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Aktualisierte Umwelterklärung 2019gem. EG-Verordnung Nr. 1221/2009 (EMAS-VO)i.V.m. EMAS-Novelle 2017(Änderungsverordnung (EU) 2017/1505zum vorhandenen Umweltmanagementsystemder LVR-Klinik Mönchengladbach1

Umweltmanagement in derLVR-Klinik Mönchengladbachan den Standorten-LVR-Klinik Mönchengladbach, Heinrich – Pesch – Straße 39-41, 41239 Mönchengladbach-Peter – Röhl – Haus, Manderscheider Straße 20, 41199 Mönchengladbach-Tagesklinisches Zentrum Gartenstraße, Gartenstraße 72, 41236 Mönchengladbach-Tagesklinik Regentenstraße 91, 41061 MönchengladbachHerausgeberLVR-Klinik MönchengladbachHeinrich - Pesch - Straße 39-4141239 MönchengladbachVerantwortlich für den InhaltFrau Dorothee Enbergs für den KlinikvorstandRedaktionUmweltkommission der LVR-Klinik MönchengladbachAnsprechpartner/in am StandortHenrike KleinertzMönchengladbach, November 2019Gedruckt auf 100% Recycling-PapierDiese Umwelterklärung ist gültig bis Dezember 2021.Eine Datenaktualisierung erfolgt jährlich.2

InhaltVorwort der kaufmännischen Direktorin4LVR-Klinik Mönchengladbach, Historischer Zeitstrahl5LVR-Klinik Mönchengladbach Tagesklinische Behandlung7Tagesklinisches Zentrum Gartenstraße8Tagesklinik Regentenstraße9LVR-Wohnverbund Mönchengladbach, Peter-Röhl-Haus10Umweltpolitik und Leitlinien11Das Engagement der LVR-Klinik für die Umwelt13Die Organisation des Umweltschutzes14Umweltaspekte unserer Klinik17Umweltaspekte Tagesklinisches Zentrum Gartenstraße27Umweltaspekte Tagesklinik Regentenstraße30Umweltaspekte des Wohnverbundes Peter-Röhl-Haus33Umweltrelevante Daten LVR-Klinik Mönchengladbach36Umweltrelevante Daten Peter-Röhl-Haus39Umweltrelevante Daten Tagesklinik Gartenstraße41Umweltrelevante Daten Tagesklinik rung des Umweltgutachters473

Vorwort des KlinikvorstandesVorwort der kaufmännischen DirektorinIm Jahr 2015 wurde das Umweltmanagementsystem (UMS) nach der Europäischen EMAS III-Verordnung – auch Öko-Audit-Verordnung genannt – in der LVRKlinik Mönchengladbach mit den dazugehörigen Außenstellen erfolgreich aufgebaut und von einem unabhängigen Umweltgutachter überprüft.Die beiden wichtigsten Anforderungen des UMS sind die Einhaltung der relevanten rechtlichen Anforderungen zum Umweltschutz und dessen kontinuierlicheVerbesserung. Dies kommt zum Ausdruck in unserem Umweltprogramm mit seinen Umweltzielen, welches wir seit der Erstvalidierung jedes Jahr fortschreiben.Alle Beschäftigten sind aufgefordert, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass diesebeiden Anforderungen stets erfüllt werden können, und sich unsere Einrichtungder erfolgten Auszeichnung und Zertifizierung als würdig erweist.Das Umweltmanagementsystems erfolgte in Ergänzung unseres bereits etablierten Qualitätsmanagementsystems, welches bereits mehrfach nach KTQ zertifiziert wurde. Wir tragen damit auch dem Bestreben unseres Trägers, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) Rechnung, dem Umweltschutz in seinen Einrichtungen einen besonderen Stellenwert zukommen zu lassen.Die primären Tätigkeiten am Standort Mönchengladbach sind das Behandeln,Pflegen, Betreuen und Therapieren von Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern. Dabei rücken jedoch auch zahlreiche Vorgänge in denBlick, die eine erhebliche Umweltrelevanz haben, beispielsweise aus dem Bereichder Ver- und Entsorgung. Die EMAS-Verordnung (EMAS Eco- Management andAudit Scheme) spricht hier von „Umweltaspekten“. So werden im Pflege- und Behandlungsalltag zahlreiche Abfälle „produziert“, die der Beseitigung oder Verwertung zugeführt werden müssen. Durch die Anlagen zur Gebäude- und Warmwassererzeugung entstehen Emissionen, wenn auch nur in begrenztem Umfang undohne besondere Schadstofffrachten. Weiter fallen Abwässer an, die durch Reinigungs-, Spül- und Desinfektionsarbeiten entstehen, abgesehen von dem üblichen Abwasser aus Stationen und Sozialräumen. Auch der Umgang mit diversenGefahrstoffen muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Und letztlichdürfen wir den Ressourcenverbrauch an Energie und Wasser nicht vergessen.Innerhalb dieser Umwelterklärung können Sie sich daher über die genauen Inund Outputzahlen des Standorts und seinen Beitrag zum Umweltschutz informieren.Mönchengladbach, im November 2019Dorothee EnbergsKaufmännische DirektorinIm Auftrag des Vorstandes4

LVR-Klinik MönchengladbachHistorischer ZeitstrahlIm Jahre 1879 erkannten die Stadtverordneten, dass die Stadt Rheydt ein eigenes Krankenhaus benötigte. Es wurde die Wilhelm-Augusta-Hospital-Stiftung gegründet. Die Bürgerder Stadt spendeten in kürzester Zeit 10.000 Mark in diese Stiftung.Erst im Jahre 1883 konnte ein geeignetesBaugrundstückgefundenwerden.Für7.000 Mark wurde das ca. 5 Morgen großeGelände im Ohlerfeld auf einer Auhöheund gleichzeitig zentral zur Stadt gelegen,gekauft. Insbesondere in „sanitärer Hinsicht“ wurde das Gelände als sehr glücklich bezeichnet. Nach zügigem Bau konntedas Haus bereits am 24.November 1884eingeweiht werden.In den Jahrzehnten von 1885 bis 1905 wuchs die Bevölkerung der Stadt Rheydt um ca.77%. Das Krankenhaus war den ansteigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. BeimBau und bei der Raumaufteilung des Krankenhauses von 1885 war von vorneherein aufspätere eventuell nötige Erweiterungen Rücksicht genommen worden.Im Mai 1903 wurde der Erweiterung des Krankenhauses zugestimmt.In den Jahren 1904 bis 1906 wurde ein durchgreifender Umbau und Erweiterungsbau ausgeführt und das Haus mit modernen technischen und hygienischen Einrichtungen ausgestattet. Der Kostenaufwand für diese Maßnahmen belief sich auf 575.000 Mark.Nach dem Umzug des Städtischen Krankenhauses, dieheutigen Städtischen Kliniken Mönchengladbach, in einen modernen Neubau im Rheydter Westen stand derGebäudekomplex an der Heinrich-Pesch-Straße zunächst leer.Im Jahre 1969 wurde in den Räumen der ehemaligenKinderklinik unter der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland eine Tag- und Nachtklinik als Außenstelle des Landeskrankenhaus Viersen-Süchtelneröffnet. Aus diesem ersten Klinikteil heraus entwickelte sich die Gemeindepsychiatrische Arbeit für dieStadt Rheydt.5

Auf Initiative des damaligen Psychiatriedezernenten des Landschaftsverbandes und Vorsitzenden der Enquete Kommission, Herrn Casper Kuhlenkampff, unterstützt durch die Stadtverordneten, wurde die seit 1969 bestehende Tag- und Nachtklinik sukzessive zu einerpflichtversorgenden Psychiatrischen Klinik für die Stadt Mönchengladbach ausgebaut.1972 wurde der erweiterte Betrieb aufgenommenund der gesamte Gebäudekomplex des ehemaligen Stadtkrankenhauses bezogen. In diesem Zusammenhang wurden auch 40 Patientinnen undPatienten, die zuvor über Jahrzehnte als RheydterBürger in den Landeskliniken Viersen in Behandlung waren, in die neue Landesklinik Rheydt in ihrer Heimatstadt übernommen.Im Januar 1973 erhielt die Einrichtung ihre Eigenständigkeit als Außendienststelle – Landesklinik Rheydt- des Landschaftverbandes Rheinland und bekam die Zuständigkeit für dieumfassende psychiatrische Versorgung der damaligen Stadt Rheydt mit ca. 100.000 Einwohnern übertragen.Nach der Kommunalreform im Jahre 1975 wurde die Klinik in Landesklinik Mönchengladbach umbenannt und übernahm nach und nach die Versorgung weiterer Stadtbezirke derneu gegliederten Stadt Mönchengladbach.Im November 2005 konnte der als Pilotprojekt für zukünftiges Bauen in der Psychiatrieanerkannte und geförderte Neubau bezogen werden. Das Gebäude verfügt über 72 Betten verteilt auf 4 Stationen. Der Klinikneubau soll unseren Patientinnen und Patientennicht nur ein ansprechendes Ambiente mit zeitgemäßer Einrichtung bieten, sondern Mittelder Architektur die Genesung fördern und unterstützen. Daher wurde in der Gestaltungder Stationen einerseits auf den Schutz der individuellen Privatsphäre und andererseitsauf die Anregung zur Kommunikation im öffentlichen Raum besonderer Wert gelegt.6

Heute ist die LVR-Klinik Mönchengladbach mit über 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführter Betrieb. Die LVR-Klinik befindet sichin einem Wohngebiet im Ortsteil Rheyd der Stadt Mönchengladbach und ist ein Fachkrankenhaus der Pflichtversorgung für ca. 200.000 Einwohner und für die Behandlung von allgemein- und gerontopsychiatrischen Erkrankungen sowie Suchtkrankheiten bei Erwachsenen zuständig.Sie verfügt über eine Institutsambulanz, 36 teilstationäre Plätze, 130 vollstationäre Bettenund einen Wohnverbund der sozialen Rehabilitation mit 42 Plätzen.„Wir leben mit unserer Geschichte für die Zukunft “Übersichtskarte des Betriebsgeländes7

LVR-Klinik Mönchengladbach - Tagesklinische BehandlungTagesklinisches Zentrum GartenstraßeNach zwölfmonatiger Umbauzeit eröffnete die LVR-Klinik Mönchengladbach im Mai 2015ihr neues Tagesklinisches Zentrum Gartenstraße in einem Mischgebiet im Zentrum desStadtteils Rheyd der Stadt Mönchengladbach. Unter einem Dach werden dort die tagesklinischen Angebote zusammengeführt, die bisher an dem Standort Brucknerallee undauf dem Klinikgelände an der Heinrich-Pesch-Straße 39-41 angesiedelt waren. Das neueTagesklinische Zentrum liegt fussläufig 1,4 Km von der LVR-Klinik Mönchengladbach entfernt und ist ein weiterer Baustein, die psychiatrische Versorgung der Stadt neuzugestalten.Im Sommer 2013 gab die politische Vertretung des LVR grünes Licht für den Erwerb desGrundstücks Gartenstraße 72 und für den Umbau des Gebäudes, in dem bis Ende der90er Jahre das Gesundheitsamt der Stadt Rheydt untergebracht war. Nach der aufwändigen Sanierung – die Bausumme lag bei rund 3,6 Millionen Euro – steht den Bürgerinnenund Bürgern in Mönchengladbach eine moderne Einrichtung mit 40 Behandlungsplätzen(20 Plätze im allgemeinpsychiatrischen Bereich, 20 Plätze im gerontopsychiatrischen Bereich) für Patientinnen und Patienten (im Alter ab 30 Jahre) zur Verfügung.Es werden tagsüber von 8.00 bis 16.00 Uhr erwachsene Menschen psychiatrisch versorgt,die nach einem intensiven Behandlungsprogramm am Abend in ihren eigenen Haushaltzurückkehren.Das Tagesklinische Zentrum hält für Patientinnen und Patienten verschiedene Gruppentherapieformen vor: Neben alltagspraktischer Erprobung werden Ergo-, Kreativ- oder Bewegungstherapie angeboten - abgestimmt auf den individuellen Behandlungsplan jederund jedes Einzelnen. Es werden unter anderen Krankheiten wie Depressionen/Manien,Angst-/Zwangsstörungen, Psychosen (z.B. Schizophrenien), Traumafolge- oder Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline) behandelt. Dabei berücksichtigt ein spezieller Ansatzaltersspezifische Besonderheiten.8

Tagesklinik RegentenstraßeMenschen im jungen Erwachsenenalter zwischen 18 und 30 Jahren befinden sich in derPhase des Aufbruchs, des Experimentierens und der Suche nach Identität, Partnerschaftund Beruf. Ziel der Behandlung ist daher die Identitätsbildung durch Klärung der eigenenPräferenzen, Stärkung der Kompetenzen, Erfahrung von Selbstwert und Orientierung inden gesellschaftlichen Möglichkeiten zu unterstützen.Voraussetzung für eine tagesklinische Behandlung ist, dass die Patientinnen und Patienten in der Lage sind, alleine bzw. in ihrer Familie zu wohnen und die Zeiten außerhalb derÖffnungszeit der Tagesklinik selbständig bzw. mit Unterstützung ihres sozialen Umfeldeszu gestalten.In der Tagesklinik Regentenstraße werden tagsüber von 8.00 bis 16.00 Uhr Patientinnenund Patienten psychiatrisch versorgt, die nach einem intensiven Behandlungsprogrammam Abend in ihren eigenen Haushalt zurückkehren. Am Wochenende und an Feiertagenfindet keine Behandlung statt.Abhängig von der jeweiligen psychiatrischen Erkrankung beinhaltet die Behandlung verhaltenstherapeutische, tiefenspychologisch fundierte und pharmakologische Behandlungsansätze.Insgesamt werden 20 Behandlungsplätze angeboten.Die Tagesklinik befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert imZentrum der Stadt.9

LVR-Wohnverbund Mönchengladbach, Peter-Röhl-HausDie Wohn- und Betreuungseinrichtung befindet sich in einem Mischgebiet im StadtsteilOdenkirchen, umfasst 23 Wohneinheiten und wurde 2004 bezogen, nachdem das Theresienhaus aufgegeben wurde. Das Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Zentrumvon Rheyd-Odenkirchen. Es gibt sehr gute Busverbindungen nach MönchengladbachRheydt. Die Bushaltestellen sind ca. 150 Meter vom Haus entfernt.Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in diesem Haus in kleinen Gruppen von vier bissechs Personen in individuell eingerichteten Einzelzimmern.Für drei Personen stehen Appartements zur Verfügung. Diese werden vorwiegend zur Belastungserprobung bei geplantem Wechsel in eine ambulante Wohnform bzw. weitererVerselbständigung genutzt. Sie bieten darüber hinaus eine gute Wohnform für Bewohnerinnen und Bewohner mit geringen sozialen Kompetenzen und hohem Rückzugsbedürfnissowie der fehlenden Bereitschaft, sich auf eine Gruppe einzulassen.Ein Einzelzimmer mit Bad steht betreuten Personen zur Verfügung, die in einer unsererAußenwohngruppen leben und einer Krisenintervention bedürfen.Für alle Bewohnerinnen und Bewohnern, die keiner geregelten Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen nachgehen, stehen tagesstrukturierende Angebote zur Verfügung. Hierzu zählt u.a. die Ergotherapie mit Räumlichkeiten im Peter-Röhl-Haus.10

Umweltpolitik und LeitlinienUnsere UmweltpolitikAngaben zur sozialen und finanziellen Verantwortung einfügen1. Wir wollen uns verbessern und die relevanten Umweltanforderungen einhaltenWir verpflichten uns gem. den Anforderungen der EMAS-Verordnung mit Hilfe derjährlichen Umweltziele zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes undzur Einhaltung aller relevanten rechtlichen Anforderungen zum Umwelt- und Arbeitsschutz. Verbesserungen über das gesetzliche Geforderte hinaus werden wirunter Berücksichtigung unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten umsetzen.Unser UMS wird dabei kontinuierlich über die internen Audits und ein jährlichesReview durch den Vorstand kontrolliert und bewertet.2. Wir wollen schonend mit den Ressourcen umgehenDie verschiedenen Tätigkeiten in den oben genannten Einrichtungen führen zu einem erheblichen Verbrauch an Energie (Strom, Wärme) und Wasser. Die entsprechenden Zahlen ermitteln und analysieren wir jährlich und veröffentlichen sie inunserer Umwelterklärung. Über entsprechende Umweltziele wollen wir den Verbrauch dieser Ressourcen verringern, da wir hierzu Potenziale in technischer undverhaltensbedingter Hinsicht sehen.3. Wir wollen vorbildlich unsere Abfälle erfassenAbfälle fallen bei allen Tätigkeiten und in allen drei Einrichtungen an. Die Erfassungund Entsorgung von Abfällen ist der Umweltaspekt, mit dem alle BeschäftigtenBerührungspunkte haben. Daher ist es wichtig, gerade hierzu vorbildlichen Umweltschutz zu betreiben und eine kontinuierliche Verbesserung „zu leben“. Es hatsich gezeigt, dass es noch Potenziale für Optimierungen gibt.4. Wir wollen auch Dritte in das UMS einbindenDie EMAS-Verordnung fordert, dass sich auch Dritte wie externe Dienstleister, diefür uns auf dem Betriebsgelände tätig sind oder tätig werden an dieselben umweltrelevanten Verhaltensweisen halten wie unsere eigenen Beschäftigten. Überentsprechende Informationen und Handlungsanweisungen werden wir relevanteDritte einbinden und die Umsetzung unserer Hinweise auch überprüfen.5. Wir wollen Einfluss nehmen auf eine ökologische Beschaffung11

Eine Vielzahl von Produkten und Dienstleitungen werden beim LVR über Rahmenverträge zentral für alle Einrichtungen ausgeschrieben. Vor Ausschreibungen nehmen wir Einfluss durch die Auswahl neuer Produkte, um auch ökologische Kriterieneinzubringen.6. Wir wollen das Umweltbewusstsein unserer Beschäftigen fördernDurch den Aufbau des Umweltmanagementsystems wollen wir die Beschäftigtenzusätzlich sensibilisieren, bei ihren Tätigkeiten auf umweltrelevante Aspekte zuachten und auch die Patientinnen und Patienten diesbezüglich anzuleiten und zumotivieren.12

Das Engagement der LVR-Klinik Mönchengladbach für die UmweltIm Zuge des EMAS-Projektes wurden bereits vielfältige Maßnahmen durchgeführt,die der Umwelt zugutekamen, da Energie und Wasser eingespart oder Abfälle vermieden wurden. Zu nennen sind unter anderem: Einsatz von energieeffizienten Leuchtmitteln (Energiesparlampen und LED) Abfalltrennung und Wertstoffsammlung Einbau von Thermostatarmaturen bei Umbauten Dämmmaßnahmen an vorhandenen Leitungen Umstellung der Energieversorgung auf Niedrigtemperaturkessel Einbau einer Steuerungsanlage an dem bestehenden Heizungssystem Reduzierung der Anzahl an eingesetzten Druckern, da sich mehrere Abteilungen einen Drucker teilen Gestaltung des parkähnlichen Geländes unter Berücksichtigung ökologischerGesichtspunkte13

Die Organisation des UmweltschutzesWas beinhaltet das Umweltmanagementsystems (UMS)?Das UMS der LVR-Klinik Mönchengladbach setzt die Anforderungen der so genannten „Öko-Audit-Verordnung“ der europäischen Union um. Diese hat als übergreifendes Ziel-die freiwillige, kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzesnach erfolgter Schwachstellen-Analyse (Umweltprüfung) über das gesetzlichgeforderte Maß hinaus,-die Schaffung einer möglichst rechtssicheren Aufbau- und Ablauforganisationfür den Bereich Umwelt- und auch Arbeitsschutz und-die Information der Öffentlichkeit (anhand dieser Umwelterklärung) über dieumweltrelevanten Daten und Leistungen unserer Einrichtung.Ein wesentliches Instrument für eine möglichst rechtssichere Aufbau- und Ablauforganisation zum Umweltschutz ist das Umweltmanagementhandbuch (UMH)mit-einer Aufgaben- und Zuständigkeitsmatrix,-den verschiedenen Verfahrens- und Prozessanweisungen sowie Überwachungsplänen zu umweltrelevanten Vorgängen und Anlagen,-der Beschreibung des UMS und aller Beauftragten im Umwelt- und Arbeitsschutz,-Regelungen zur Dokumentenlenkung, zur internen Schulung der Mitarbeiter/innen, zur ökologischen Beschaffung und zur Einbeziehung Dritter in dieeigenen Umweltnormen.Grundlage unseres Umweltmanagementsystems ist die bereits aufgeführte Umweltpolitik, auf deren Basis wir unser Umweltprogramm mit den Umweltzielen entwickelt haben.Die regelmäßigen Umweltbetriebsprüfungen, die der Kontrolle und Bewertungdes UMS dienen, werden jährlich von unserem Umweltmangementbeauftragten unter Einbindung aller Bereiche der Einrichtung durchgeführt. FestgestellteAbweichungen werden hinsichtlich ihrer Ursache erforscht, um eventuell notwendige Korrekturmaßnahmen einleiten zu können.14

Die Aufbauorganisation des UMSDamit das UMS in der Praxis funktioniert und die rechtlichen Anforderungen zumUmweltschutz stets eingehalten und umgesetzt werden, wurde eine personelle Organisationsstruktur geschaffen, die sich aus verschiedenen Komponenten und Personen zusammensetzt. Dabei wurden bereits vorher bestehende Strukturen undBeauftragte eingebracht. Folgende Personen sind in unserer Einrichtung vorhanden:Der Umweltmanagementvertreter (UMV)In Anlehnung an die erste Fassung der Öko-Audit-Verordnung habe wir die Positioneines UMV benannt, der als Vertretung des Vorstandes für die Anwendung undAufrechterhaltung sowie Kontrolle und Bewertung des aufgebauten UMS zuständigist. In unserer Einrichtung wurde der Verwaltungsleiter zum UMV bestellt. Er wirddie Betriebsleitung regelmäßig bzw. bei Bedarf über die Entwicklung des UMS imAllgemeinen und eventuell festgestellte Defizite und erforderliche Korrekturmaßnahmen im Besonderen berichten.Der Umweltmanagementbeauftragte (UMB)Die operativen Aufgaben, die mit den Maßnahmen wie Audits im Rahmen der regelmäßigen Umweltbetriebsprüfungen verbunden sind, werden insbesondere auszeitlichen Gründen nicht vom UMV selbst durchgeführt, sondern durch den externbestellten UMB. Dessen direkter Ansprechpartner ist der UMV, der die gemachtenFeststellungen zur Kenntnis nimmt und eventuell erforderliche Maßnahmen genehmigt und einleitet.Die UmweltkommissionIm Rahmen der Einführung des UMS wurde in unserer Einrichtung die Umweltkommission gebildet. Sie setzt sich aus Vertretern der unterschiedlichen Disziplinen unseres Hauses zusammen und tagt mind. 2-mal pro Jahr.Beauftragte im UmweltschutzUnsere Einrichtung verfügt, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, über eine Abfallbeauftragte nebst Stellvertretung. Sie nimmt die Rechte und Pflichten gem.Kreislaufwirtschaftsgesetz im Auftrage unserer Einrichtung wahr.Da in unserer Einrichtung insbesondere im technischen Bereich mit Gefahrstoffenumgegangen wird, haben wir weiterhin einen Gefahrstoffbeauftragten benannt. Erist für die Erstellung des Gefahrstoffkatasters sowie der Betriebsanweisungen gemäß den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung zuständig.15

Der betriebliche Brandschutz leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderungvon Bränden und damit verbundenen Umweltschäden. Daher ist in unserem Hauseine Brandschutzbeauftragte bestellt.Sie berät den Vorstand in allen Fragen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes und weiteren Krisensituationen und unterstütztbei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen.Eine Gefahrgutbeauftragter gem. Gefahrgutbeauftragten-Verordnung wird nichtbenötigt.Des Weiteren wird der betriebliche Umweltschutz von den Fachbereichen Sicherheit und Hygiene unterstützt.Das UmweltschutzorganigrammIn der folgenden Abbildung ist ersichtlich, wie wir die Bereiche Umwelt- und Arbeitsschutz in unserer Einrichtung organisiert haben.16

Umweltaspekte unserer KlinikDa aufgrund der Größe unserer Einrichtung, die Bereiche wie zum Beispiel Labor,Apotheke, Radiologie und Wäscherei nicht selbst vorgehalten werden, halten sichdie Umweltauswirkungen in Grenzen.Dennoch sind natürlich direkte und indirekte Umweltauswirkungen vorhanden,und zwar in Form von: Emissionen durch den ständigen Betrieb des Kesselhauses mit den zwei Kesseln unter Einsatz von Erdgas (primär) und optional mit Heizöl Emissionen durch den punktuellen und dann nur kurzzeitigen Betrieb des dieselbetriebenen Notstromaggregats Emissionen durch Verkehrsmittel wie unsere Dienstfahrzeuge, die Privatwagenunserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Lieferanten Abwässer aus der Küche und durch die sanitären Anlagen Einsatz von Rohstoffen in der Küche und der Ergotherapie Abfällen zur Verwertung und Beseitigung Tätigkeiten durch Fremdfirmen Transportvorgänge (innerhalb und außerhalb des Klinikgeländes)Im Rahmen der Umweltbetriebsprüfung haben wir anhand bestimmter Kriterienund eines Bewertungsrasters eine Bewertung der einzelnen Umweltauswirkungen/Umweltaspekte für bestimmte Anlagen, Bereiche und Vorgänge vorgenommen.Wesentliche Umweltaspekte unserer Klinik sind:Luftgetragene EmissionenDie LVR-Klinik Mönchengladbach verfügt über ein Kesselhaus in Haus E, in demsich 2 Heizkessel mit einer Feuerungswärmeleistung von je 510 kW (Baujahr2018) mit Warmwasserspeicher sowie ein BHKW mit 70 kW elektrisch und 115 kWthermisch befinden. Als Primärbrennstoff wird Erdgas eingesetzt. Alternativ kannin den Anlagen auch Heizöl verwendet werden. Dadurch werden u.a. CO2 (Kohlendioxid) und SO2 (Schwefeldioxid) freigesetzt. Die Abgase werden über einen 15 mhohen Kamin abgeführt. Die Abgasmessungen erfolgen für die Kessel und demBHKW gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz über den Bezirksschornsteinfeger.Der erzeugte Strom wird größtenteils im Eigenverbrauch der Klinik genutzt, Überproduktionen werden in das Netz des Energieversorgers eingespeist.17

BHKW und Heizkessel Haus EEinen anderen Faktor für Emissionen stellt der Verkehr dar. Unser Fuhrpark umfasst neben Diesel- und Benzinfahrzeugen auch ein Elektrofahrzeug und diverseDienstfahrräder.Dazu kommen Emissionen durch die Fahrzeuge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich unsere Einrichtung anfahren, sowie durch den Lieferverkehr. Insgesamt handelt es sich hierbei primär um so genannte indirekte Umweltauswirkungen, die von unserer Einrichtung ausgehen.Die Kälteanlagen in der Küche wurden 2018, die Anlagen für den Serverraum in2015 erneuert und entsprechen dem Stand der Technik so dass der Einsatz vonklimaschädigenden Stoffen an dieser Stelle vermieden ist.18

Einen weiteren Umweltaspekt stellt die Pflege unserer parkähnlichen Außenanlagedar. Es werden benzinbetriebene Fahrzeuge und Gerätschaften eingesetzt. Derzeitwird eine Teilumstellung auf elektrisch betriebene Akkugeräte geprüft.Insgesamt ergab unsere Bewertung für diesen Teil der Auswirkungeneine mittlere Umweltrelevanz.AbwässerAbwasser fällt primär in Form der Sanitärabwässer des Stationsbetriebes allerHäuser an, die durch Waschmaschinen, Waschbecken, Bäder und Duschen sowieToiletten entstehen und über die öffentliche Kanalisation einer Kläranlage zugeführt werden.Darüber hinaus entstehen Abwässerdes Küchenbetriebes der Stationen.Dem geschuldet wurde beim Neubauvon Haus A ein Fettabscheider fürdie Abwässer der Kochküchen installiert.Fettabscheider Haus AMit den zur Küche und zum Casino gehörenden Fettabscheider wird das dortproduzierte Abwasser vor der Ableitung in die Kanalisation behandelt, um die geforderten Grenzwerte an organischen Frachten einhalten zu können. Der Abscheider wird regelmäßig geleert und gewartet.Eine hohe Umweltrelevanz hat die Medikamentenverunreinigung der Stationsabwässer durch Patientenausscheidungen. Dies stellt für die Wasserversorger einegroße Herausforderung dar. Wir versuchen diese Verunreinigung so gering wiemöglich zu halten, indem wir unsere Patientinnen und Patienten im Umgang mitden Medikamenten anleiten.Nicht anders als in einem Haushalt fällt in allen Bereichen Abwasser bei der Raumreinigung sowie in den Stationen zusätzlich beim Betrieb der Waschmaschinen an.Hier werden nur bei Bedarf Gardinen, Patientenprivatwäsche und diverse Einzelteile gewaschen. Die sonstige Wäsche wird zur zentralen Wäscherei des LVR nachViersen verbracht.Insgesamt ist der Umweltaspekt des Wasserverbrauchs als mittelgroß,der des Abwasseranfalls in quantitativer und qualitativer Hinsicht ebenfalls durch die geringe Anzahl an Betten und technischen Einrichtungeneher als gering zu bezeichnen.19

AbfälleIn unserer Einrichtung fallen verschiedene gefährliche und nicht gefährliche Abfallfraktionen zur Verwertung und Beseitigung an. Zum Großteil handelt es sichgemäß Definition des Kreislaufwirtschaftsgesetzes um Abfälle zur (stofflichen oderenergetischen) Verwertung.Abfälle entstehen in unserem Hause durch die Versorgung der Patienten und Mitarbeiter und den damit verbundenen Betrieb der Küche einschließlich der Fettabscheider sowie des Wirtschaftsmagazins, die Behandlungs-, Pflege- und Untersuchungstätigkeiten (klinikspezifischerAbfall), Bau- und Instandsetzungsarbeiten an Gebäuden und betriebstechnischen Anlagen, die Pflege der Außenanlagen, die Verwaltungstätigkeiten (primär Altpapier).Alle anfallenden Fraktionen werden separat gesammelt und letztlich über Entsorger entsprechenden Anlagen zugeführt. Zu nennen sind dabei im -Gelegentlich Sperrmüll,-Gelegentlich elektrische Geräte, Beleuchtungskörper u.ä.-Restmüll,-Krankenhausspezifischer gentlich Baustellenabfälle durch Umbau und Sanierungsmaßnahmen.Insgesamt ist der Umweltaspekt der Abfälle als gering bis mittel einzustufen. Die Gesamtmenge an Abfällen ist nicht sehr groß, problematischeAbfälle wie in einem größeren oder einem somatischen Haus fallen nichtan.20

GefahrstoffeIn einigen Arbeitsbereichen werden Produkte eingesetzt, die im Sinne des Chemikaliengesetzes auch Gefahrstoffe darstellen. Das sind verschiedene Betriebsmittelin der Werkstatt ebenso wie Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Auch die gefährlichen Abfälle (z.B. Batterien, Leuchtstofflampen) erfüllen in der Regel Gefahrstoffkriterien. Einige der flüssigen Produkte stellen dabei zudem wassergefährdendeund/oder brennbare Flüssigkeiten dar.Da der Umgang mit diesen Stoffen Gefahren für unsere Mitarbeiter/innen in sichbirgt, haben wir für diese Stoffe Betriebsanweisungen erstellt und veröffentlicht.Wir führen regelmäßig Pflichtunterweisungen durch um unsere Mitarbeiter/innenim Umgang mit diesen Stoffen zu sensibilisieren und einen störungsfreien Prozessablauf zu gewährleisten.Vor der Verwendung eines Gefahrstoffes (z.B. Desinfektionsmittel) wird zunächstdas EG-Sicherheitsdatenblatt geprüft. Erst nach Freigabe durch den Gefahrstoffbeauftragten darf der Gefahrstoff eingesetzt werden. Für jeden Gefahrstoff, wirdeine stoff- oder arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung erstellt. Darüber hinauswerden alle Gefahrstoffe in einem Kataster dokumentiert, um lückenlos im Sinneder Gefahrstoffverordnung zu dokumentieren, an welchen Arbeitsplätzen mit welchen Gefahrstoffen umgegangen wird. Das Kataster wird zentral in der StabsstelleBetriebssicherheit geführt.Der Umweltaspekt Gefahrstoffe beinhaltet eine geringe Umweltrelevanz.Indirekte UmweltaspekteUnser Umweltmanagementsystem berücksichtigt auch indirekte Umweltaspekte.Diese führen zu Auswirkungen, die wir nicht unmittelbar durch unsere Tätigkeiten, Produkte oder Dienstleistungen verursachen. Sie sind in der Regel das Ergebnis einer Interaktion mit Dritten und lassen sich nur begrenzt bzw. in einemgewissen Maße beeinflussen.Im-Wesentlichen sind dies:Einsatz von Lebensmitteln in der KücheEinsatz von Rohstoffen in der ErgotherapieTransportvorgänge durch Dritte z.B. bei der AbfallentsorgungAuswirkungen der AbfallentsorgungVerhalten von Vertragspartnern, Fremdfirmen, Mitarbeitern/innen etc.Lärm, im Wesentlichen durch PKW- und LKW-Verkehr (Mitarbeiter, Lieferverkehr und externe Dienstleister und Handwerker).21

Im Folgenden sind die relevanten Umweltaspekte der einzelnen Häuser der zuvor genannten Standorte dargestellt.Haus ABaujahr 2005NiedrigenergiestandardBelegung: 4 Stationengeschützte Akutstation, offene allgemeinpsychiatr. Station, Stationen für Suchterkrankung und wertung undReaktionEmissionenKeine eigene energiestandardNiedrige RelevanzPlanung: Ersatz der bestehenden Anlage durchBHKWNiedrige RelevanzAbfälleAbfallentsorgung bzw. –verwertu

LVR-Klinik Mönchengladbach Tagesklinische Behandlung 7 Tagesklinisches Zentrum Gartenstraße 8 Tagesklinik Regentenstraße 9 LVR-Wohnverbund Mönchengladbach, Peter-Röhl-Haus 10 . Bürger in den Landeskliniken Viersen in Behand-lung waren, in die neue Landesklinik Rheydt in ih-rer Heimatstadt übernommen.