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Aktuelles aus Wirtschaft und Politik Nr. 5 2016Thomas Schneiderist neuer Leiter Berufliche Vorsorge 8Bild: fotoliaBürokratiewahn:Neue Regeln fürKinderfahrzeuge 15Lysbüchel-ArealVerdichtenstatt verdrängenJetzt bewerben: JungDer Gewerbeverband Basel-Stadt zeigt, wie das Lysbüchelunternehmerpreis &IWB KMU Award 27 als Gewerbegebiet weiterentwickelt werden kann 4

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3Editorialkmu news Nr. 5 16InhaltsverzeichnisThemaWirtschaftsfläche Lysbüchel 4Eine Zukunft fürsGewerbegebiet LysbüchelAktuellJungfreisinnige gehen in die Offensive 6Überbetriebliche Kurse 6Freiburgerstrasse: Parkplatzkahlschlag 7Kolumne «Spitzhacke» 7Interview Berufliche Vorsorge 8Ökologische Motorfahrzeugsteuer 10Wahlen Abstimmungen«Milchkuh»-Initiative 12Weitere nationale Vorlagen 12Regierungsratswahlen 2016 13Wirtschaft PolitikNein zur Eigenmietwerterhöhung 14Neue Veloparkplatzverordnung 15VeranstaltungenIWB KMU Praxis 19Infoveranstaltungen 19In eigener SacheJahresabschluss 20Mitarbeiter-Ausflug 21Neumitglieder-Apéro 22SozialpartnerschaftSerie «BASKO intern» 23VerbändeGruppe23: Lehre Karriere 24DienstleistungenKMU-Kollektivlösung Arbeitsschutz 25KMU-Beratung des Monats 26Angebote der Unternehmensbörse 26Preise: Jetzt bewerben 27KMU-Beratungsnetzwerk 28BerufsbildungBasler Gönnervereinigung 29Energie UmweltPro und Contra AUE-Neubau 30Ich bin ja zugegebenermassen eher selten einig mit den Genossinnenund Genossen der SP Basel-Stadt. Aber an den Slogan «Wohne, Schaffe,Läbe» von den Wahlen 2012 erinnere ich mich gerne. Ein guter Ansatz.Denn die Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten in unserem kleinenKanton Basel-Stadt ist für die Lebensqualität der Menschen und für dieUmwelt von grosser Wichtigkeit.Aber irgendwie scheinen die drei Schlagworte «Wohne, Schaffe, Läbe» in der Folge stark unterschiedlich gewichtet worden zu sein. Das«Wohne» ist omnipräsent, das «Schaffe» hingegen wurde namentlichvon den SP-Vertreterinnen und Vertretern in der Regierung eher stiefmütterlich behandelt.Das ist schade, denn bei beidem besteht ein grosser Bedarf. Die vonder Regierung hochgelobten «Mischnutzungen» von emissionsstärkerem Gewerbe und Wohnen sind nur eine Scheinlösung. Denn überkurz oder lang – erfahrungsgemäss eher über kurz – werden die Unternehmen von den Anwohnerinnen und Anwohnern mit Lärmklageneingedeckt und vertrieben.Deshalb braucht es eine klare Trennung dieser beiden Nutzungen, wie es derzeit die Christoph MerianStiftung auf dem Dreispitz-Areal vorsieht. Dies muss auch das Motto für das Lysbüchel-Areal sein – demletzten grossen zusammenhängenden und rein industriell genutzten Gewerbegebiet in Basel-Stadt.Hier plant das Bau- und Verkehrsdepartement von Regierungsrat Hans-Peter Wessels eben eine Mischzone, wo Wohnen und stilles sowie emissionsstarkes Gewerbe wild vermischt werden sollen. Das kannnicht gut gehen. In solchen «Piranha»-Zonen ist ein friedliches Miteinander nicht möglich.Für den Wirtschaftsstandort Basel-Stadt – aber auch für den Arbeits- und Lebensstandort – ist es elementar, dass auch lärmige, verkehrsreiche und emissionsträchtige Tätigkeiten ihren Platz haben. Und dafürist das Lysbüchel-Areal ideal. Dieses liegt in einem «Werkgürtel», der sich vom Schlachthof über das Lysbüchel und die Novartis bis über den Rhein zum Klybeck erstreckt. Nun eine Wohnnutzung in diesenWerkgürtel zu pflanzen, macht keinen Sinn. Das wäre ein Spaltpilz, welcher dem Areal mit seinen über400 Arbeitsplätzen schaden würde.Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist sich bewusst, dass die Bewahrung des Status Quo auf dem Lysbüchel kein Rezept für die Zukunft ist. Deshalb hat er zusammen mit der Handelskammer beider Baselam 28. April ein Zukunftsmodell präsentiert, wie das Lysbüchel als Gewerbegebiet weiterentwickelt werden könnte. «Verdichten statt verdrängen» heisst die Devise (mehr dazu auf Seite 4).Das Lysbüchel ist aber bloss ein Teil des ganzen Puzzles. Eine Gesamtschau über alle Flächen im Kanton Basel-Stadt fehlt jedoch. Diese wäre aber dringend nötig. Denn nur dann könnten die verschiedenenNutzungen so platziert und weiterentwickelt werden, dass sich für die Gesamtheit der Ansprüche einmöglichst optimales Ergebnis ergibt.Gabriel Barell, Direktor Gewerbeverband Basel-StadtHerausgeber: Gewerbeverband Basel-Stadt, Elisabethenstr. 23, Postfach 332, 4010 Basel Tel. 061 227 50 50, Fax 061 227 50 51 E-Mail: [email protected] Internet: www.gewerbe-basel.chRedaktion: David Weber, [email protected] Tel. 061 227 50 57 Produktion, Layout, Inserate, Fotos: Tobias Stöcklin, [email protected] Tel. 061 227 50 38Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau «kmu news» erscheint 10-mal pro Jahr. Einzelpreis: 3.– Notariell beglaubigte Auflage: 9700 Exemplare. Auflage: 10 300 Exemplare.

ThemaBUSER MITARBEITER ARCHITEKTEN AGkmu news Nr. 5 164FSAI /SIA, ST. JAKOB-STRASSE 148, 4132 MUTTENZ, nenParkierenGewerbeNachtleben & KulturStilles GewerbeGrünflächeWohnenBestehende GebäudeWerkenWohnenWirtschaftsflächenKlare Trennung von Wohnen und Gewerbe – so könnte das Lysbüchel weiterentwickelt werden.Vision LysbüchelDer Gewerbeverband Basel-Stadt zeigt auf, wie das letzte grossezusammenhängende Gewerbegebiet Lysbüchel verdichtet und in dieZukunft geführt werden kann. Eine Vision, welche das Lysbüchel alsWirtschaftsstandort festigt und das Gewerbe ins Zentrum rückt.Um neuen Wohnraum zu schaffen, werdenvermehrt ursprünglich rein gewerblich genutzte Gebiete in Wohnflächen umgewandelt.Dies haben auch der Kanton Basel-Stadt unddie SBB mit dem Lysbüchel-Areal vor: Zwischen den Gleisen der Elsässerbahn, demSchlachthof, der Brenntag AG und der Kehrichtverbrennungsanlage soll eine «Wohn-Oase»gebaut werden. Dem ansässigen Gewerbewurden dafür bereits die Baurechtsverträgegekündet.Für Wohnnutzung ungeeignet«Es lässt sich unschwer erkennen, dassdas Lysbüchel-Areal für Wohnen denkbarungeeignet ist. Auseinandersetzungen undBeschwerden der Anwohner sind damitvorprogrammiert», prognostiziert Gewerbedirektor Gabriel Barell. Aus diesem Grundhat der Gewerbeverband Basel-Stadt aneiner alternativen und wirtschaftsverträglichen Lösung gearbeitet, die er zusammenmit der Handelskammer beider Basel am28. April der Öffentlichkeit vorgestellt hat.Unter dem Leitgedanken «Verdichten stattverdrängen» zeigte Gewerbedirektor GabrielBarell die Zukunft des Areals: «Das Lysbüchel ist optimal an den Verkehr angebundenund befindet sich im Herzen des sogenannten Werkgürtels.»14.04.2016 BBSinnvolle VerdichtungDie Wirtschaftsverbände sind sich einig, dassdas Areal weiterentwickelt und verdichtetwerden muss. Aber nicht auf Kosten des Gewerbes. Im Gegenteil: Das Lysbüchel bietetals Wirtschaftsfläche inmitten anderer Wirtschaftsflächen eine optimale Grundlage fürdie Ansiedlung von Industrie-, Gewerbe- undbranchentypischen Dienstleistungsbetrieben.Anhand einer sinnvollen Verdichtung undAnordnung von Gebäuden können und sollen künftig zusätzliche Betriebe auf das Arealgebracht werden. Zudem wäre eine kulturelle Nutzung wie beispielsweise Clubs oderBars an dieser Lage durchaus denkbar. Die

5Themakmu news Nr. 5 16InfoLYSBÜCHELFoto: Shawn BourquinFacts & FiguresBDas Lysbüchel-Areal (Bildmitte) liegt mitten in einem Werkgürtel, der sich von der Kehrichtverbrennungsanlage bis über den Rhein erstreckt.Pläne des Kantons und der SBB, welche lediglich einen kleinen Teil ihrer Fläche fürGewerbenutzung hergäben, sind für das Basler Gewerbe nicht akzeptabel. Es ist einerseitswichtig und richtig, dass die Stiftung Habitat,die den südlichsten Teil des Areals besitzt, ihren Boden ausnutzt, um mehr Wohnungen zubauen. Andererseits muss die restliche Flächezwingend in der Zone 7 verbleiben und darfnicht umgezont werden.Bereits zahlreiche WohnprojekteAuf eine Wohnnutzung auf den Flächen derSBB und Immobilien Basel-Stadt muss in derweiteren Planung verzichtet werden. Das Argument der Wohnungsknappheit darf nichtgegen die Bedürfnisse von Gewerbe undIndustrie ausgespielt werden. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Wohnprojektegefördert, welche in absehbarer Zukunft vollendet werden. So entstehen auf dem Arealdes alten Felix Platter-Spitals über 500 neueWohnungen und im Erlenmatt wird sogarein komplett neues Quartier erstellt. Es wirdZeit, auch für das Weiterbestehen von Gewerbe- und Wirtschaftsflächen einzustehenund deren Zukunft auf städtischem Bodenzu sichern.Das Lysbüchel-Areal setzt sich ausdrei grösseren Teilen mit verschiedenen Grundeigentümern zusammen.Der südliche Teil gehört der StiftungHabitat und liegt in der Bauzone 5a(Farbe Rosa im Plan links). Die StiftungHabitat beabsichtigt, ihr gesamtes Areal mit Wohnungen zu überbauen, umauf diese Weise der steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraumgerecht zu werden. Das ist gut so undan diesem Standort auf dem Areal zubegrüssen.Immobilien Basel-Stadt besitzt im südöstlichen Teil des Geländes ebenfalls eine grössere Parzelle. Diese ist als Industrie- und Gewerbezone 7 ausgewiesen,wo sich unter anderem das Gebäudeder ehemaligen Coop-Verteilzentralebefindet. Das weitaus grösste Stück desAreals gehört der SBB. Dieses erstrecktsich über das restliche Gelände bis indie Nordspitze hinauf und macht überzwei Drittel des gesamten Areals aus.Die SBB plant, einen grossen Teil ihresAreals mit Wohnungen zu überbauenund lediglich einen kleine Fläche für gewerbliche Nutzung bereitzustellen.Um diese Pläne zu realisieren, mussder Bebauungsplan allerdings nochvom Grossen Rat bewilligt werden. Zurzeit sind auf dem Areal mit Wirtschaftsschwerpunkt keine Wohnungen erlaubtund eine entsprechende Umzonungvorzunehmen, ist Sache des GrossenRats.Das Lysbüchel-Areal ist das letztegrosse zusammenhängende Gewerbegebiet im Kanton Basel-Stadt. Zurzeitsind 30 Gewerbe- und Industriebetriebe, welche rund 400 Arbeitsplätzebereitstellen, auf dem Areal ansässig.Der Gewerbeverband Basel-Stadt istin engem Austausch mit der IG Lysbüchel, welche sich aus den verbliebenen Betrieben zusammensetzt undgemeinsam und aktiv nach sinnvollenLösungen sucht. www.gewerbe-basel.ch/lysbuechel

Aktuellkmu news Nr. 5 166NewsÜBERBETRIEBLICHE KURSEKürzung der Beiträge ist enttäuschendDer Grosse Rat hat am 13. April mit59 zu 32 Stimmen eine Kürzungder Kantonsbeiträge an die überbetrieblichen Kurse beschlossen.Aus Sicht des Gewerbes ist diesenttäuschend.Diese Kürzung steht im Zusammenhang mit den Entlastungsmassnahmen 2015-2017 des Regierungsrats. Der GewerbeverbandBasel-Stadt wäre unter einer Bedingung bereit gewesen, eine Kürzung der Beiträge zu schlucken:Dann nämlich, wenn das Sparpaketder Regierung als Ganzes durch-gewunken worden wäre. Weil abersubstantielle Bestandteile vomGrossen Rat wieder aus diesemPaket rausgenommen wordenwaren, war der GewerbeverbandBasel-Stadt nicht länger bereit,eine Kürzung der ÜK-Beiträge hinzunehmen.Dass nun ausgerechnet bei der Berufsbildung gespart wird, währendandere Bereiche geschont werden,ist ein schlechtes Zeichen und wirdder Ausbildungsleistung der Lehrbetriebe nicht gerecht.Jungfreisinnige«Wirtschaftlichläufts trotz dem Einfluss der Linken»Die JungfreisinnigenBasel-Stadt kontern inden Social Media die Behauptung der politischenLinken, dass es Basel dankRot-Grün so gut gehe.Mit Blick auf die basel-städtischenGesamterneuerungswahlen vonnächstem Herbst betonen SP undGrüne gerne, dass es Basel dankdem rot-grünen Einfluss so gutgehe. Die Jungfreisinnigen haben genauer hingeschaut undeine Reihe von Abstimmungen imGrossen Rat analysiert. Ihr Fazit:«Wirtschaftlich läuft es in Baselnicht wegen, sondern trotz demEinfluss der Linken.»Mehr Staat statt mehr FreiheitDie Grafik, welche die Jung-freisinnigen über Facebookverbreitet haben, zeigt, dassRot-Grün in allen 32 erwähntenAbstimmungen für «Mehr Staat»und nicht für «Mehr Freiheit» votierten. So zum Beispiel bei derSteuersenkung zugunsten desMittelstandes, der Änderung desBeschaffungsgesetzes, bei derErhöhung des Personalaufwandsim Erziehungsdepartement, imFall der tieferen Parkgebührenoder bei der Forderung nacheinem öffentlichen Gebührenkatalog.Die Forderung der Jungfreisinnigen ist klar: «Stoppen wir sie imOktober und sorgen dafür, dassdie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser werden undder Wirtschaftsstandort auch inZukunft potent bleibt. Privat vorStaat!»Wo manzusammeneinfachmehr erreicht.Wir sind einfach Bank.Valiant Bank AG, Sternengasse 15,4051 Basel, Telefon 061 228 29 29

7Aktuellkmu news Nr. 5 16Umgestaltung FreiburgerstrasseInakzeptable Missachtungdes VolkswillensEntlang der Freiburgerstrassezwischen Hochbergerstrasseund Zoll Otterbach sollenim Rahmen eines Umgestaltungsprojekts 61 der 100Parkplätze aufgehobenwerden. Das doppelte Neinzur VCS-Strasseninitiativescheint das zuständige Bauund Verkehrsdepartementvon Regierungsrat Wesselsnicht zu kümmern.Die Umwelt-, Verkehrs- undEnergiekommission (UVEK) desGrossen Rats befasst sich zurzeit mit einem Geschäft, welcheses in dieser Art eigentlich garnicht geben dürfte. Würde sichder Regierungsrat dem Volkswillen nämlich ernsthaft verpflichtetfühlen, hätte er das vorliegende Projekt zur Umgestaltungder Freiburgerstrasse zwischenHochbergerstrasse und Zoll Otterbach nie beschlossen. OhneNot und folglich rein ideologischmotiviert sollen 61 der 100 vorhandenen Parkplätze aufgehobenwerden – unter anderem auch diebei den Besuchern der LangenErlen äusserst beliebten Schrägparkplätze.Heute: Mit den bei der Bevölkerung beliebten Schrägparkplätzen.Geplant: Ohne Parkplätze und auch ohne Mehrwert.Wessels contra ParkplätzeDas Projekt – ausgearbeitet vomBau- und Verkehrsdepartementunter der Führung von Regierungsrat Wessels – stellt eineinakzeptable Missachtung desVolkswillens dar. In der Abstimmung vom 15. November 2015hat sich die Basler Stimmbevölkerung mit dem doppelten Neinzur VCS-Strasseninitiative in aller Deutlichkeit gegen die weitereeinseitige Schikanierung des motorisiertenIndividualverkehrsausgesprochen. Ungeachtet dessen geht der Parkplatzabbauungebremst weiter.Zämme besserDer Entscheid des Gewerbeverbands Basel-Stadt, die beidenInitiativen «Zämme fahre mirbesser» und «Parkieren für alleVerkehrsteilnehmer» zu lancieren, erweist sich angesichtsdieser Pläne einmal mehr alsrichtig und dringend notwendig.Mit den beiden Initiativen könnendie verhärteten Fronten in derVerkehrspolitik endlich aufgebrochen und derart undurchdachteProjekte wie in der Freiburgerstrasse verhindert werden.UnterschriftensammlungläuftHelfen Sie mit und sammeln SieUnterschriften! Die Unterschriftenbögen sind downloadbar unter:www.zaemme-besser.ch«Spitzhacke»KOLUMNEDer Staat, deinFreund undVermarkter«Bauernhöfe und Weingüter imKanton Basel-Stadt» – ein neuerFlyer aus derbaselstädtischenVerwaltung hatdas Licht derWelt erblickt.Schön! Endlichunterstützt einmal einer unsereBauern! Offensichtlich reichendie Subventionen auf Bundes-,Kantons- und Gemeindeebenenoch lange nicht aus. Nun springtder Staat auch noch als Marketingorganisation in die Bresche.Das ist natürlich überaus freundlich. Und die Vorfreude ist allenthalben gross. Gespannt wartendie Detailhändler auf die nächstestaatliche Marketingkampagne,die ihre Leistungen ins rechteLicht rückt. Und die Gastronomenreiben sich bereits die Hände.Denn als nächstes wird dieVermarktungsmaschinerie derVerwaltung bestimmt eine Plakatkampagne lancieren, um auf dasvielfältige Essensangebot in Baselaufmerksam zu machen. Undauch das Baugewerbe freut sichbereits, dass in den benachbartenStädten im Dreiland eine staatliche Werbeoffensive für das BaslerHandwerk geplant ist.Die «Spitzhacke» ist gespannt wieein Flitzbogen, was als nächsteskommt!Und jetzt noch eine gänzlichironiefreie Schlussbemerkung:Wenigstens haben zwei BaslerKMU den Auftrag für Gestaltungund Druck der Bauern-Broschüreerhalten.

Aktuellkmu news Nr. 5 168Interview«Wir sind diePensionskassen der KMU»Der Gewerbeverband Basel-Stadtstärkt den Bereich Berufliche Vorsorge. Mit Thomas Schneider konnte einausgewiesener Pensionskassen-Spezialist als Leiter gewonnen werden. ImInterview mit den «kmu news» sagtder 33-jährige Baselbieter, welchenHerausforderungen sich die Pensionskassen stellen müssen und warum diePensionskasse PK Bau sowie die Pensionskasse Gewerbe Basel (PEGEBA)gut aufgestellt sind.Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?«kmu news»: Herr Schneider, was hat Sie ander Aufgabe «Leiter Berufliche Vorsorge» beimGewerbeverband Basel-Stadt gereizt?Neben der Professionalisierung des Tagesgeschäfts besteht das primäre Ziel, die PEGEBAund die PK Bau weiterzuentwickeln. Es werdenneue Vertriebspartner gesucht und das Vorsorgeangebot für KMU soll erweitert werden.Thomas Schneider: Die beiden Sammelstiftungen PEGEBA und PK Bau sind ganz nah amPuls der Wirtschaft. Die Hierarchien sind flachund die Stiftungsräte nehmen ihre Verantwortung sehr aktiv wahr. Die Flexibilität, die sichdadurch ergibt, eröffnet viele Möglichkeiten –gerade für jemanden wie mich, der aus dereher schwerfälligen Versicherungsbranchekommt und nach vorne blickt. Das alles hatmich überzeugt und deshalb habe ich dieseHerausforderung gerne angenommen.Ich bin seit 2007 in der Beruflichen Vorsorge tätig. In einem Expertenbüro habe ich dasGeschäftsfeld Pensionskassenverwaltung aufgebaut, weiterentwickelt und verantwortet.Neben der Geschäftsführung von firmeneigenen Pensionskassen habe ich auch dieVersicherten beraten. Parallel dazu habe ichdie Weiterbildungen zum Verwaltungsfachmann für Personalvorsorge und eidg. dipl.Pensionskassenleiter absolviert.Warum verstärkt der Gewerbeverband BaselStadt den Bereich Berufliche Vorsorge?Welches ist derzeit die grösste Herausforderung für Pensionskassen im Allgemeinen?Die aktuelle Tiefzinsphase macht es fürPensionskassen enorm schwierig, auf der Anlageseite die nötige Rendite zu erwirtschaften.Dies, weil Pensionskassen rund 40 Prozentdes Anlagevermögens an Obligationen halten.Diese gelten zwar als sichere Anlagen, aberderzeit zahlt man bei Obligationen eher nochdrauf als dass man Geld verdient.Wo liegt das Problem?Darin, dass sich die Vorgaben im Pensionskassengesetz (BVG) nicht mehr auf aktuelleversicherungstechnische Parameter stützen.Um zum Beispiel den Mindestumwandlungssatz von aktuell 6,8 Prozent zu finanzieren,müsste eigentlich jährlich eine Rendite vonmehr als 5 Prozent erwirtschaftet werden.Ist die Altersvorsorge 2020 die Lösung?Zumindest teilweise. In der Vorlage Altersvorsorge 2020 ist die Senkung desUmwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozentvorgesehen. Das nimmt etwas Druck weg vonden Pensionskassen und geht in die richtigeRichtung. Andere Teile des Pakets gehen deutlich zu wenig weit. Die Rentenaltererhöhungfür Frauen auf 65 Jahren ist nicht viel mehr alsein erster Schritt. Längerfristig kommt man umeine generelle Erhöhung des Rentenalters fürFrauen und Männer nicht herum.Ist die immer älter werdende Gesellschaftauch eine grosse Herausforderung für diePensionskassen?Ja, aber das müsste eigentlich nicht sein.Denn grundsätzlich verzehrt jeder Versicherte das Kapital, das er und der Arbeitgeberangespart haben. Aber die Parameter stimmen heute eben nicht mehr und somit beziehtjeder Versicherte mehr Leistungen, als er undder Arbeitgeber dafür einbezahlt haben. Dafür gibt es zwei Lösungen: Entweder wird derKapitalbildungsprozess gestärkt, um das heutige Leistungsniveau zu erhalten, oder derUmwandlungssatz wird gesenkt und das Leistungsniveau sinkt.Wie steht die PEGEBA punkto Altersstrukturder Versicherten da?Die PEGEBA ist eine gesunde Kasse mit einer positiven strukturellen Risikofähigkeit.Das heisst, das Verhältnis zwischen Aktiven und Rentnern ist gut. Somit steht einernachhaltigen Wachstumsstrategie nichts imWege.

9Aktuellkmu news Nr. 5 16NewsMarkus LehmannKeine Polizeistundeneuer Präsident von SIBA während Fussball-EMAn der Generalversammlung vom23. März 2016 wählte der VerbandSchweizerischer Versicherungsbroker (SIBA) den früheren Nationalrat und Vorstandsmitglied desGewerbeverbandes Basel-StadtMarkus Lehmann zum neuen Verbandspräsidenten. «Lehmann istals unabhängiger Versicherungsbroker und langjähriger Politikerdie ideale Besetzung für das Präsidium», heisst es in einer Medienmitteilung. Der GewerbeverbandBasel-Stadt gratuliert MarkusLehmann herzlich zur Wahl.Wo liegen die Vorteile der PEGEBA?Wir sind die Pensionskasse der KMU undkennen deren Bedürfnisse. Bei uns kannjedes Unternehmen einen eigenen Vorsorgeplan definieren. Dies führt zu einer optimalenVorsorge mit einem guten Preis-LeistungsVerhältnis. Durch die vorhin erwähnteFlexibilität kann die PEGEBA auch die Anlageseite den aktuellen Situationen anpassen.Sprich, den Immobilienanteil und Aktienanteil zulasten des Obligationenanteils erhöhen.Hierbei sprechen wir uns mit Experten ab undsorgen für eine breite Diversifikation der Vermögensanlagen.InfoDie Sammelstiftungen PK Bau und PEGEBAPK Bau: Der Pensionskasse für daserweiterte Baugewerbe der Region Basel können sich Mitgliederder Berufs- und Branchenverbändesowie von weiteren kleineren undmittleren Unternehmen (KMU) desBauhaupt- und Ausbaugewerbesanschliessen. www.pk-bau.chPEGEBA: Der GewerbeverbandBasel-Stadt gründete die Pensionskasse Gewerbe Basel, damit seineMitglieder eine optimale Vorsorge durchführen können. Über 5000KMU aus Gewerbe, Handel undDienstleistung können heute vonden attraktiven Dienstleistungender PEGEBA profitieren. www.pegeba.chAn Spieltagen wird die Polizeistunde im Innenbereich von BaslerRestaurants ganz aufgehoben,wie das Bau- und Gastgewerbeinspektorat Basel-Stadt Ende Märzmitteilte. Für Live-Übertragungenbraucht es zudem auch im Aussenbereich keine behördliche Bewilligung. Spiele dürfen im Freienaber nur dann vollständig gezeigtwerden, wenn sie innerhalb derbewilligten Öffnungszeiten fürAussenbereiche beginnen. DieEuropameisterschaft in Frankreichbeginnt am 10. Juni und endet mitdem Final am 10. Juli.Ein Haus für aKompetenzzentrumam Fischmarktbe!Arbeit fürs Gewer

Aktuellkmu news Nr. 5 1610Gewerbeverband unterstützt überfälligeTeilrevision der MotorfahrzeugsteuerDie heutige «ökologisierte»Motorfahrzeugsteuer ist eineMogelpackung. Das geltende BonusMalus-System wird dem Gedankender Umweltschonung in keiner Weisegerecht. Nun wird die Motorfahrzeugsteuer endlich revidiert. DerGewerbeverband begrüsst dies. Erfordert jedoch, dass die Leistungeines Fahrzeugs vom Berechnungskatalog ausgenommen wird.Lenken statt strafen – nach diesem Mottomöchte der Regierungsrat die Berechnungsgrundlage der Motofahrzeugsteuer ändern.Dies ist positiv zu werten, denn die Versäumnisse der Vergangenheit werden mit demneuen Vernehmlassungsentwurf zum grössten Teil aufgearbeitet.Das war auch bitter nötig. Die aktuelle sogenannte ökologische Motorfahrzeugsteuer,welche auf einem Bonus-Malus-System beruht,bewirkt genau das Gegenteil ihrer eigentlichenZielsetzung. Besonders ressourcenschonende Fahrzeuge, wie dies beispielsweiseElektro- oder Hybrid-Fahrzeuge sind, werdenmit einer unverhältnismässig hohen Steuerbelegt. Gewerbedirektor Gabriel Barell ist mitBild: fotoliea.deÖkologische Motorfahrzeugsteuerder heutigen Situation unzufrieden: «Mit derjetzigen Regelung wird man für sein ökologisches Bewusstsein regelrecht bestraft.» Sowird das Elektroauto Tesla gleich wie ein Lamborghini besteuert.verwenden. Fahrzeuge mit einer grossenNutzlast im Verhältnis zum Leergewicht würden so weniger zahlen, da sie mehr Personenund Güter transportieren können, was ökologisch sinnvoll ist.Neues Gesetz ist besser aber mit einem ungenügendenKriteriumDer Vernehmlassungsvorschlag zum neuenGesetz über die Besteuerung von Personenwagen lässt das Bonus-Malus-System komplettweg und holt neue Berechnungsgrundlagenan Bord. So sollen in Zukunft das Gewicht undder CO2-Ausstoss die massgeblichen Komponenten zur Berechnung der Steuer darstellen.Ein schweres Fahrzeug, welches die Infrastruktur stärker belastet, bezahlt mehr. Genaudas gleiche Prinzip beim CO2-Ausstoss: je höher desto teurer.Ressourcenschonende Fahrzeuge, welche meist schwerer sind, werden bei derKomponente Gewicht stärker belastet, dafür haben sie wenig bis gar keine Belastungbei der Komponente CO2-Ausstoss. Um derBenachteiligung bei ökologischen Fahrzeugen noch stärker entgegenzuwirken, schlägtder Gewerbeverband Basel-Stadt vor, anstattder Variable Gesamtgewicht, das Verhältnis zwischen Nutzlast und Leergewicht zuEinem weiteren, von den Behörden vorgeschlagenen Kriterium, der Leistung,widersetzt sich der Gewerbeverband BaselStadt dezidiert. «Bei der Leistung handelt essich lediglich um ein Potential, das kaum ausgeschöpft wird. Schlussendlich müssen sichhierzulande alle Verkehrsteilnehmer an dieselbe Geschwindigkeitsbegrenzung halten»,so Gewerbedirektor Barell.Mit Nachdruck hält der GewerbeverbandBasel-Stadt zudem fest, dass die gesamte Teilrevision ertragsneutral ablaufen muss. Nachdem Inkrafttreten des aktuellen Gesetzes von2013, welches auch ertragsneutral hätte erfolgen sollen, wurden Überschüsse von übervier Millionen Franken angehäuft; diese sindbei der Umsetzung des neuen Steuerregimeszu berücksichtigen.Die gesamte Vernehmlassungsantwort findenSie unter: www.gewerbe-basel.ch

11Publireportagekmu news Nr. 5 16Interessant für KMUs«Gebühren von TWINT sind deutlich tiefer.»Weshalb setzt dieBasellandschaftlicheKantonalbank aufTWINT als Bezahllösung?Alles mit dem eigenenSmartphone erledigenzu können, entsprichteinem Bedürfnis vieler Daniel Brändlin,Menschen, unabhängigMitglied dervon ihrem Alter. DurchGeschäftsleitungdie Zusammenarbeit derLeiter Firmen & KrediteBLKB mit TWINT können Privatpersonen ab sofort vereinfacht ihrKonto an die Bezahl-App von TWINT anbindenund damit ihr Guthaben innert Sekunden direktab ihrem Bankkonto aufladen. Für Geschäftskunden bietet sich mit TWINT eine einfache undbesonders kostengünstige Möglichkeit, bargeldlose Zahlungen zu akzeptieren.Wo lässt sich die Bezahl-App bereits einsetzen?An mehr als 5000 Kassen ist das Zahlen mitTWINT bereits möglich, unter anderem in denmeisten Coop-Filialen und in zahlreichen Onlineshops. Migros setzt künftig ebenfalls aufTWINT, und auch die SBB testet dieses Bezahlverfahren.Welche Vorteile bietet TWINTfür KMUs und Händler?TWINT lässt sich im bestehenden Kassensystem, an der Ladenkasse mit bisher lediglichBar zahlungen und im Webshop sehr einfachund kostengünstig einsetzen. Im Vergleichzu herkömmlichen Kartensystemen sind dieTrans ak tionsgebühren deutlich tiefer. KMUKunden der BLKB profitieren darüber hinausvon einem attrak tiven Einführungsangebot. Sokönnen sie unter anderem über uns vergünstigt TWINT Beacons beziehen.Welchen Nutzen bringt TWINTfür den Konsumenten?Neben dem bargeldlosen Bezahlen mit demSmartphone können sich TWINT Nutzer auchgegenseitig Geldbeträge in Sekundenschnelleüberweisen. Der mühsame Austausch der Kontonummer oder das Begleichen von offenenRechnungen mit Bargeld entfällt damit. Durchdas Aufladen von Guthaben in die TWINT App lassen sich Einkäufe bequem erledigen. TWINTfunktioniert im Gegensatz zu anderen mobilenBezahllösungen ohne Kredit- und Debitkarten.Die Welt dreht sich zunehmend digital.Auch die BLKB?Die Entwicklung innovativer Produkte ist eine Stärke unserer Bank. Wir haben uns dazuverpflichtet, uns nach dem Kundenverhaltenaus zurichten. Die Digitalisierung eröffnet unseren Kundinnen und Kunden neue Kanäle,Bankgeschäfte zu erledigen. Dies ist der Grund,weshalb wir uns jetzt in einem ersten Schritt aufdie Möglichkeiten im mobilen Zahlungsverkehrfokussieren. Die Digitalisierung ist mittlerweileintegraler Bestandteil unserer Strategie. UnserZiel ist es, uns angesichts der raschen Entwicklung schnell und aktiv richtig zu positionieren.Mehr als eineZahlungslösung das ist TWINT.Jetzt App downloaden!

Wahlen Abstimmungen«Milchkuh»-InitiativeFür eine faire Finanzierungdes VerkehrsDie Bevölkerung stimmt am5. Juni über die sogenannte«Milchkuh»-Initiative ab.Die Initianten fordern, dassdie Abgaben, welche dieAutofahrer zahlen, künftig ausschliesslich für dieStrasse eingesetzt werden. Der GewerbeverbandBasel-Stadt unterstützt dasAnliegen.Strassenbenützer zahlen jährlichrund 9,4 Milliarden Franken an Abgaben und Steuern. Dieser Betragsetzt sich unter anderem zusammen aus der Automobilsteuer,Einnahmen aus der Autobahnvignette und der Mineralölsteuer aufTreibstoffe, und der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe.Davon fliesst jedoch nur ein kleinerBetrag direkt in die Strassenfinanzierung. Allein vier MilliardenFranken gehen in die Bundeskasse ohne jegliche Zweckbindung.Zudem werden damit Eisenbahnprojekte finanziert, und dieKantone profitieren in erheblichemMass von den Abgaben der Autofahrer. Die Initiative «Für eine faireVerkehrsfinanzierung» verlangtnun, dass die Abgaben künftigzielgerichtet für die Strasseninfrastruktur eingesetzt werden.Keine ZweckentfremdungDie Hauptforderung der Initiantenist damit die konsequente Einhaltung des Verursacherprinzipsund transparente Finanzflüsse.Der Bundesrat plant, den Mineralölsteuerzuschlag zu erhöhen,um Finanzierungslücken abzuwenden. Seit den 1960er Jahrenhat sich die Abgaben- und Gebührenlast für Strassenbenützeraber mehr als versechsfacht. DieInitiative sagt nun der Zweckentfremdung dieser Gelder den Kampfan. Dadurch büssen Strassenbenützer nicht mehr für d

BUSER MITARBEITER ARCHITEKTEN AG FSAI /SIA, ST. JAKOB-STRASSE 148, 4132 MUTTENZ, [email protected] Info Das Lysbüchel-Areal (Bildmitte) liegt mitten in einem Werkgürtel, der sich von der Kehrichtver - brennungsanlage bis über den Rhein erstreckt. Foto: Shawn Bourquin