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InhaltUnterrichtsmaterialienWeltethos in der SchuleVorworteIdee und Konzeption dieser Materialsammlung (S. Schlensog)An die lieben Kolleginnen und Kollegen (W. Lange)Lehrkräfte als freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht!Bildnachweis und Impressum(1)Interreligiöses Multimediaprojekt „Spurensuche“Zur Konzeption des Projekts und zum schulischen Einsatz (S. Schlensog)Erklärung der Piktogramme13Arbeitsblätter „Buddhismus“ (S. Schlensog, C. Kauth)Biographie BuddhasDie Vier edlen WahrheitenDas Rad der LehreLeben und Lehre BuddhasAusbreitung des BuddhismusDarstellungen des 51617–18Zen„Leere” – ShunyataKoans – Paradoxe RätselNirvanaErlösung im ChristentumEthos im VergleichGlaubensbekenntnis im VergleichGoldene Regel im VergleichBuddhismus und Weltethos19202122-232425262728Der Islam: eine BuchreligionDie fünf Säulen des IslamDas RitualgebetDas FastenMekka: die WallfahrtJerusalem: der FelsendomJerusalem: die heilige StadtErste arabische ExpansionZweite arabische ExpansionDie Farbe GrünDas gemeinsame GrundethosAusblick: Wir brauchen 63Arbeitsblätter „Islam“ (S. Schlensog, C. Kauth)Muslime – unsere NachbarnInterview-SpielStreit um das KopftuchJüdisch-muslimischer StammbaumAbraham: Ein VergleichAbrahams WanderungSchrift und SpracheKalligraphieDie Namen GottesDas Leben des ProphetenDie Berufung des ProphetenWas ist vergleichbar?Der Koran140121 Arbeitsbuch.indd 14 19:10:51 Uhr

InhaltUnterrichtsmaterialienWeltethos in der SchuleArbeitsblätter „Christentum“ (W. Lange)Basiskirche in SüdamerikaDer Weg JesuDer Tod Jesu am KreuzAuferweckt von Gott(2)65–6667–7273–8283–90Konflikt in AntiochienDer Glaube an Jesus ChristusDie ReformationWanderausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“Zur Ausstellung (S. Schlensog)Arbeitsheft zur Ausstellung1–3(M. Bauschke, Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Landeskirche Anhalts)Vor dem RundgangHinduismusChinesische 1011–1213–1415–1617–18Vorbilder der HumanitätDie Goldene RegelEhrfurcht vor dem LebenGerechtigkeit und SolidaritätToleranz und WahrhaftigkeitVerantwortung für den PartnerArbeitsblätter und Quiz zur Ausstellung (W. Lange, K. Hartmann, A. Gehrt-Woitzik)Aufgaben zum Erstbesuch derAusstellung und zur 3739–45Rätsel zu den WeltreligionenQuiz zur AusstellungWeltreligionen-TestThemenpool zu den Vier WeisungenInteraktive Übungen zur Ausstellung (H. Rolf)Vorwort und InhaltWas mir wirklich wichtig ist„Ihre Meinung, bitte.“Der halbe StuhlDas 253–5657„Hau doch ab!“Fortsetzung folgt.Reflexionen über die AusstellungEin Buch rialien zur „Goldenen Regel”(W. Lange)Lessings RingparabelDie Botschaft der RingparabelUmsetzung im Schulalltag140121 Arbeitsbuch.indd 21–234Die Goldene Regel in den ReligionenTextblatt „Lessings Ringparabel“4 Arbeitsblätter567–1021.01.2014 19:10:51 Uhr

InhaltUnterrichtsmaterialienWeltethos in der Schule(4)Unterrichtsmaterialien zu den Vier Weisungen: Gewaltlosigkeit(W. Lange)Zur MethodikÜbersicht über die sechs Stufen, in denenman sich das Thema erschließen kann10 Arbeitsblätter5 Textblätter5 materialien zu den Vier Weisungen: Gerechtigkeit(W. Lange)Zur Methodik1Übersicht über die sechs Stufen, in denen3-6man sich das Thema erschließen kann17 Arbeitsblätter7–263 Textblätter27-353 Bildblätter37–39(6)Unterrichtsmaterialien zu den Vier Weisungen: Wahrhaftigkeit(W. Lange, K. Hartmann, A. Gehrt-Woitzik)Zur Methodik1Übersicht über die sechs Stufen, in denenman sich das Thema erschließen kann3–517 Arbeitsblätter7–242 Textblätter25–273 Bildblätter29–31(7)Unterrichtsmaterialien zu den Vier Weisungen: Partnerschaft von Mann und Frau(W. Lange)Zur Methodik1Übersicht über die sechs Stufen, in denenman sich das Thema erschließen kann3–614 Arbeitsblätter7–289 Textblätter29–513 Bildblätter53–55140121 Arbeitsbuch.indd 321.01.2014 19:10:52 Uhr

Inhalt(8)UnterrichtsmaterialienWeltethos in der SchuleVom Reichtum der Religionen lernenEin Grundschulprojekt mit Rucksäcken in 10 Stationen (K. Hartmann, A. Gehrt-Woitzik)ThemenübersichtKalligrafisches rn/Pessach-Fest1234Stifter-Puzzle/Kreatives SchreibenKalender/WandtafelArbeitsblatt2 Textblätter567–89–10Daoismus/Buddhismus: Innere Ruhe und Achtsamkeit (W. Lange)Übersicht über die vier Stufen, in denenman sich das Thema erschließen kann11–134 Arbeitsblätter5 Textblätter3 Bildblätter15–1819–2325–2729306 Arbeitsblätter2 Textblätter31–4041–42436 Arbeitsblätter45–50515 Arbeitsblätter53–58597 Arbeitsblätter61–69Weihnachts-Botschaften (W. Lange)VorbemerkungProjektübersichtErlösung im Hinduismus (W. Lange)ÜbersichtErlösung in der Chinesischen Religion (W. Lange)ÜbersichtErlösung im Buddhismus (W. Lange)ÜbersichtWas wissen wir über .? (M. Bauschke)4 Arbeitsblätter71–78Was beten Christen und was Muslime? (M. Bauschke)1 Arbeitsblatt79–80Die christliche Bibel als Bibliothek (M. Bauschke)1 Arbeitsblatt140121 Arbeitsbuch.indd 481–8221.01.2014 19:10:52 Uhr

InhaltUnterrichtsmaterialienWeltethos in der Schule(9)Materialien zu diversen Themen„Weltethos” in der Grundschule (F. Mann, E. Gorner)MaterialbedarfBeschreibung des Unterrichtsverlaufs12–6Materialienblatt78 Arbeitsblätter2 Textblätter13–2123–245 Textblätter27–31Die Zehn Gebote – noch für heute? (W. Lange)Übersicht über die drei Stufen, in denenman sich das Thema erschließen kann9–11Bausteine für einen Gottesdienst vonChristen und Muslimen (W. Lange)Übersicht über den Ablauf desgemeinsamen Gottesdienstes25–26Ein gemeinsames Ethos angesichts der Probleme unserer WeltVier Unterrichtseinheiten (Christoph Knoblauch)Einleitung1. Unterrichtseinheit:Weltreligionen und Weltethos2. Unterrichtseinheit:Goldene Regeln in unserem Umfeld3335–3637–383. Unterrichtseinheit:Ein gemeinsames Weltethos4. Unterrichtseinheit:Unser Weltethos angesichts derProbleme unserer Welt39–4041–42(10) Auf dem Weg zu einem „Schulethos“Vom Weltethos zum Schulethos. Schritte auf dem Weg zu einer erneuerten Schulkultur (M. Bauschke) 1–6Pädagogische Schulentwicklung. Auf der Wertebasis des Weltethos am Beispiel der kommunalen Berufsschule 3 in Nürnberg7–12(M. Müller – G. Horn)Schule und Ethos. Vortrag (H. Offermanns)140121 Arbeitsbuch.indd 513–1521.01.2014 19:10:52 Uhr

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VorwortIdee und Konzeptiondieser MaterialiensammlungAls Hans Küng im Jahr 1990 das Büchlein „ProjektWeltethos“ veröffentlichte, hatte niemand geahnt,welche Kreise, national und weltweit, die WeltethosThematik ziehen sollte. Die Idee, dass wir weltweitüber die Grenzen aller Kulturen hinweg ge meinsameSpielregeln brauchen – Werte, Normen, ethischeHaltungen –, damit wir auf diesem Planeten friedlichzusammenleben können, war nicht nur plau sibel, son dern hat viele Menschen geradezu elektrisiert. Kern gedanke der Weltethosidee ist die Einsicht, dassdie großen Weltreligionen und Philosophien seit Jahr tausenden von den Menschen bestimmte ethischeStandards fordern, die auch heute von ungebrochenerRelevanz sind. Daraus ergeben sich mehrere Konse quenzen:1. M enschen unterschiedlicher Kulturen müssen mehrvoneinander wissen, brauchen mehr interkulturelleKompetenz, damit sie nicht nur wissen, was sie von einander unterscheidet, sondern auch, was ihnengemeinsam ist.2. Vor allem müssen wir lernen, dass uns besondersim Ethos mehr verbindet, als wir oft für möglichhalten, auch wenn in den einzelnen Religionen diesesEthos je unterschiedlich begründet wird.3. Wenn wir danach fragen, welche Werte und Normenin unserer Gesellschaft und weltweit für ein fried liches Miteinander notwendig sind, dann müssen wirdiese Werte nicht neu erfinden, sondern wir müssendas vorhandene gemeinsame ethische Erbe der Reli gionen und Philosophien nur neu bewusst machen.4. Diese gemeinsamen Werte und Normen sind vongrund legender Bedeutung, nicht nur für den Ein zelnen sondern in unter schiedlichsten Bereichenunserer Gesellschaft: in Firmen und in der Wirt schaft überhaupt, aber auch in der Politik, im Sportund in vielen anderen Bereichen.Ethos, richtig vermittelt und verstanden, soll die Men schen nicht gängeln, gar knebeln, sondern möchtezu einem gelingenden Zusammenleben über kulturelleGrenzen hinweg befreien.Seit „Projekt Weltethos“ ist viel zu dieser Thematikgeforscht und geschrieben worden. Ein Meilenstein140121 Arbeitsbuch.indd 7war die von Graf Karl Konrad von der Groeben undseiner Frau Ria ermöglichte Gründung der StiftungWelt ethos im Jahr 1995. Die Stiftung Weltethos hat essich zur Aufgabe gemacht, die begonnene Grundlagen forschung nicht nur weiterzutreiben, sondern vor allemWege zur Vermittlung der Weltethos-Thematik in unter schiedlichste Bereiche unserer Gesellschaft hin einzu erarbeiten. Über die Aktivitäten der Stiftung kannman sich auf unserer Internet-Homepage(www.weltethos.org) umfassend informieren. Dortgibt es auch einen Online-Shop, wo alle Bücher undMaterialien zum Thema eingesehen und erworbenwerden können.Kernbereich unserer Stiftungsarbeit war von Anfangan die Arbeit an und mit Schulen, da wir davonüberzeugt sind, dass die Wertevermittlung und dieVer mittlung interreligiösen Wissens bei Kindern undJugend lichen, ja, womöglich schon im Kindergartenbeginnen muss. Von Anfang an suchten wir deshalbdie Zusammenarbeit mit Schulpraktikern, um gemein sam mit ihnen Handreichungen für die schulischeArbeit zu entwickeln und Lehrkräfte fortbildungen an zubieten. Mit dem Multimediaprojekt „Spuren suche“– sieben knapp einstündigen Fernsehfilmen über dieWeltreligionen, einem Begleitbuch und einer inter aktiven CD-ROM – entstand Ende der 1990er Jahreein weiteres wichtiges Werkzeug für die schulischeArbeit. Darauf aufbauend entstand wenige Jahrespäter die Wanderausstellung „Weltreligionen – Welt frieden – Weltethos“, die in stark elementar isierterForm einen Zugang zum Ethos der großen Religionenund den Grundelementen eines Weltethos – wie in derWelt ethos-Erklärung vom Parlament der Welt religionenin Chicago 1993 zum ersten Mal ausformuliert – bietet.Aufgrund jahrelanger Erfahrungen bei der Vermit t lung der Weltethos-Thematik und aufgrund meinerungezählten Kontakte mit Lehrkräften und Schulenbei Vorträgen, Fortbildungsveranstaltungen, Projekt tagen und anderem mehr entstand schließlich dieIdee, eine umfangreiche Sammlung von Unterrichts materialien zum Thema Weltethos zu erarbeiten undanzubieten. Gesamtschullehrer Walter Lange (CastropRauxel), von Anfang an freier Mitarbeiter unsererStiftung, hat mich darin bestärkt und sich sofort mitmir an die Arbeit gemacht. 21.01.2014 19:10:53 Uhr

VorwortZustandegekommen ist schließlich der vorliegendeOrdner mit Unterrichtsmaterialien zu verschie dens tenThemen, allesamt erarbeitet von Praktikern aus Schuleund Bildungsarbeit. Die Autorinnen und Autoren sindjeweils im Inhaltsverzeichnis vermerkt, ihnen wird amEnde eigens gedankt. Die Palette der angebotenen Mate rialien ist im Inhaltsverzeichnis leicht zu über schauen.Es beginnt mit Materialien zum Multimedia projekt„Spurensuche“, dem sich umfassendes Material zurWanderausstellung „Welt religionen – Weltfrieden –Weltethos“ anschließt. Dann folgen größere Komplexemit Unterrichts materi alien zur Goldenen Regel undden vier Weisungen der Welt ethos-Erklärung desParlaments der Weltreligionen (Chicago 1993), demGrundlagendokument unserer Stiftungsarbeit. Demfolgen Materialien zum „Reich tum der Religionen“und anderen Einzelthemen bis hin zu Bausteinen einesGottesdienstes von Christen und Muslimen.Ab ges chlossen wird das Ganze von einer Sammlungvon mehr grundsätzlichen Überlegungen und Er fahrungs berichten, wie die Weltethos-Thematik ineinzelnen Schulen mittel- und langfristig verwurzeltund zum integralen Bestandteil einer Schulkultur,eines Schulethos werden kann.Alle Materialien sind an keinerlei didaktisches Mustergebunden. Sie können frei und kreativ in unter schied lichsten Fächern, Klassenstufen und Schularten zumEinsatz kommen. Es sind Materialien, die von Prakti kern entworfen und erprobt wurden. Für die Inhaltesind die Autorinnen und Autoren verantwortlich.Zum Schluss möchte und darf ich danken: Vor allemWalter Lange, meinem aktivsten freien Mitarbeiter.Ohne ihn hätte sich die schulische Arbeit der Stiftungin dieser Form nie entwickeln können. Von Anfangan war und ist Walter Lange unermüdlich in SachenWeltethos unterwegs. Sein Verdienst nicht nur umdie Umsetzung der Weltethos-Thematik, sondern auchund besonders um die Entstehung dieser Materialien sammlung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Uner müd lich hat er Unterrichtsmaterialien entworfen,erprobt und mit mir diskutiert, stets auf der Suchenach aktuellen Themen und Fragestellungen. Dankenmöchte ich auch Katrin Hartmann und Anke GehrtWoitzik (Leipzig), die am Konzept dieser Materialien sammlung mitgewirkt haben und die ebenfalls Materi alien bei gesteuert haben. Danken möchte ich schließlich140121 Arbeitsbuch.indd 8auch den anderen Autorinnen und Autoren, ohnederen vielfältige Beiträge diese abwechslungsreicheSam mlung nicht zustande ge kommen wäre:Dr. Martin Bauschke (Berlin), Carsten Kauth(Tübingen), Prof. Dr. Frido Mann (Pfäffikon/CH),Eberhard Gorner (Konstanz), Dr. Manfred Müllerund Gerhard Horn (Nürnberg), Dr. Hans Rolf (Bremen),Dr. Helga Offermanns (Wiesbaden). Danken möchteich auch Alexander Schlensog (München), der all dieMaterialien in ein gleicher maßen ansprechendes wiefunktionales Layout gebracht hat und für die gesamtesatztechnische Herstellung verantwortlich zeichnet,sowie Christoph Lang (Rottenburg), der den Umschlaggestaltet hat.Danken möchte ich zwei unsichtbar Anwesenden,welche durch ihre wissenschaftliche Arbeit dieschulische Umsetzung der Weltethos-Thematik vonAnfang an begleitet und unterstützt haben: Prof. Dr.Johannes Lähnemann (Erlangen-Nürnberg) undProf. Dr. Dr. h.c. Karl Ernst Nipkow (Tübingen).Beide haben wichtige pädagogische Grundlagenarbeitzum Weltethos geleistet und vieles zur Verbreitungdes Themas in den Schulen beigetragen, die Lektüreihrer einschlägigen Werke sei allen Schulpraktikernans Herz gelegt.Danken möchte ich schließlich allen freien und festenMitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Welt ethos, – allen voran dem Initiator und geistigen Vaterdes Projekts Weltethos Prof. Dr. Hans Küng –, mitdenen ich über die Jahre so viele wertvolle Er fahrungenin der schulischen Vermittlungsarbeit der WeltethosThematik sammeln durfte. Besonderer Dank gilt meinerAssistentin Julia Willke M.A., die mir mit großemEinsatz bei der Schlussredaktion der Materialien zurSeite stand sowie die Nutzungsrechte abgeklärt hat.Und jetzt sind Sie gefordert, liebe Lehrerinnen undLehrer, diese Ideen in die Schulen zu tragen und mitIhrer eigenen Kreativität, mit Leben zu füllen!Tübingen, August 2011Dr. Stephan SchlensogGeneralsekretär Stiftung Weltethos21.01.2014 19:10:53 Uhr

VorwortLiebe Kolleginnen und Kollegen1955 schrieb Hermann Hesse an seine Leser in Japan:„Es geht heute nicht mehr darum, Japaner zum Christentum, Europäer zum Buddhismus oder Taoismus zubekehren. Wir sollen und wollen nicht bekehren und bekehrt werden, sondern uns öffnen und weiten; wirerkennen östliche und westliche Weisheit nicht mehr als feindlich sich bekämpfende Mächte, sondern als Pole,zwischen denen fruchtbares Leben schwingt.“Nach mehr als 50 Jahren ist diese Vision HermannHesses immer noch topaktuell – besonders in unsereranspruchsvollen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.Wir leben zunehmend in einer multikulturellen,multi religiösen Welt, die nach Orientierung, zumalfür Heranwachsende, verlangt, in der wir fremdenKulturen und Religionen begegnen, die statt desGegeneinanders das Miteinander braucht.Wie oft mühen wir uns tagtäglich redlich in diesemSinne? UND: Wie oft scheitern wir aber auch mehroder minder andem (zu) hoch gesteckten Ziel,den zu großen Klassen- und Kursstärken, den zu heterogenen Gruppen, also Kindern undJugend lichen aus verschiedenen Kulturkreisen,verschiedenen religiösen Milieus oder aberaus areligiösen Kreisen, viel zu wenig Zeit – vor, während und nach derun mittelbaren Arbeit, den fehlenden materiell-technischenAusstattungen etc.?Die AutorInnen dieses Arbeitsbuches sind überzeugt,dass das Projekt Weltethos für unsere alltäglicheArbeit eine große Hilfe ist.Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen:Nachhaltigkeit in der Aus ein andersetzung mit denThemen Weltreligionen und Weltfrieden bei unserenHeranwachsenden erreichen wir nicht allein durcheinen Ausstellungsbesuch oder den Erwerb derBroschüre, sondern nur durch eine Arbeit weit überdiese Initiativen hinaus, die so facettenreich wienur möglich gestaltet werden muss.Bei der Entstehung dieses Buches haben wir uns leitenlassen von dem Gedanken, dass Kollegen sagenkönnen: „Das kann ich auch.“140121 Arbeitsbuch.indd 9Wir verzichten auf lange Einleitungen, auf Lern ziel angaben, auf spezielle Methodenvorgaben, die denEindruck erwecken könnten, man müsse erst einenKurs „Methodenkompetenz“ absolvieren, um mitdiesem Buch arbeiten zu können. Nein, der Lehrerkann sofort „in die Vollen“ gehen.Wir liefern Bausteine mit ansprechendem Bildmaterialund übersichtlichen, aktuellen Texten, die sich in deralltäglichen Unterrichtsarbeit bewährt haben. Sie sindin der Regel in fünf Schritte gegliedert.Diese Bausteine müssen nicht sequentiell bearbeitetwerden, weisen aber eine logische Stringenz auf.Allerdings sind Unterrichtssituationen denkbar, woder Unterrichtende Themen schon „angeschnitten“hat, so dass auf den Einstieg verzichtet werden kann.Kurz: Wir möchten Impulse geben, die es dem Unter richtenden ermöglichen, jeweils der Situation angepasstund flexibel zu reagieren: Im Leben existiert immereine Fülle von Lösungen und nicht nur eine einzigwahre und machbare.Arbeitspläne statt LehrpläneWir wissen, was sich vor Ort in den Schulen abspielt.Schulinspektoren kommen und verkünden an schließenddie neue „Frohe Botschaft“: Weg vom Frontal unterrichthin zum selbständigen Lernen!Weitsichtige Pädagogen wie der Tübinger UlrichHerrmann formulieren dies seit längerem so: Schülerbrauchen Arbeitspläne! Ihre Begründung:Die Debatte über die Lehrpläne in der verkürzten Gym nasial zeit geht von drei irrigen Voraussetzungen aus: rstens sind die heutigen Lehrpläne keine Lehr-,Esondern Stoffverteilungspläne. Zweitens sind sie nicht einfach Pläne, sondern Vor schriften und insofern ein zentrales Instrument derbürokratischen Verregelung der Schule.D rittens sind Lehrpläne keine Lerngänge; dennsie sagen ja nicht, wie die Schüler praktisch vorgehen sollen. 21.01.2014 19:10:53 Uhr

VorwortUnd weil das so ist, ergibt es keinen Sinn, sie wiedereinmal nach neuester politischer oder pädagogischerMode umzufrisieren, sondern sie gehören in den Papier korb und müssen durch Arbeitspläne für die Schülerersetzt werden. Das ist zwar schulpädago gisch,motivations- und lernpsychologisch ein alter Hut, mussaber offenbar immer wieder in Erinnerung gerufenwerden. Man kann es sich auch so klar machen: DerFahrplan der Bahn ergibt für die Reisenden nur Sinn,wenn er auch zugleich als Arbeits plan für die Lok führer funktioniert.1Herrmann plädiert dafür, „jeden einzelnen Schülerzeigen zu lassen, was er kann. Dafür braucht er Ein führungen (Unterricht), Anleitungen (Beratung),Arbeitsmaterialien (im Klassenzimmer oder Recherche möglichkeiten) und Zeit. Sehr viel Zeit; besonders dann,wenn er auf lehrreiche Umwege geraten ist und auchnoch präsentieren können soll, was er sich gemein sammit anderen erarbeitet hat. Auf diese Weise lernt er,Arbeitshaltungen einzuüben, Anstrengungs- undQualitäts bewusstsein zu entwickeln. Die Selbst disziplin und das Selbstvertrauen der Jugendlichenwerden gestärkt.Zu alledem bedarf es keines detaillierten Lehrplans,sondern flexibler Arbeitspläne. Das kann ein Wochen plan sein, ein Monatsplan, ein Organisationsplan füreine ganze Arbeits-, bisher noch Unterrichtseinheitgenannt.“Mit unserem Ordner „Weltethos in der Schule“ bietenwir Lehrerinnen und Lehrern einen reichen Fundus,diesem Anspruch gerecht zu werden.Deshalb enthält das ArbeitsbuchVorschläge zur Arbeitm it nur einzelnen, ausgewählten Vorschlägen fürSequenzen bis zu 45 bzw. 90 min,ü ber mehrere Stunden,w ährend eines oder mehrerer Projekttage/s.Wir haben uns bemüht, Ihnen und Ihren Lern- undArbeitsgruppen verschiedenen Alters und ver schie dener Lernvoraussetzungen methodisch viel fältigeAngebote zu unterbreiten, von strengen text-, bildoder musikbezogenen Fragen bis hin zur Lösung vonkreativ-schöpferischen, freie Assoziation ermög lichenden Aufgaben. Nicht jedes Arbeitsblatt enthältArbeits aufgaben oder Impulse, denn wir wollen nichteinengen, sondern „öffnen und weiten“.Sie entscheiden, welche der möglichen Sozialformen –von der Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit – Ihnen inder konkreten Situation angemessen erscheint.Wir laden Sie ein auf eine gemeinsame, abenteuerlicheSpurensuche mit Kindern und Jugendlichen, denReichtum der Religionen und das Potenzial desProjektes „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“Stück für Stück zu erschließen.Das bringt ein Plus an Erfolgen, Freude und Motivationin unserer tagtäglichen anspruchsvollen Arbeit.Sie dürfen uns beim Wort, nicht nur beim Vorwort,nehmen, liebe MitstreiterInnen.Walter LangeProjektleiter Schule der Stiftung Weltethos1140121 Arbeitsbuch.indd 10 Ulrich Herrmann, Entsorgt die Lehrpläne! in:Süddeutsche Zeitung vom 7.4.2008.21.01.2014 19:10:54 Uhr

VorwortLehrkräfte als freie Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter gesucht!Sie sind Lehrerin oder Lehrer?Sie haben Interesse an der Weltethos-Thematik und an der Arbeit derStiftung Weltethos?Sie haben Freude daran, Ihre Erfahrungen an andere Kolleginnen undKollegen weiterzugeben?Sie würden auch gern einmal öffentliche Vorträge vor allgemeinemPublikum halten?Wenn dies (auch teilweise) auf Sie zutrifft, dann würden wir Sie gern alsfreie Mitarbeiterin oder als freien Mitarbeiter gewinnen. Gerade imschulischen Bereich ist die Stiftung Weltethos auf die schulpraktischenErfahrungen von Lehrkräften angewiesen. Unser kleines Mitarbeiterteamfreut sich über jede Verstärkung.Sollten Sie Interesse haben, dann können Sie sich gern an mich wenden:telefonisch (07071-62646) oder per E-Mail ([email protected]).Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören.Herzlich, IhrDr. Stephan SchlensogGeneralsekretär Stiftung Weltethos140121 Arbeitsbuch.indd 1121.01.2014 19:10:54 Uhr

ImpressumBildnachweisDie Ziffern in Klammern beziehen sich auf die jeweiligen Kapitel,folgende Zahlen sind Seitenangaben.AP: (6) 29, 30, 31 (7) 55BilderBox.com: (4) 31Marcus Brandt/ddp: (4) 29Walter Lange: (8) 27Tatja B./plainpicture: (4) 32Gerhard Mester/Publik-Forum: (5) 39Pepsch Gottscheber/Süddeutsche Zeitung 05.09.2006: (5) 38Wolfgang Horsch/Süddeutsche Zeitung 20.07.2005: (5) 37Tomek Sadurski/Süddeutsche Zeitung 29.04.2006: (4) 33 (7) 54 (8) 26Photothek.net/SV-Bilderdienst: (7) 53Umschlag (von links nach rechts): M. org/oustgloriademo050907.jpg; HarryMelchert/dpa; Steven James Silva/REUTERS; Oliver Weiken/epa;Christoph Lang; Waltraud Grubitzsch/dpa; Oppitz/KNA-BildDie restlichen Bildnachweise konnten bis zur Drucklegung nichtabschließend geklärt werden; die Rechteinhaber können bei der StiftungWeltethos erfragt werden.Die Urheberrechte sämtlicher in dieser Mappe abgedruckten Texte undBilder liegen bei den jeweils genannten Autorinnen und Autoren, beioben genannten Rechteinhabern und bei den angegebenen Zeitschriftenoder Verlagen. Die Texte dürfen nur im Unterricht oder zu privatenZwecken verwendet und kopiert werden.Im Falle von kommerzieller Verwendung und Publikation (gedruckt,auf Film oder auf Datenträgern) müssen die Abdruckgenehmigungen beiden jeweiligen Rechteinhabern eingeholt werden.Impressum Stiftung Weltethos, Tübingen, 4. unveränderte Auflage 2014Grafik Design: Alexander Schlensog, MünchenUmschlaggestaltung: Studio Christoph Lang, RottenburgStiftung WeltethosWaldhäuser Straße 2372076 TübingenDeutschlandTelefon: 49-7071-62646Telefax: 49-7071-610140E-Mail: [email protected] Arbeitsbuch.indd 1221.01.2014 19:10:54 Uhr

erlösung im christentum 24 ethos im Vergleich 25 glaubensbekenntnis im Vergleich 26 goldene Regel im Vergleich 27 Buddhismus und Weltethos 28 Muslime – unsere nachbarn 29–31 Interview-Spiel 32 Streit um das Kopftuch 33–35 Jüdisch-muslimischer Stammbaum 36 abraham: ein Vergleich 37 abrahams Wanderung 38