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PhilosophischeGrundbegriffeVortragsreihe im Studium generaleder Hochschule KonstanzSommersemester 2005Aula, montags, 19.30 Uhr

rtwe2Die Vortragsreihe wird gefördert vomrtwe – Referat für Technik- und Wissenschaftsethik an den baden-württembergischenFachhochschulen. Die Teilnahme kann für denErwerb des „Ethikums“ angerechnet werden.

Eine Einführung in die Philosophie – nicht von gesternDie Vortragsreihe »Philosophische Grundbegriffe« wendet sichan ein Publikum ohne Vorkenntnisse in Philosophie und istBestandteil des Studium generale der Hochschule Konstanz.Die Referenten bieten mit ihren Vorträgen eine begriffsgeschichtliche Einführung in die Philosophie. So wird denHörern ein Überblick vermittelt über die Entwicklung derBegriffe »Glück«, »Philosophie«, »Wahrheit«, »Raum«, »Komplementarität«, »Ethik«, »Ökonomie«, »Gott«, »Kommunikation«, »Zeit«, »Technik« und »Information« in der Geschichteder Philosophie. Neben den geschichtlichen werden auchaktuelle Aspekte der Begriffe diskutiert, denn schließlich istPhilosophie »nicht von gestern«.Die Vortragsreihe wird vom Studiengang Kommunikationsdesign organisiert (Prof. Dr. Volker Friedrich).www.kd.fh-konstanz.de3

Termine21.03.GlückProf. Dr. Volker FriedrichHochschule Konstanz04.04. PhilosophieProf. Dr. Klaus KornwachsBTU Cottbus, Universität Ulm11.04.WahrheitHarald Kirchner, M.A.SWR – Südwestdeutscher Rundfunk, Stuttgart18.04. RaumDr. Matthias KellerAsperg25.04. KomplementaritätDr. Erich RöhrleStuttgart02.05. EthikProf. Dr. Michael Wörzrtwe, Hochschule Karlsruhe4

09.05. ÖkonomieDr. Herbert SchlotterWürttembergische Versicherungsgruppe, Stuttgart30.05. GottProf. Andreas P. BechtoldHochschule Konstanz06.06. KommunikationProf. Dr. Michael Wörzrtwe, Hochschule Karlsruhe13.06. ZeitDr. Erich RöhrleStuttgart20.06. TechnikDr. Klaus ErlachIPA – Fraunhofer Institut für Produktionstechnikund Automatisierung, Stuttgart27.06. InformationDiplom-Informationswissenschaftler Andreas R. BrellochsBCG – Boston Consulting Group, Zürich5

21.03.GlückProf. Dr. phil. Volker FriedrichHochschule KonstanzSeit der Antike ist die Frage nach einem sinnvollen, erfülltenLeben immer wieder von den Philosophen gestellt worden,und nicht nur vor ihnen: Wie er ein glückliches, erfülltes Lebenführen kann, diese Frage dürfte wohl für jeden Menschenbedeutsam sein.Aristoteles sah im Glück, also in einem – im umfassendenSinne – gelungenen Leben, das höchste Gut. Kann man eserstreben? Was gehört dazu? Wissen Philosophen darauf»allgemeingültige« Antworten? Derlei Fragen wird in diesemVortrag nachgegangen.Volker Friedrich hat an der Hochschule Konstanz die »Professurfür Kreatives Schreiben im Kommunikationsdesign« inne.Er studierte an der Universität Stuttgart Philosophie,Germanistik sowie Politikwissenschaften, schloss als»Magister Artium« ab und promovierte in Philosophie mit einermedientheoretischen Arbeit. Er absolvierte eine Ausbildungzum Redakteur und arbeitet als Journalist, Kritiker und Publizistfür zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkanstaltenim In- und Ausland. Als Autor legte er mehrere Buchveröffentlichungen vor, insbesondere zu philosophischen Fragen.6

04.04.PhilosophieProf. Dr. phil. habil. Klaus KornwachsBTU Cottbus, Universität UlmEin großer Teil philosophischer Bemühungen bestand schonimmer darin zu fragen, was Philosophie eigentlich sei. Philosophie stellt aber auch andere Fragen, hartnäckig, schon immer;aber jede Zeit findet ihre eigenen Antworten darauf. Oft totgesagt, ist sie lebendiger denn je in einer Zeit, die wegen ihrerüberbordenden Rationalität um so mehr der Orientierungbedarf. Der Vortrag behandelt die Grundfragen der Philosophieund ihre Methoden, mit denen sie versucht, zu Antworten zukommen.Prof. Dr. phil. habil. Dipl-Phys. Klaus Kornwachs ist Inhaber desLehrstuhls für Technikphilosophie an der BrandenburgischenTechnischen Universität Cottbus und lehrt zudem am Humboldt-Zentrum der Universität Ulm. Er hat an den UniversitätenTübingen, Freiburg und Kaiserslautern Mathematik, Physik undPhilosophie studiert. Das Diplom erwarb er sich zu einemThema in der Molekülspektroskopie. Er promovierte zum Dr.phil. mit einem Thema zur Analytischen Sprachphilosophie undhabilitierte für das Fach Philosophie mit einem systemtheoretischen Thema. 1991 erhielt Klaus Kornwachs den SELForschungspreis Technische Kommunikation der SEL-Stiftung.Zu seinen Arbeitsgebieten zählen die Analytische Philosophie(Wissenschaftstheorie), die Praktische Philosophie (Arbeit,Technik, Natur, Ethik) sowie die Technikfolgenabschätzung(Kognitive Systeme, Technik, Organisation). Prof. Dr. Kornwachsveröffentliche zahlreiche Aufsätze und Bücher.7

11.04.WahrheitHarald Kirchner, M.A.SWR – Südwestdeutscher Rundfunk, StuttgartDer Vortrag wird einerseits auf die Geschichte des Begriffes»Wahrheit« eingehen, andererseits vor allem auf seine Relevanzim täglichen Leben. Was bedeutet Wahrheit in einer Lebenswelt,in der die meisten Erkenntnisse nicht aus erster Hand stammenund kaum überprüfbar sind? Verändert sich dadurch der Wahrheitsbegriff? Gibt es so etwas wie Wahrheit in einem umgangssprachlichen Sinne überhaupt? Es wird versucht, den Begriffeinzuordnen und darzustellen, wie »Wahrheit« in der Praxis verwendet wird.Harald Kirchner studierte Germanistik und Philosophie an derUniversität Stuttgart, der Schwerpunkt lag dabei auf Themender Ethik. In seiner Magisterarbeit mit dem Titel »Ethik in derMedizin – Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung ethischer Theorie« ging es vor allem um das Verhältnis von Patientund Arzt, von Selbstbestimmungsrecht versus wissenschaftlicheKompetenz. In seinen Studien beschäftigt sich Harald Kirchnermit Fragen wie: Wie lässt sich Philosophie in praktischenLebensfragen anwenden? Welche Relevanz kann Philosophie imaktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskurs haben?Nach dem Studium hat er beim Süddeutschen Rundfunk einHörfunk-Volontariat absolviert, zuvor für Lokalzeitungen geschrieben. In den letzten Jahren war er überwiegend für dieNachrichtenredaktion Fernsehen, Baden-Württemberg Aktuelltätig.8

18.04. RaumDr. rer. nat. Matthias KellerAspergDie Frage nach der Beziehung zwischen Raum, Zeit und Materieist eine der grundlegenden Fragen der Naturphilosophie. Vorallem der griechischen Philosophie und Mathematik verdankenwir die Erkenntnis, dass gerade die Struktur des Raumes, die sichin den geometrischen Beziehungen der Dinge zueinander kundtut, als etwas vollkommen Rationales begriffen werden kann, imGegensatz zu den vielfältigen Strukturen konkreter Einzeldinge.Trotz allem war und ist es fragwürdig, um was für eine ArtSeiendes es sich beim Raum handelt. Existiert der Raum wirklichoder nur virtuell? Ist leerer Raum rein nichts? Ist der Raum unendlich? Und warum gerade drei Dimensionen? Welche Stellungnimmt der Mensch ein in diesen unermesslich großen Räumen?Von den Vorsokratikern bis hin zur Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins wurde um Antworten auf diese Fragen gerungen. Die Beobachtung eines aktuell beschleunigt expandierenden Universums wirft weitere neue Fragen auf.Dr. rer. nat. Matthias Keller erwarb 1990 den Titel eines MagisterArtium in Philosophie. Sechs Jahre später promovierte er inPhysik über das Thema »Quanteninformation und Physik desEntanglement«. Am Humboldt-Zentrum für Philosophie undGeisteswissenschaften der Universität Ulm hat er seit 2003Lehraufträge zu naturphilosophischen Themen übernommen.Dr. Keller arbeitet als Software-Entwickler in Asperg.9

25.04. KomplementaritätDr. Erich RöhrleStuttgartDer Begriff »Komplementarität« ist vor allem durch die nochnicht gelösten Probleme der modernen Physik (Quantenmechanik) durch Niels Bohr und seine Schule (W. Heisenberg,W. Pauli, C. F. v. Weizsäcker u.a.) bekannt geworden. Er stammtjedoch weder aus der Physik noch ist er damit schon voll ausgeschöpft; vielmehr kommt ihm eine beachtliche erkenntnistheoretische und damit grundsätzlich philosophischeBedeutung zu. Diese philosophische Bedeutung des Begriffes»Komplementarität« steht im Zentrum des Vortrags.Dr. phil. Erich Adolf Röhrle hat bei der Post und der Kirche alsDiplom-Verwaltungswirt gearbeitet.Im Ruhestand hat er sich ab 1989 den langgehegten Jugendtraum wahrgemacht und ein Studium aufgenommen. An derUniversität Stuttgart studierte er zwar dann nicht, wie als Jungeerträumt, Physik, sondern »nur« Philosophie und Kunstgeschichte. Aber er legte 1997 die Magisterprüfung ab und unmittelbardanach schloss er ein Promotionsstudium an der UniversitätCottbus an, wo er sich im Jahre 2000 den Titel des »Dr. phil.«erwarb.Neben seinen Studien widmet sich Dr. Röhrle kulturgeschichtlichen Reisen. Ein »Mitbringsel« dieser Reisen konnten Hörerdes Studiengangs Kommunikationsdesign im vergangenen Jahrgenießen, als Dr. Röhrle einen Vortrag über Babylon hielt.10

02.05. EthikProf. Dr. phil. Dipl.-Ing. (FH) Michael WörzReferent für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württembergrtwe, Hochschule KarlsruheWer im Berufsleben nach Ethik fragt, reagiert auf ein Problem.Es besteht in der Unsicherheit, bei Entscheidungen über Zieledas Richtige zu wählen und bei moralischer Kritik nicht recht zuwissen, wie man darauf reagieren kann.Ethik als Theorie der Moral befasst sich mit den Quellenmenschlicher Orientierung und versucht, sie unter den Bedingungen des Berufslebens wirksam werden zu lassen. Dabeimuss sie keineswegs nur als hemmende Korrektur auftreten,sondern vor allem als Alternativen mehrende Kreativität. Diesekonstruktive Seite der Ethik soll besonders hervorgehobenwerden.Prof. Dr. Michael Wörz studierte Bauingenieurwesen an derFHT Stuttgart sowie Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Stuttgart, Bonn und Tübingen. Die PhilosophischeFakultät der Universität Tübingen nahm seine Dissertation überWirtschaftsethik (»System und Dialog«) an. Er verfasste mehrereBücher und tritt als Herausgeber hervor.Prof. Dr. Wörz sitzt der Konferenz der Ethikbeauftragten der 23Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg vor und leitetdas Referat und das Förderprogramm für Technik- und Wissenschaftsethik, aus dessen Mitteln die Vortragsreihe »Philosophische Grundbegriffe« gefördert wird.11

09.05.ÖkonomieDr. Herbert SchlotterWürttembergische Versicherungsgruppe, StuttgartÖkonomie – dieser Begriff wird so häufig gebraucht, dass erselbstverständlich und jedem verständlich erscheint. Seineaußerordentlich interessante Geschichte wird dabei seltenmitgedacht. Wer diese kennt, kann die Entwicklung bis zumheutigen Verständnis als Inbegriff der modernenWirtschaftswissenschaften nachvollziehen. Seine Wurzelnreichen tief in die Philosophiegeschichte hinein.Dr. phil. Herbert Schlotter hat Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaften und Philosophie studiert.Stationen seiner beruflichen Laufbahn: Referent und Referatsleiter beim Caritasverband für Württemberg e.V.; Leiter desReferats Weiterbildung bei der Allianz Lebensversicherungs-AG,Hauptverwaltung Stuttgart; Hauptabteilungsleiter Personal beider SV Sparkassen-Versicherung Leben und Allgemeine sowieparallel dazu Hauptabteilungsleiter Personal Grundsatzfragenund Führungskräftebetreuung im Konzern der SV SparkassenVersicherung Holding AG in Stuttgart.Seit 2001 leitet Dr. Schlotter die Abteilung Personalmanagementder Württembergischen Versicherungsgruppe in Stuttgart.Er hatte diverse Lehraufträge an der Universität Stuttgart inneund ist Autor von Fachveröffentlichungen.12

30.05. GottProf. Andreas P. BechtoldHochschule KonstanzVermisst: Gott! – Ein philosophischer KriminalfallMit wenigen Ausnahmen bildete Gott durch die Geschichte derPhilosophie hindurch den höchsten Gegenstand des Denkens,war er überall und stets an prominentester Stelle präsent.G.W. F. Hegel war sich noch sicher: »Was wäre dann sonst derMühe wert zu begreifen, wenn Gott unbegreiflich ist?« DochGott ist aus dem Denken und dem Vokabular der Philosophenverschwunden.Was ist geschehen? Wo hält sich der Vermisste auf? In einerBefragung wichtiger Zeugen und der üblichen Verdächtigungenaus der Geschichte der Philosophie soll der Fall geklärt werden.Wurde Gott vertrieben? Entführt? Handelt es sich um einVerbrechen? Vielleicht sogar um Mord? Wo könnte das Motivliegen?Prof. Andreas Bechtold unterrichtet Timebased-Design amStudiengang Kommunikationsdesign an der Hochschule fürTechnik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz. Er studiertekatholische Theologie in Freiburg im Breisgau und imspanischen Granada sowie Film an der Filmakademie BadenWürttemberg. Er arbeitet als Filmemacher und Drehbuchautor.13

06.06.KommunikationProf. Dr. phil. Dipl.-Ing. (FH) Michael WörzReferent für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württembergrtwe, Hochschule KarlsruheDie Wahrheit beginnt zu zweit, heißt es von Sokrates bis JürgenHabermas. Wer kommuniziert, ist Teil der Gesellschaft, und werdort etwas erreichen will, muss kommunizieren. Das gelingendeLeben in der privaten, beruflichen und gesellschaftlichenLebenswelt scheint davon abhängig zu sein, wie man jeweilsfähig ist, seine individuellen Belange zu artikulieren. Und auchüber den Erfolg oder Misserfolg beruflicher Anstrengungen wirdkommunikativ entschieden. Wer die innere Struktur vonKommunikation erkennt und sie situativ anzuwenden versteht,besitzt eine Fähigkeit, die zunehmend gefragt ist: »sozialeKompetenz«.Prof. Dr. Michael Wörz studierte Bauingenieurwesen an derFHT Stuttgart sowie Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Stuttgart, Bonn und Tübingen. Die PhilosophischeFakultät der Universität Tübingen nahm seine Dissertation überWirtschaftsethik (»System und Dialog«) an. Er verfasste mehrereBücher und tritt als Herausgeber hervor.Prof. Dr. Wörz sitzt der Konferenz der Ethikbeauftragten der 23Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg vor und leitetdas Referat und das Förderprogramm für Technik- undWissenschaftsethik, aus dessen Mitteln die Vortragsreihe»Philosophische Grundbegriffe« gefördert wird.14

13.06. ZeitDr. Erich RöhrleStuttgartWas Zeit ist, wissen wir bis heute nicht. Es ist weder der Physiknoch der Neurophysiologie, weder der Alltagserfahrung nochdem philosophischen Nachdenken gelungen, ein widerspruchsfreies Konzept unserer Zeitvorstellungen zu entwerfen. Auch derReferent kann das nicht; er möchte jedoch das Risiko eingehen,einige Aspekte des Problems zu erörtern.Dr. phil. Erich Adolf Röhrle hat bei der Post und der Kirche alsDiplom-Verwaltungswirt gearbeitet.Im Ruhestand hat er sich ab 1989 den langgehegten Jugendtraum wahrgemacht und ein Studium aufgenommen. An derUniversität Stuttgart studierte er zwar dann nicht, wie als Jungeerträumt, Physik, sondern »nur« Philosophie und Kunstgeschichte. Aber er legte 1997 die Magisterprüfung ab und unmittelbardanach schloss er ein Promotionsstudium an der UniversitätCottbus an, wo er sich im Jahre 2000 den Titel des »Dr. phil.«erwarb.Neben seinen Studien widmet sich Dr. Röhrle kulturgeschichtlichen Reisen. Ein »Mitbringsel« dieser Reisen konnten Hörerdes Studiengangs Kommunikationsdesign im vergangenen Jahrgenießen, als Dr. Röhrle einen Vortrag über Babylon hielt.15

20.06. TechnikDr. phil. Dipl.-Ing. Klaus ErlachIPA – Fraunhofer Institut für Produktionstechnik undAutomatisierung, StuttgartIm Zuge der Industrialisierung ist »die« Technik zu einemSchlüsselbegriff der Moderne avanciert – Heilsbringer für dieFortschrittsgläubigen, verteufelt von ihren Gegnern. Doch wasist das für ein Ding, das da so umstandslos im KollektivsingularHammer und Atomkraftwerk unter einen einzigen Begriffbringt? Zur Klärung werden die sechs sehr disparaten Aspektedes technischen Agierens entfaltet. Das Technische kann alsLebenspraxis verstanden und so von seinem zwangsläufig einseitigen Kollektivsingular erlöst werden.Dr. phil. Dipl.-Ing. Klaus Erlach studierte Maschinenbau undPhilosophie in Darmstadt, Stuttgart, Tübingen und Cottbus,machte zunächst seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur, daraufMagister und Promotion. Seine Dissertation »Das Technotop«behandelt die Technik in ihren anthropologischen Funktionenals Prothese und /oder Spielzeug sowie das technische Handelnals Risiko-Handeln. Er publizierte über »Technikwissenschaft«und zum Technikbegriff. Er ist Gründungsmitglied und Redakteur des Philosophie-Journals »der blaue reiter«. Dr. Erlacharbeitet als Planer von Fabriken und als Berater zur Gestaltungder Produktionsabläufe in Fabriken sowie in der Entwicklunggeeigneter Gestaltungsmethoden am Fraunhofer IPA – Institutfür Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart. Im VDI(Verein deutscher Ingenieure) leitet er die Arbeitsgruppe zurErstellung einer VDI-Richtlinie zur »Fabrikplanung«.16

27.06. InformationDipl.-Info.-wiss. (Uni), Dipl.-Dok. (FH) Andreas R. BrellochsBCG – Boston Consulting Group, ZürichWenn das »World Summit on the Information Society« (Genf2003 und Tunis 2005) als eines seiner wichtigsten Ziele dieÜberwindung der digitalen Spaltung (»digital divide«) ansieht,dann scheint sich unser Zeitalter (noch) nicht durch globaleInformiertheit auszuzeichnen. Doch »Information« spielt eineherausragende Rolle als Leitmotiv und Leitwährung, als Gegenstand von Mythen und Utopien etc. Der Informationsbegriffwird in unterschiedlichen Disziplinen widersprüchlich verwendet und ist Gegenstand hitziger Diskussionen. Der Vortragwird Stationen der ideengeschichtlichen Entwicklung desKonzeptes »Information« von den Ursprüngen in der Antike bisin die Neuzeit vorstellen. Außerdem wird der Referent beispielhaft auf einige aktuelle Auswirkungen des vorherrschendenInformationsverständnisses, vor allem vor dem Hintergrund derVerbreitung und Nutzung moderner Informations- undKommunikationstechnologie, eingehen.Andreas R. Brellochs hat seine Studien in Stuttgart als DiplomDokumentar (FH) und in Konstanz als Diplom-Informationswissenschaftler abgeschlossen. Er ist als Senior Researcher bei»The Boston Consulting Group« (»Knowledge Group«) in Zürichtätig. Zuvor leitete er die Abteilung »Information Services« beider Prognos AG (Wirtschaftsforschung, Strategieberatung) inBasel. Seit Jahren hat er Lehraufträge in den Bereichen Informationsmanagement, -ethik und -technik in Deutschland, Österreich und der Schweiz inne.17

Zertifikat »Ethikum«Das »Ethikum« ist ein Zertifikat, das Studierende an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg erwerben können.Es wird vom rtwe – Referat für Technik- und Wissenschaftsethikin Abstimmung mit dem Ethikbeauftragten der Hochschulenausgestellt.Jeder Studierende, der dieses Zertifikat erwerben möchte, mussim Laufe seiner Studienzeit mindestens drei Lehrveranstaltungen aus dem Themenfeld Ethik und Nachhaltige Entwicklungbesuchen und diese jeweils mit einer benoteten Leistung abschließen.Ab drei benoteten Scheinen und mindestens 100 Ethikpunktenwird das Zertifikat „Ethikum“ ausgestellt.Die Qualität des ethischen Wissens und Argumentieren wird inmündlichen und schriftlichen Leistungen nachgewiesen.Dabei sind drei Prädikate möglich:»mit Erfolg« (Note: 2,7-3.3)»mit gutem Erfolg« (Note 1,7-2,3)»mit sehr gutem Erfolg« (Note 1,0-1,3)Die Quantität des Lernvolumens wird mit Ethikpunktenangegeben. Für 2 Lehrstunden à 45 Min wird 1 Ethikpunkt [EP]vergeben.Für den Besuch der Vortragsreihe »PhilosophischeGrundbegriffe« bedeutet das:Anwesenheit einseitiges Protokoll jeder Veranstaltung 2 EPKomplett: 12 x 2 24 EPHinweise zum »Ethikum« im Punkt »Lehre« unter www.rtwe.de18

Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg vor und leitet das Referat und das Förderprogramm für Technik- und Wissen-schaftsethik, aus dessen Mitteln die Vortragsreihe »Philoso-phische Grundbegriffe« gefördert wird. 11. 09.05. Ökonomie Dr. Herbert Schlotter