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KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletI.Anlage 6Seite 1 von 15Grundlagen des Konzerns1. GeschäftsmodellDas Mutterunternehmen des Konzerns, die Kliniken Bad Bocklet AG, betreibt seit dem Jahr 1974 dasRehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet. Das Haus hat eine Kapazität von 420 Betten.Zum Konzern gehören als Tochterunternehmen die HESCURO – Klinik REGINA – GmbH & Co. KG undderen Komplementärin, die HESCURO – Klinik REGINA – Verwaltungs GmbH, die beide vollkonsolidiertin den Konzernabschluss einbezogen werden. Die HESCURO – Klinik REGINA – GmbH & Co. KG betreibtebenfalls ein Rehabilitations- und Präventionszentrum in Bad Kissingen mit einer Kapazität von 160 Bettenund hat ihren Betrieb zum 01.01.2010 aufgenommen.Die Muttergesellschaft führt die Firma Kliniken Bad Bocklet AG und hat ihren Sitz in Bad Bocklet. Sie wurdebeim Amtsgericht Schweinfurt im Handelsregister unter HRB 7467 als Aktiengesellschaft in privaterTrägerschaft eingetragen.Der Konzern versteht sich als privater Dienstleister im Gesundheitswesen mit Sitz in Unterfranken undeinem überregionalen Einzugsgebiet.Der Konzern bietet Heilverfahren und Anschlussheilbehandlungen in folgenden Bereichen an: InnereMedizin mit Endokrinologie, Urologie, Onkologie und Geriatrie sowie Orthopädie und Psychosomatik.Zuweisungen kommen aus den Bereichen der Deutschen Rentenversicherungen, der gesetzlichen sowieprivaten Krankenversicherer. Neben diesem umfangreichen Angebot ergänzen Präventionsprogramme fürSelbstzahler und Unternehmen das Leistungsspektrum des Rehabilitations- und Präventionszentrums BadBocklet. Hotelübernachtungen konnten aufgrund des Beherbergungsverbotes ab März 2020 nichtangeboten werden.2. Ziele und StrategienDurch Einführung innovativer Modelle wie z. B. der Telemedizin wird verstärkt der Bereich derorthopädischen Anschlussrehabilitation mit den orthopädischen Fachkrankenhäusern ausgebaut.Die Kundenzufriedenheit wird mit dem Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2015 sowie B.A.R. –Zertifizierung (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation) überwacht und ständig verbessert. Zudemwird durch eine enge Marktbeobachtung immer versucht, Trends in der Rehabilitation frühzeitig zuerkennen, um diese zum Nutzen der Gesellschaft und der Unternehmenswertsteigerung umzusetzen.

KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletII.Anlage 6Seite 2 von 15Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDas preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2020 nach ersten Berechnungen desStatistischen Bundesamtes (Destatis) nach einer Pressemitteilung vom Januar 2021 um 5 % geringer alsim Vorjahr. Die deutsche Wirtschaftskraft ist damit nach zehn Jahren Wachstum in Folge der CoronaPandemie erstmals gesunken. In den beiden vorangegangenen Jahren war das preisbereinigte BIPgestiegen, 2018 um 1,5 %, 2019 jedoch lediglich um 0,6 %. Verglichen mit dem Durchschnittswert dervergangenen zehn Jahre von 1,9 % ist die deutsche Wirtschaft 2020 deutlich eingebrochen, vergleichbarmit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009.Vor allem in den Bereichen Industrie und Dienstleistung ging die Produktion stark zurück. Dasproduzierende Gewerbe (ohne Bau) muss gegenüber 2019 Einbußen von 9,7 % hinnehmen, dasverarbeitende Gewerbe sogar 10,4 %. In den Dienstleistungsbereichen musste ein massiver Rückgangverzeichnet werden. So lag die Wirtschaftsleistung im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbepreisbereinigt um 6,3 % unter dem Vorjahr. Lediglich die Baubranche konnte einen Zuwachs von 1,4 %erzielen.Die privaten Konsumausgaben sind preisbereinigt um 6,0 % gesunken, die Konsumausgaben des Staatesstiegen dagegen um 3,4 %. Zum Vergleich: Private Konsumausgaben 2018 lagen bei 1,3 %, 2019 sogarbei 1,6 %. Die Konsumausgaben des Staates lagen 2018 1,4 %, 2019 bei 2,5%.Die Corona-Pandemie hatte auch auf den deutschen Import und Export von Waren und Dienstleistungenmassive Auswirkungen: Die Importe gingen preisbereinigt um 8,6 % zurück, die Exporte sogar um 9,9 %.Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2020 von 44,8 MillionenErwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Somit waren 477.000 Personen oder 1,1 % wenigerals 2019 erwerbstätig. Dabei waren vor allem geringfügig Beschäftigte und Selbstständige von demRückgang betroffen, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse blieb stabil.Entlassungen blieben hier vor allem durch die erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit aus.Nach vorläufigen Berechnungen, beendeten die staatlichen Haushalte das Jahr 2020 mit einemFinanzdefizit vom 158,2 Milliarden Euro. Seit 2011 war dies das erste Defizit und das zweithöchste seit derdeutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit 1995, in dem die Treuhandschulden in denStaatshaushalt übernommen wurden. Mit 98,3 Milliarden Euro verzeichnete der Bund den größten Anteilam Finanzdefizit, gefolgt von den Sozialversicherungen mit 31,8 Milliarden Euro, den Ländern mit 26,1Milliarden Euro und den Gemeinden von 2,0 Milliarden Euro. Damit errechnet sich für den Staat eineDefizitquote im Jahr 2020 von 4,8%.Der DAX 30 stieg vom Beginn des Geschäftsjahres mit 12.982 Punkten um 5,7 % auf 13.718,78 Punkteam Geschäftsjahresende.

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 3 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletNach der Prognose des GKV-Schätzerkreises vom Oktober 2020 wurden die Einnahmen desGesundheitsfonds für das Jahr 2020 auf 239,6 Mrd. EUR geschätzt. Hinsichtlich der zu erwartendenAusgaben der gesetzlichen Krankenkassen konnte für das Jahr 2020 kein Einvernehmen erzielt werden.Das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesamt für Soziale Sicherung erwartet Ausgaben inHöhe von 257,8 Mrd. Euro. Der GKV-Spitzenverband geht hingegen von Ausgaben in Höhe von 258,6 Mrd.Euro aus. Gegenüber den Vorjahresausgaben 2019 bedeutet dies einen Anstieg um 11,8 bzw. 12 Mrd.EUR und ein Plus von 4,7 % bzw. 4,9 %.2. GeschäftsverlaufNach einem zufriedenstellenden Start in das Geschäftsjahr 2020 begannen die durch die COVID-19Pandemie bedingten Maßnahmen mit den Ausgangsbeschränkungen, erlassen vom BayerischenStaatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 20.03.2020. Speziell für den Bereich des BayerischenGesundheitsmarktes erging die Allgemeinverfügung "Verschiebung elektiver Eingriffe und geplanterBehandlungen in Krankenhäusern" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom19.03.2020, die Empfehlung unseres Federführers, der DRV Bayern Süd, auf elektive Behandlungen zuverzichten. Ergänzend wurde noch die Allgemeinverfügung zur „Bewältigung erheblicher Patientenzahlenin Krankenhäusern" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 24.03.2020erlassen.Aufgrund dieser Verordnungen und Empfehlungen wurden zum 18.03.2020 die ambulanten Behandlungenvon Rezeptpatienten, IRENA, T-RENA, PSY-RENA, Selbsthilfegruppen und der Reha-Sport bis aufweiteres ausgesetzt. Zum 20.03.2020 wurden darüber hinaus Präventionspatienten und Hotelgästenabgesagt und die Buchung neuer Termine ausgesetzt. Außerdem liefen die Behandlungen unsererHeilverfahren-Patienten aus und ab dem 23.03.2020 wurden keine neuen Patienten für Kuren oderHeilverfahren mehr einbestellt. Dieser Einbestellstopp wurde erst im Juni 2020 wieder aufgehoben. Durchden Stopp der elektiven Operationen der uns zuweisenden Akutkrankenhäuser, zum Beispiel AnspruchgenommenenAnschlussheilbehandlungen (AHB) in den Monaten April und Mai 2020 signifikant ein.Mit der Ankündigung des Gesundheitsministers Jens Spahn vom 17.04.2020, dass die bisheraufgeschobenen Operationen wie Hüft- und Knieoperationen eingeschränkt wieder aufgenommen werdendürfen, konnte von einer schrittweisen Normalisierung der Belegungssituation in der AHB ausgegangenwerden. Ab dem 15.05.2020 wurden dann auch wieder Patienten für Heilverfahren in der Inneren Medizinund Orthopädie einbestellt.Trotz der erheblichen Belegungsausfälle in den Monaten April und Mai konnte auf die Einführung vonKurzarbeit vollständig verzichtet werden.

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 4 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAuch wenn es gelungen ist, den Betrieb in diesem von der COVID-19 Pandemie geprägten Jahr aufrechthalten zu können, ist dies nur mit einem immensen Aufwand an Sicherheitsmaßnahmen möglich gewesen.Die schnelle Einrichtung eines Corona-Krisenstabes, die wöchentlichen Tests sämtlicher Mitarbeiter unddie umfangreichen Schnelltest bei den Patientenaufnahmen haben dazu maßgeblich beigetragen. Wederder personelle Mehraufwand noch die hohen Kosten für die zusätzlichen Tests, Desinfektionsmittel oderdie Schutzausrüstung der Mitarbeiter wurden durch die Kostenträger adäquat gegenfinanziert.Das Gesamtjahr 2020 schloss mit 177.556 Pflegetagen oder 2,47 % weniger Pflegetagen ab als imGeschäftsjahr 2019, welches mit 182.051 Pflegetagen endete.Das Jahresergebnis 2020 ist erneut mit einem positiven Vorzeichen versehen. Der KonzernJahresüberschuss betrug TEUR 2.069,1 gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR 2.014,9Betriebsergebnis (einschl. sonstige -363,2-397,02.069,12.014,9Für weitere Erläuterungen zu den Veränderungen der Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr verweisen wirauf den nachstehenden Punkt 3.3. des Konzernlageberichts.a. Belegungszahlen des MutterunternehmensDie Belegungszahlen im Rehabilitations- und Präventionszentrum haben sich im Geschäftsjahr wie folgtentwickelt:Geriatrie:In der Geriatrie konnte 2020 eine Belegung mit 11.350 Tagen realisiert werden, was einer Verringerungvon 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr mit 11.963 Pflegetagen entspricht. Diesen Rückgang konnten wir z. T.durch das Angebot der Kurzzeitpflege mit 196 Pflegetagen kompensieren.Orthopädie:Die orthopädische Klinik hat 796 Pflegetage mehr zum Vorjahr zu verzeichnen, was einer Jahresbelegungvon 35.243 Tagen entspricht oder einem Plus von 2,3 %. (2019: 34.447)

KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAnlage 6Seite 5 von 15Innere Medizin:Die Klinik für Innere Medizin, die die Fachbereiche Urologie, Onkologie und präventive Medizin beinhaltet,verzeichnete einen Rückgang der Belegung um 22,3 %. Absolut betrachtet konnten 23.637 Belegungstagerealisiert werden, im Vorjahr ergaben sich 30.409 Belegungstage. Dieser Rückgang ergibt sich zumwesentlichen Teil durch den Einbruch der Präventionsleistungen, welche aufgrund der Corona-Pandemienicht durchgeführt werden durften, von 4.727 Pflegetagen 2019 auf 1.464 Pflegetagen in 2020.Psychosomatik:In der Klinik für Psychosomatik lag die Belegung um 6,4 % über dem Vorjahr. Mit 42.371 Belegungstagenwaren dies 2.562 Pflegetage mehr als ein Jahr zuvor (2019: 39.809).Parkhotel:Unser Parkhotel war lediglich mit 2.360 Übernachtungen gebucht. Dies entspricht einem Minus von 17.196Übernachtungstagen und einem massiven Rückgang um 87,9 %, als Folge des Beherbergungsverbotesaufgrund der Corona-Pandemie (2019: 19.556).b. Belegungszahlen des TochterunternehmensDie Belegungszahlen im Rehabilitations- und Präventionszentrum HESCURO – Klinik REGINA – GmbH &Co. KG haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:Orthopädie:Die orthopädische Klinik erhöhte die Belegung deutlich um 4.114 Pflegetage oder 9,9 %. Dies entsprichteiner Jahresbelegungszahl von 45.749 Tagen. (2019: 41.635)Psychosomatik:In der Klinik für Psychosomatik war demgegenüber eine Verminderung der Belegung zu verzeichnen. Mit19.010 Belegungstagen bedeutete dies ein Minus von 20,1 %. Im Vorjahr konnten hier 23.788 Tage belegtwerden. Dies ist in der Verlegung der Psychosomatischen Abteilung der HESCURO in das Rehabilitationsund Präventionszentrum Bad Bocklet zum 01.10.2020 begründet.

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 6 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad Bocklet3. Darstellung der Lage3.1. Vermögens- und KapitalstrukturDie Vermögens- und Kapitalstruktur stellt sich wie folgt 82,1sonstige erielles derungensonstige Vermögensgegenständeflüssige Mittelaktive Rechnungsabgrenzungspostenaktive latente lungenpassive Rechnungsabgrenzungspostenpassive latente SteuernGesamtkapitalDer Konzern schloss das Geschäftsjahr mit einer Bilanzsumme von TEUR 29.128,9 (i. V. TEUR 27.138,6)ab. Dies entspricht einer absoluten Erhöhung von TEUR 1.990,3 bzw. einer Steigerungsrate von 7,3 %.Auf der Aktiva der Bilanz bestanden die wesentlichen Änderungen in der Erhöhung der flüssigen Mittel umTEUR 2.907,7 ( 22,0 %) und der Minderung des Anlagevermögens um TEUR -808,8, die überwiegend aufdie höheren Abschreibungen von TEUR 1.637,5 im Vergleich zu den Zugängen von TEUR 828,7 zurückzu führen sind.

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 7 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAuf der Passiva der Bilanz ergaben sich die wesentlichen Strukturänderungen in der Erhöhung desEigenkapitals um TEUR 1.827,1 ( 7,8 %) wegen des Zugangs in Höhe des Konzern-Jahresüberschussesvon TEUR 2.069,1.Das Anlagevermögen ist vollständig durch Eigenkapital gedeckt. Der Konzern hat keine langfristigenSchulden.Die Eigenkapitalquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 86,3 % um 0,4 %-Punkte auf 86,7 %verbessert und lag im Branchenvergleich weiterhin auf sehr hohem Niveau.3.2. FinanzlageIm abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Cashflow bei TEUR 2.907,7 (i. V. TEUR -523,7). Er gliedert sichwie folgt auf:20202019TEURTEUR3.996,03.238,0Cashflow aus der Investitionstätigkeit-813,4-3.076,8Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit-274,9-684,9Veränderung des Finanzmittelfonds2.907,7-523,7Finanzmittelfonds am Anfang der Periode7.232,77.756,4Finanzmittelfonds am Ende der Periode10.140,47.232,7Cashflow aus der laufenden GeschäftstätigkeitDer Finanzmittelfonds setzte sich im Geschäftsjahr aus den Zahlungsmitteln zusammen, die demBilanzposten liquide Mittel entsprechen, vermindert um die Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR6.000,0 (i. V. TEUR 6.000,0), deren Restlaufzeit im Erwerbszeitpunkt mehr als drei Monate betrug.Im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sind Einzahlungen von außergewöhnlicherGrößenordnung in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie von TEUR 2.128,4 sowie Auszahlungenvon außergewöhnlicher Größenordnung enthalten, die auf Instandhaltungskosten für das Gebäude voninsgesamt TEUR -1.532,7 entfallen.

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 8 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletDer Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergibt sich aus Einzahlungen aufgrund erhaltener Zinsen vonTEUR 14,4 und Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens von TEUR 0,9 abzüglich derAuszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen von TEUR -828,7.Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gliedert sich in gezahlte Dividenden an Gesellschafter desMutterunternehmens von TEUR -242,1 und gezahlter Zinsen in Höhe von TEUR -32,8.3.3. ErtragslageDie aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitete Ertragslage umfasst die Darstellung derErträge und Aufwendungen des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr und dient der Beurteilung derErgebnissituation des 5-6,2-1.780,2-6,9sonstigen betriebliche ,5sonstige atzerlösesonstige betriebliche berschussDie Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr TEUR 26.291,7 gegenüber TEUR 25.656,4 im Vorjahr (TEUR 635,3), was einer Erhöhung von 2,5 % entspricht.Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.193,6 resultiert imWesentlichen aus COVID-19-bezogenen Erträgen aus Ausgleichszahlungen gem. § 111d SGB V,Ausgleichszahlungen für die Vorhaltung akutstationärer Behandlungskapazitäten, Vorschüsse auf einenZuschuss nach § 3 des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes (SodEG) und Erstattungen für Verpflegungsowie Verdienstausfällen.

KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAnlage 6Seite 9 von 15Der Materialaufwand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um TEUR 305,0 bedingt durch höhereAufwendungen für bezogene ärztliche Leistungen sowie Laborleistungen.Die Personalkostenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr von 55,8 % auf 58,6 % erhöht. Neben der um11 Mitarbeiter erhöhten Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter waren turnusmäßigeGehaltserhöhungen die Gründe für die bei gestiegenen Umsätzen stärker erhöhte Personalkostenquote.Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um TEUR 525,7 erhöht. Die Steigerung im Vergleichzum Vorjahr ist im Wesentlichen auf um insgesamt TEUR 484,2 höhere Instandhaltungsaufwendungen fürGebäude zurückzuführen.Die Ertragsteuern reduzierten sich von TEUR 397,0 auf TEUR 363,2.Die Umsatzrentabilität betrug unverändert 7,9 %. Der erwirtschaftete Konzern-Jahresüberschuss stieg vonTEUR 2.014,9 um TEUR 54,2 auf TEUR 2.069,1.4. Finanzielle LeistungsindikatorenAls wesentliche Leistungsindikatoren werden die Belegungstage (Bettenbelegung pro Tag) sowie dasBetriebsergebnis angesehen. Dabei werden beim Betriebsergebnis, bestehend aus dem Jahresergebnisvor Ertragsteuern und vor Finanzergebnis, auch die unter den sonstigen Steuern ausgewiesenen nichtabziehbaren Vorsteuern berücksichtigt.5. PersonalDie Anzahl der Beschäftigten passten wir den Vorgaben der DRV, insbesondere in den Bereichen Ärzte,Pflege und Therapeuten, an. Die Stellenpläne konnten eingehalten werden.Im Jahresdurchschnitt haben wir 317 Mitarbeiter (i. V. 306) beschäftigt, davon 107 Arbeitnehmer (i. V. 93)und 210 Angestellte (i. V. 213). Unseren Auszubildenden gewähren wir eine qualifizierte Ausbildung undformen somit den notwendigen Pool, um auch in Zukunft über gut ausgebildetes Fachpersonal zu verfügen.6. GesamtaussageDas Geschäftsjahr 2020 verlief insgesamt unter den gegebenen Umständen einer anhaltenden CoronaPandemie zufriedenstellend. Der Umsatz beträgt TEUR 26.291,7 (i. V. TEUR 25.656,4) und lag leicht überdem Vorjahresumsatz.Das nur moderate Umsatzwachstum ist im Wesentlichen auf die Herausforderungen der Corona Pandemiezurückzuführen. Zu den höheren Ausgaben im Bereich Sicherheitsvorkehrungen und Hygienekonzepte

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 10 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad Bockletkamen eine geringere Auslastung in beiden Häusern durch den Verzicht auf elektive Behandlungen vonMärz bis Juni.Die Abteilungen für Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie konnten ihre Belegung im Geschäftsjahr 2020nicht halten und es mussten Rückgänge verzeichnet werden. Jedoch konnten im vergangenen Jahr mitallen relevanten Kostenträgern Pflegesatzerhöhungen vereinbart werden. Das Inkrafttreten des IPReG imOktober 2020 hatte hierauf noch keinen tzes konnten Akutkrankenhäuser seit Januar 2019 Mehraufwendungen zurBesetzung von Pflegestellen außerordentlich geltend machen. Infolge der Gehaltssteigerungen des TVöD,konnten Akutkrankenhäuser ihre Wettbewerbsvorteile am Arbeitsmarkt nutzten. Hierdurch sind auch dieGehälter in der gesamten Branche merklich angestiegen. Insgesamt ist die Akquise von Fachkräftenzunehmend schwieriger geworden, sodass auch die Aufwendungen für das Personalrecruiting und fürextern bezogene Fremdleistungen erheblich anstiegen.Zur langfristigen Erhaltung des Standortes wurden Aufwendungen für bauliche und technischeMaßnahmen getätigt. Vornehmlich ist die Fassadensanierung des Bettenhauses C in Bad Bocklet zunennen, die in 2021 abgeschlossen wird. Hierbei wurde der Beton der Außenfassade instandgesetzt undfarblich ansehnlich gestaltet. Für die Mitarbeiter und Patientensicherheit wurde die gesamteAußenbeleuchtung auf dem Gelände des Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet erneuert.Außerdem wurden zusätzliche Mitarbeiterparkplätze erschlossen.In der Zeit von April bis Juli 2020 wurde die geplante vollständige Renovierung der Station 4 in derHESCURO in Bad Kissingen durchgeführt. Zu diesem Zweck wurde mit Zustimmung aller Kostenträger dieAbteilung Psychosomatik der HESCURO temporär in die Kliniken Bad Bocklet verlegt. Nach Abschluss derRenovierungsarbeiten wurde die Zusammenführung der beiden Abteilungen Psychosomatik mit denKostenträgern verhandelt und genehmigt. Damit wird die HESCURO Klinik in Bad Kissingen ab dem01.10.2020 als reine orthopädische Reha-Klinik weiter betrieben und in den Kliniken Bad Bocklet stehenfür die Behandlung von psychosomatischen Patienten ab dem 01.10.2020 insgesamt bis zu 200 Betten zurVerfügung.In der HESCURO wurden die Patientenzimmer und Nasszellen im OG 4 neugestaltet und das Mobiliarsowie die Bodenbeläge vollständig ausgetauscht. Ebenso wurde der Eingangs- und Rezeptionsbereicherneuert und mit neuen Möbeln bestückt. Hierbei wurde auf ein modernes, zeitloses Ambiente geachtet.Das neue Wegeleitsystem wurde anschaulich und verständlich gestaltet, wodurch sich unsere Patientenim Haus leichter zurechtfinden können. Außerdem wurden die Klinikzufahrt sowie die Tiefgarage saniert.Das erzielte Geschäftsjahrergebnis lag oberhalb der Prognose des Vorjahres. Die tatsächlich positiververlaufende Geschäftsentwicklung wurde nach den Belegungseinbrüchen im April und Mai durch die

KONZERNLAGEBERICHTAnlage 6Seite 11 von 15für das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletErholung der Belegung ab Juni bis Dezember 2020 möglich. Daneben konnte im Vergleich zur Planungder Vorperiode durch den Ersatz der restlichen Fallpauschalenverträge mit Vereinbarungen vontagesgleichen Pflegesätzen tatsächliche höhere Fallerlöse realisiert werden.Rund 2,5 Millionen Personen in Deutschland pflegen im häuslichen Umfeld einen bedürftigen und leistendamit einen wichtigen familiären wie auch gesellschaftlichen Beitrag. Viele Initiativen setzen sich daher fürdie Belange von pflegenden Angehörigen ckletunterstütztgemeinsammitderSozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) und weiteren lokalen Partnern seit2019 das Pilotprojekt "Pflegetandem". Hier werden Pflegeperson und Angehöriger gemeinsam in unseremParkhotel in Bad Bocklet für eine Woche untergebracht und erhalten ein unterschiedlichesTagesprogramm. Hierdurch gelingt es, pflegende Angehörige für einen begrenzten Zeitraum aus derPflegesituation zu entlasten. Die Woche wird durch Leistungen verschiedener Sozialversicherungszweigezusammengesetzt sowie finanziert und wurde in der Kategorie "Prävention im Alter" mit dem BayerischenPräventionspreis ausgezeichnet. Leider musste aufgrund der Corona-Pandemie auch dieses Projekt imJahr 2020 ausgesetzt werden.III.Prognose- sowie Chancen- und Risikobericht1. PrognoseberichtDer Prognosebericht beruht auf den Detailplanungen des Geschäftsjahres 2021, die zum Ende desGeschäftsjahres 2020 zur Verfügung standen, aber unter zusätzlicher Berücksichtigung der aktuell weiteranhaltenden Corona-Pandemie und den unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erstattung derCorona bedingten Mehraufwendungen sowie dem in 2021 erfolgten Konzernzugang. Die weiterenAuswirkungen der Corona-Pandemie für Deutschland und speziell den deutschen Gesundheitsmarkt imJahr 2020 waren massiv und werden deshalb auch im Risikobericht Berücksichtigung finden.Für das laufende Geschäftsjahr 2021 erwartet der Vorstand eine Entwicklung mit nur leicht steigenderBelegung. Diese Einschätzung resultiert insbesondere aus dem Einfluss der Corona-Pandemie, die auchim Jahr 2021 erhebliche Auswirkungen auf die Belegung der Häuser der Kliniken Bad Bocklet AG habenwird. Außerdem werden die den umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Tochterklinik fortgesetzt.Neben der Sanierung der Balkone im Haus West, ist auch die Renovierung eines großen Teils derTherapieräume geplant.Bedingt durch die voll zur Verfügung stehende Bettenkapazität wird von einer Belegungssteigerung in denBereichen Orthopädie und Psychosomatik ausgegangen. In der Geriatrie wird eine stabile Belegung auf

KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAnlage 6Seite 12 von 15Vorjahresniveau, nahe der Vollauslastung, erwartet. Hier treten regulative Erleichterungen zur Verordnungvon geriatrischen Anschlussrehabilitationen in Kraft.Um den Konzern zu erweitern, wurde am 29.01.2021 ein Hotelgebäude mit rund 90 Betten, Grundstückund umfangreichen Therapie- und Wellnessangeboten in Bad Brückenau im Wege des Asset Deals übereine neugegründete Gesellschaft erworben, die frühere REGENA. Die neue Gesellschaft wird als 100%Tochter der Kliniken Bad Bocklet AG unter dem Namen HESCURO – Klinik REGENA Bad BrückenauGmbH & Co. KG geführt. Aufgrund der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten des Hauses werden nochkeine Belegungen für das neue Tochterunternehmen prognostiziert.Mit allen relevanten Kostenträgern stehen im Jahresverlauf Verhandlungen über Pflegesatzanpassungenan. Für das laufende Geschäftsjahr werden moderate Steigerungen anvisiert.Für den Personalkostenbereich werden übertarifliche Steigerungen in allen Lohngruppen angenommen.Zum 01.01.2021 stieg der gesetzliche Mindestlohn auf EUR 9,50. In einem zweiten Schritt wird derMindestlohn ab dem 01.07. 2021 auf EUR 9,60 angehoben werden. Um auch in den unteren Lohngruppenein attraktiver Arbeitgeber zu sein, wurde bereits zum 01.01.2020 die unterste Lohngruppe im Konzern aufEUR 10,00 pro Stunde angehoben.Der Vorstand geht nach derzeitiger Sachlage davon aus, dass die moderaten Umsatzsteigerungen vonden relativ höheren Aufwendungen weitgehend kompensiert werden und das Betriebsergebnis leichtoberhalb des Ergebnisses aus 2020 liegen wird.Die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens wurde zum Ende des Jahres 2020erstellt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie kann es zu negativen Abweichungen von der Prognosekommen, die der Höhe nach momentan nicht abzuschätzen sind.2. Chancen- und Risikobericht2.1. RisikenDie seit mehr als einem Jahr anhaltende pandemische Lage führt in vielen Teilen der Bevölkerung zugroßer Verunsicherung. Gerade im Bereich der Psychosomatik ist zu beobachten, dass Patientenkurzfristig ihre geplanten Rehabilitationstermine absagen oder auf unbestimmte Zeit verschieben.Auch der krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern stellt ein Risiko dar, welches negativen Einflussauf die Behandlungskapazitäten von Patienten haben kann. Ebenso verhält es sich mit den durch diePandemie beeinträchtigten Lieferketten und dem Bezug von Materialien wie zum BeispielMedikamenten, Atemschutzmasken, Desinfektionsmitteln und Schnelltests. Die bereits schon

KONZERNLAGEBERICHTfür das Geschäftsjahr 2020Kliniken Bad Bocklet AG, 97708 Bad BockletAnlage 6Seite 13 von 15angespannte Lage im Baugewerbe wird sich aus Sicht von Experten weiter verschärfen, sodass hiervon erheblichen Kostensteigerungen und Kapazitätsengpässen ausgegangen werden muss.Deshalb gehen wir hinsichtlich unserer Prognose für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass durchdie aktuellen Rahmenbedingungen die Planrechnung dann gehalten werden kann, wenn derKlinikbetrieb bedingt durch die COVID-19-Pandemie weder temporär eingeschränkt noch vollständigeingestellt werden muss.Neben den Risiken, die sich aus der COVID-19-Pandemie ergeben, werden Risiken, die sich aus demBetreiben von Kliniken und dem Umgang mit Patienten ergeben, durch ein strukturiertes internesQualitätsmanagement minimiert. Innerhalb der regelmäßigen Audits werden für die AbteilungenRisikokataster erstellt und daraus risikooptimierte Abläufe hergeleitet.Ein möglicher Ausfall von Mitarbeitern, könnte die Leistungsfähigkeit des Unternehmens bereitskurzfristig beeinträchtigen und damit negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- undFinanzlage haben.Sofern Belegungsrückgänge eintreten würden, könnten die Konzerngesellschaften nur zeitverzögert dievorgehaltenen Grundkapazitäten, insbesondere im Personalbestand, zurückführen.Die Kliniken Bad Bocklet bleiben auch weiterhin in hohem Maße abhängig von der Fähigkeit,hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte zu gewinnen und zu halten. Der Fachkräftemangelbetrifft dabei nicht nur den ärztlichen Bereich, sondern auch im pflegerischen und therapeutischenBereich wird die Gewinnung von Mitarbeitern zunehmend schwieriger. Die Entfernung zu denBallungszentren und die relative Unbekanntheit des Kurortes Bad Bocklet erschwert die Gewinnung vonFach- und Führungskräften.Innerhalb des Pflegebereiches wurde durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) derWettbewerbsdruck für Rehabilitationskliniken ungleich erhöht, da Akutkrankenhäuser bei der Besetzungoffener Stellen finanziell privilegiert werden. Infolgedessen werden für die kommenden Perioden weitereSchwierigkeiten bei der Gewinnung von Pflegekräften und weitere Gehaltssteigerungen oberhalb dertariflichen Abschlüsse erwartet.Gegen den Beschluss der Gesellschafterversammlung zum Formwechsel der Parksanatorium BadBocklet GmbH & Co. KG in die Kliniken Bad Bocklet AG am 28.07.2016 stimmten 52 Kommanditistenmit einem

Die HESCURO – Klinik REGINA – GmbH & Co. KG betreibt ebenfalls ein Rehabilitations- und Präventionszentrum in Bad Kissingen mit einer Kapazität von 160 Betten und hat ihren Betrieb zum 01.01.2010 aufgenommen. Die Muttergesellschaft führt die Firma Kliniken Bad Bocklet AG und