehr zufrieden“) mit einem Mittelwert von 3,3 deutlich besserab als fossile Energietechnologien (Mittelwert: 2,8). Ölheizungenschneiden in der Umfrage in punkto Wirtschaftlichkeit amschlechtesten ab. Auch in Bezug auf die Bedienbarkeit,Zuverlässigkeit und Qualität der Wärmeversorgung(Temperaturniveau, Schnelligkeit der Raumaufheizung)zeigen sich bei erneuerbaren im Vergleich zu fossilenEnergietechnologien leichte Vorteile.Abbildung 8: Welche Technologie bzw. Energieform wird zur primären bzw. sekundären Wärmeversorgung(Heizung und Warmwasser) Ihres Hauses/Ihrer Wohnung genutzt? (1.000 Befragte)110%10%Erdgas20%25%Brennholz, Hackschnitzel, Holzpellets oder -briketts (inkl. Kamin, Kachelofen mepumpe5%Nahwärme2%Grundwasserwärmepumpe2%Kohle, Koks, usgenommen ist hier der Anteil an Fern- und Nahwärme und Strom, der auf erneuerbaren Energien basiert. Rund 60% der Fern- und Nahwärme kommt in Österreich ausKraftwärmekopplungsanlagen. Der biogene Anteil an der Fern- und Nahwärmeerzeugung in 2015 lag bei etwa 45% und der Anteil von Erdgas bei 37% (Statistik Austria, 2016).Der Gesamtanteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in 2015 war 77% (Statistik Austria, 2016).9Strobl (2016), Gaul (2016).10Mihm (2016).Die angeführten Prozentsätze summieren nicht auf 100%, da die gezeigte Abbildung die Anteile jener Befragten zusammenfasst, welche die betreffende Energieform alsprimäre und/oder als sekundäre Wärmeversorgungsquelle angegeben haben.1110

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienAbbildung 9: Anteile von erneuerbaren und fossilen Energietechnologien in der primären und sekundärenWärmeversorgung der befragten Haushalte. (1.621 primäre und sekundäre ossile WärmeversorgungAndere Wärmeversorgung23%Abbildung 10: Wie wichtig wären Ihnen die folgenden Kriterien bezogen auf Ihre Energieversorgung bei der Haus- bzw.Wohnungswahl? (1.000 Befragte)0%Wärmeversorgung aus erneuerbarenEnergiequellen (z.B. Solarthermie,Biomasse, Geothermie (Erdwärme) etc.,auch über Nah- oder Fernwärme)20%40%60%29%51%Äußerst wichtig15%3%Wichtig2%Weder nochNicht so wichtig22%Teil der Stromversorgung aus derhauseigenen Photovoltaikanlage42%Gar nicht wichtig26%6%4%Abbildung 11: Bitte geben Sie im Folgenden an, wie zufrieden Sie mit den genannten Eigenschaften Ihrer Heizungsanlage sind.(1.000 Befragte, Vergleich der durchschnittlichen Bewertung für erneuerbare Heizungsanlagen mit der fossiler Heizungsanlagenauf einer Skala von „1 Überhaupt nicht zufrieden“ bis „4 Sehr zufrieden“)11Überhaupt nicht zufriedenWirtschaftlichkeitQualität der le Wärmeversorgung1122Wenig zufrieden33Zufrieden44Sehr zufrieden2,83,33,33,43,43,53,33,3Erneuerbare Wärmeversorgung

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienMarktakzeptanz: PhotovoltaikBei rund 14% der Studienteilnehmer befindet sich einePhotovoltaik anlage am Dach des Wohngebäudes und bei nahezuebenso vielen (13%) ist die Installation einer Photovoltaikanlagegeplant. Ca. 9% der geplanten Anlagen sollen noch in dennächsten 12 Monaten installiert werden, 24% innerhalb dernächsten zwei Jahre und die verbleibenden 67% während dernächsten fünf Jahre. Ein Viertel der bestehenden Anlagen, vondenen das Installationsjahr bekannt ist, wurden in den letztendrei Jahren, d.h. seit 2014 installiert.Für den hypothetischen Fall eines Umzugs in ein Haus bzw. ineine neue Wohnung, geben 64% der Befragten an, dass für siebei der Haus- bzw. Wohnungswahl äußerst wichtig oder wichtigwäre, dass ein Teil der Stromversorgung aus der hauseigenenPhotovoltaikanlage kommt. Dieses Ergebnis deutet daraufhin,dass Photovoltaik auch auf Mehrparteienhäusern ein gewissesPotenzial aufweist.In Bezug auf die Investitionsbereitschaft geben dieStudien teilnehmer im Mittel an, dass sie für eine 4 kWpPhotovoltaikanlage bereit wären, einen Betrag von 750 Europro kWp zu bezahlen.Es zeigt sich, dass 43% eine Investition bis zu 1.000 Euro pro kWptätigen würden und dass immerhin noch 12% bereit wären, einenPreis von 2.500 Euro pro kWp für eine Photovoltaikanalage zuzahlen. Bei einem Preis von 3.000 Euro pro kWp sind allerdingsnur noch vier Prozent zu einem Kauf bereit.12 Eine Investition ineine Photovoltaikanlage sollte sich über alle Befragten gemitteltnach 8 Jahren rechnen. Für 42% soll der Amortisationszeitraumweniger als 6 Jahre und für weitere 43% 6-10 Jahre betragen.Rund 12% der Österreicherinnen und Österreicher in derUmfrage können sich auch vorstellen, eine Photovoltaikanlagezu leasen und geben im Mittel einen Betrag von 50 Euro an,welchen sie bereit wären, monatlich zu zahlen. Nahezu ein Drittelwäre aber auch noch bereit, eine monatliche Leasingrate von100 Euro zu zahlen.Der Prozentsatz an Hauseigentümern, die ihr Dach oder einenTeil ihres Dachs kostenpflichtig vermieten würden, damit einePhotovoltaikanlage darauf installiert werden kann, ist von 66%in 2015 auf 51% in 2016 zurückgegangen. 15% (2015: 16%)der befragten Mieter (Wohnung oder Haus) denken derzeitdarüber nach, ob sie eine steckdosenfertige Photovoltaikanlageinstallieren sollen, 3% (2015: 4%) haben sich bereits dafürentschieden.Abbildung 12: Ist auf Ihrem Haus bzw. Wohngebäude die Installation einer (weiteren) Photovoltaikanlagegeplant? (133 Befragte, auf deren Wohngebäude eine Photovoltaikanlage geplant ist)9%9%Ja, innerhalb der nächsten 5 Jahre.Ja, innerhalb der nächsten 5 Jahre.24% 24%Ja,innerhalbinnerhalbnächsten2 Jahre.Ja,der dernächsten2 Jahre.67%67%Ja,innerhalbder nächsten12 Monate.Ja,nochnochinnerhalbder nächsten12 Monate.Der typische Systempreis (exkl. MwSt.) für eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit 5 kWp lag in 2015 zwischen 1.350 und 2.100 Euro pro kWp (Biermayr et al., 2016).Einige Bundesländer fördern die Installation einer Photovoltaikanlage. Die derzeitigen Förderungen sind beispielsweise bei Photovoltaic Austria (2016a) abrufbar.1212

Erneuerbare Energien in Österreich 2016 Erneuerbare EnergietechnologienAbbildung 13: Stellen Sie sich vor, Sie hätten sich dazu entschieden, eine Photovoltaikanlage, mit der Sie ein Drittel des Stromverbrauchs einesDrei- bis Vier-Personen-Haushalts decken können (4 kWp Leistung), zu installieren. Wie viel wären Sie bereit, dafür zu zahlen? (286 Befragte,Gesamtstichprobe exkl. der Antworten „Kann ich nicht beurteilen“, Investitionsbereitschaft in Euro/kWp umgewandelt)3.500 43%3.500 3.000 3.000 2.500 2.500 2.000 2.000 43%1.000 1.000 1.000500 500 - - 21%2.00021%2.00016%16%1.5001.50035%2.5002.5001.500 40%40%3.0001.500 %Series2Euro pro kWp35%30%10%4%3.000Series2 Series1Marktpotenzial Series1in % der BefragtenAbbildung 14: Nach wie vielen Jahren sollte sich Ihrer Meinung nach eine Investition in eine Photovoltaikanlage rechnen?(576 Befragte, Gesamtstichprobe exkl. der Antworten „Kann ich nicht beurteilen“)42%0%20%43%40%Weniger als 6 Jahre15%60%6 bis 10 Jahre80%100%Mehr als 10 JahreAbbildung 15: Wäre es für Sie denkbar, das Dach oder einen Teil des Dachs Ihres Hauses kostenpflichtig zu vermieten, damit einePhotovoltaikanlage darauf installiert werden kann, um Strom für den Eigenbedarf zu produziere

Österreich 2016 Der jährliche Stimmungsbarometer österreichischer Haushalte zu erneuerbaren Energien. 2 . Kaufprämie als Zuschuss zu Anschaffungskosten. 05 Stimmungsbarometer Erneuerbare Energien . Photovoltaik, gefolgt von Windenergie, Wasserkraft und Holz