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1BAUHAUSDESSAUUND DIEMODERNEIN SACHSEN-ANHALT

31Bauhausgebäude Dessau, Walter Gropius(1925–26), Glasfassade Tadashi Okochi Pen Magazine, 2010, Stiftung Bauhaus DessauDessau-Roßlau4Magdeburg16Halle (Saale)26Lutherstadt Wittenberg32Elbingerode36Zickzackhausen & Co.40

NETZWERKRichtung HamburgSTENDALRichtung HannoverRichtung Berlin Sekundarschule ComeniusHALDENSLEBEN AMEOS Klinikum (ehemaligeLandesheilanstalt mit Wohnsiedlung)Auf den Spuren der ModerneNirgends sonst in Deutschland kann man so vielBauhaus und Moderne erleben wie in Sachsen-Anhalt.Die bedeutenden Bauhaus-Stätten in Dessau-Roßlauund weitere prägende Orte aus der Zeit der Moderne,etwa in Magdeburg, Halle (Saale), Aschersleben oderSangerhausen, laden zu einer spannenden Spurensucheein. 39 Bauwerke aus der Zeit der klassischen Moderne(1919–1933) zeugen von kreativen Köpfen in Architektur,Technik und Kunst, die den Traum von einem besserenLeben Wirklichkeit werden lassen wollten.www.bauhaus-entdecken.deMAGDEBURG Stadthalle mit Albinmüller-Turm und Pferdetor Hermann-Beims-Siedlung Otto-Richter-Straße Schiffshebewerk Rothensee Gartenstadt-KolonieReform AOK Sachsen-Anhalt Siedlung Cracau Hermann-Gieseler-Halle MagdeburgerEhrenmal von Ernst Barlach Westfriedhof:Zweites Freidenker-Denkmal OLi-KinoWERNIGERODE Empfangsgebäude undFahrzeugwerkstatt Wernigerode Westerntor Diakonissen-Mutterhaus„Neuvandsburg“ Piesteritzer WerkssiedlungBERNBURG (SA ALE)ASCHERSLEBEN Filmpalast ELD -WOLFEN Rathaus Bitterfeld-Wolfen,ehemaliges Gebäude 041 (Hauptgebäude der ORWO-FilmfabrikWolfen)HALLE (SA ALE)SANGERHAUSEN Volksbank Sangerhausen Großgarage Süd Giebichensteinbrücke Pfarrkirche„Zur Heiligsten Dreieinigkeit“ Wasserturm Süd Ratshof TransformatorenstationUniversitätsring AllgemeineOrtskrankenkasseMERSEBURG Wohnhaus „Gesundheitsamt“BAD DÜRRENBERG Laubenganghäuserund MarktNLUTHERSTADTWITTENBERGRichtung DresdenELBINGERODESACHSEN-ANHALT – HIER WIRDIN DIE ZUKUNFT GEDACHTDESSAU-ROSSLAU Bauhausgebäude Meisterhäuser Laubenganghäuser Siedlung Dessau-Törten Kornhaus Stahlhaus SiedlungDessau-Törten KonsumgebäudeSiedlung Dessau-Törten Historisches Arbeitsamt Sport- undKurshaus „Kurt Elster“ (SPUK)1Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhausam stärksten verbunden ist. Hier hatdie Hochschule am längsten gewirktund von 1925 bis 1932 ihre Blütezeit erlebt. Und hier haben alle drei Bauhausdirektoren –Walter Gropius, Hannes Meyer und Mies van derRohe – gelebt und gearbeitet. Die Zeit war zugleichdie Hochphase der Bauhaus-Architektur, weshalb inDessau-Roßlau auch die meisten Bauhaus-Bautenzu finden sind. Das Bauhaus-Gebäude, die Meisterhäuser und die Laubenganghäuser gehören heutezum UNESCO-Welterbe.Bis heute zählt das Bauhaus zu den Ikonen dermodernen Architektur, der Kunst und des Designs,doch ein Solitär war es nicht. Es war eingebettetin einen ganzen Kulturraum atemberaubenderErneuerungen. Die vielfältigen Verknüpfungenlassen sich besonders gut in der Region des heutigen Sachsen-Anhalts aufzeigen. Begleitet von einerrasant wachsenden Industrie herrschte dort nachdem Ersten Weltkrieg eine enorme Aufbruchsstimmung. Es entwickelte sich eine Dynamik, die dieRegion in die Moderne katapultierte und damitauch den Boden bereitete für die Entscheidung desBauhauses, 1925 von Weimar in das anhaltischeDessau umzuziehen.Seinen Ausdruck fand dieser Aufbruch auch in derinnovativen Städte- und Siedlungsplanung. Richtigerfahrbar wird dies, wenn man sich auf Spurensuche in Sachsen-Anhalt begibt. Wir finden spannende Zeugnisse zum Beispiel in Magdeburg, womit der Hermann-Beims-Siedlung in den 1920erJahren ein Vorbild des sozialen Wohnungsbausentstand, oder in der Lutherstadt Wittenberg, woin der Werkssiedlung Piesteritz, einer blühendenGartenstadt, einst die Beschäftigten des ehemaligen Reichsstickstoffwerks ein Zuhause fanden.Zu finden sind solche Zeugnisse aber auch anOrten, wo wir moderne Architektur vielleicht nichterwartet hätten: im Diakonissen-Mutterhaus imverträumten Harzstädtchen Elbingerode.Sachsen-Anhalt steht deshalb heute nicht nur fürdie Bauhausbewegung, sondern für die Moderne schlechthin. Hier haben kreative Köpfe Ideenentwickelt, die ihrer Zeit weit voraus waren. Dieser Geist, Neues zu wagen, wirkt bis heute fort.Viele Menschen, Unternehmen, Institutionen undVereine, die vordenken und die Zukunft gestalten,zeigen, dass in Sachsen-Anhalt auch heute modern gedacht wird.

BAUHAUS MUSEUM DESSAU23Das Triadische Ballett von OskarSchlemmer Stiftung Bauhaus Dessau,Foto: Thomas Meyer OSTKREUZ,Ausstellungsgestaltung und Szenografiechezweitz GmbH.und gewirkt hat, wie die Ideen entstanden sind, diebis heute nachwirken, und welche Bedeutung diesefür die Alltagskultur des 21. Jahrhunderts haben.Bauhaus Museum Dessau StaatskanzleiSachsen-Anhalt, Foto: Michael DeutschDAS BAUHAUS MUSEUM DESSAU – HIER WIRDGESCHICHTE WIEDER LEBENDIGSicherlich hätte auch Mies van der RoheGefallen am Entwurf für das BauhausMuseum Dessau gefunden. Dasspa nische Architekturbüro „addendaarchitects“ (González Hinz Zabala) hat einentrans parenten Korpus konzipiert, der die schwebende, in sich geschlossene „Black Box“ als Ortfür die Sammlung und das Erdgeschoss, das Foyerdes Museums, als „Offene Bühne“ für zeitgenössische Wechselausstellungen und Veranstaltungenumfasst. Transparenz, Klarheit und Schlichtheit –es sind diese Architektur-Merkmale, die den Mu seumsbau auszeichnen – und die auch der dritteund letzte Direktor des Dessauer BauhausesMies van der Rohe schätzte.Die Eröffnung des Museums am 8. September2019 war ein ganz besonderer Höhepunkt des100-jährigen Bauhaus-Jubiläums und dürfte fürArchitektur-Interessierte ein Erlebnis gewesensein, genauso wie für Liebhaber von Kunst undDesign, denn erstmals war es möglich geworden, dass die Stiftung Bauhaus Dessau mehr als1.000 Exponate aus ihrer Sammlung, die mit etwa50.000 Objekten die zweitgrößte zum Bauhausweltweit ist, präsentieren konnte. In der Sammlungspräsentation „Versuchsstätte Bauhaus. DieSammlung“ können Museums-Besucher die Geschichte der epochemachenden Dessauer Hochschule für Gestaltung nachverfolgen und erfahren, wie das Bauhaus als Hochschule gearbeitetZu sehen sind unter anderem Grafiken und Zeichnungen von Lyonel Feininger, Wassily Kandinskyoder László Moholy-Nagy, Fotografien zu denThemengruppen Architektur, Porträt, Produkteoder Leben am Bauhaus, Designprodukte aus allenWerkstätten und Schaffensbereichen des Bauhauses und architektonische Dokumente, darunterauch Zeichnungen von Walter Gropius, HannesMeyer und Carl Fieger. Auch Mies van der Rohe istim Museum vertreten, unter anderem mit seinerberühmten Fotografie „Hochhaus Friedrichstraße“von 1922. Der zeichnerische Entwurf eines dreieckigen, 20-stöckigen Bürohochhauses in Gestalteiner verglasten „Kristall-Wabe“ war der spektakuläre Beitrag des Star-Architekten zum vielbeachteten Ideenwettbewerb um ein Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße – Berlins erstes Hochhaus.Obwohl der gläserne Wolkenkratzer nie gebautworden ist, wurde er zu einem der wichtigstenGedankengebäude des 20. Jahrhunderts. Auch derlegendäre Freischwinger-Sessel, den Mies van derRohe 1927 für die Weißenhof-Siedlung in Stuttgartgestaltet, und sein Barcelona-Sessel, den er fürden deutschen Pavillon der Weltausstellung 1929in Barcelona konzipiert hat, sind im Museum zubewundern. Ausgestellt sind unter anderem auchder von Marcel Breuer entworfene Wassily-Sessel,der bis heute ein Designklassiker ist, Leuchten wiedie von Wilhelm Wagenfeld, ein Läufer von GuntaStölzl und Nachbildungen der Figuren des „Triadischen Balletts“ von Oskar Schlemmer.Erweitert und fortgeschrieben wird die Sammlungspräsentation durch die „Zwischenspiele“,also wechselnde Ausstellungen in der Ausstellung.Und auf der „Offenen Bühne“ im Erdgeschoss desBauhaus Museums werden den Besuchern Vorträge, Filmvorführungen und Gespräche, Tanz, Thea ter, Musik- und Performance-Projekte geboten.Hier können sie erleben, wie das Bauhaus – verstanden als eine Haltung des neugierig offenenLernens und Experimentierens – auch heute nochvielfältige künstlerische Impulse und gestalterische Anregungen bereithält. Darüber hinaus istdie „Offene Bühne“ eine lokale Bühne für alle – fürVereine, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen, die in Dessau-Roßlau und der Region kreativeProjekte umsetzen, aktiv Begegnungen initiierenoder künstlerisch arbeiten.Und auch für das leibliche Wohl ist im BauhausMuseum Dessau gesorgt. Wer sich nach dem Parcours durch die Ausstellung oder nach einer Veranstaltung noch ein wenig stärken möchte, kanndort im Café einen kleinen Imbiss genießen – unddanach im angrenzenden Shop vielleicht noch einErinnerungsstück oder ein Geschenk erwerben.www.bauhaus-dessau.deBlick in die Ausstellung „VersuchsstätteBauhaus. Die Sammlung“ Staatskanz-lei Sachsen-Anhalt, Foto: Michael Deutsch

4Das Bauhausgebäude vonWalter Gropius (1925–26),Ansicht Süd-West, 2017 Stiftung Bauhaus Dessau,Foto: Th. Meyer, OSTKREUZDESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADTDESSAU-ROSSLAUDIEBAUHAUSSTADT5

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT6Das Bauhausgebäude vonWalter Gropius (1925–26),Ansicht Süd-West, 2017 Stiftung Bauhaus Dessau,Foto: Th. Meyer, OSTKREUZSehenswertesim ÜberblickBAUHAUSGEBÄUDEWalter Gropius, 1919 Gründer des Bauhauses und bis 1928sein Direktor, ließ das Bauhausgebäude in den Jahren1925/26 als „Hochschule für Gestaltung“ errichten. Zusammen mit den anderen Bauhausbauten in Dessau-Roßlauzählt das Bauhausgebäude heute zu den Ikonen der Architektur des 20. Jahrhunderts. www.bauhaus-dessau.deMEISTERHÄUSERZeitgleich mit dem Bauhausgebäude beauftragte dieStadt Dessau Walter Gropius mit dem Bau von drei Doppelhäusern für die Bauhausmeister und einem Einzelhaus fürden Direktor. Zusammen mit dem Bauhausgebäude wurdendie Meisterhäuser 1996 von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen. www.bauhaus-dessau.deKORNHAUSDie Ausflugsgaststätte Kornhaus wurde in den Jahren 1929/30direkt auf dem Elbdeich errichtet. Entworfen wurde es vondem Architekten Carl Fieger. www.kornhaus-dessau.deSIEDLUNG DESSAU-TÖRTENDie von Walter Gropius 1928 gebaute VersuchssiedlungTörten mit Konsumgebäude, die von Hannes Meyer geplanten Laubenganghäuser und das 1927 fertiggestellte Stahlhaus stellen herausragende Beispiele des Neuen Bauens der1920er Jahre dar. www.bauhaus-dessau.deHISTORISCHES ARBEITSAMTDer Entwurf von Walter Gropius 1928 für das Arbeitsamtzeichnete sich durch Bestrebungen nach Rationalisierungaus, so wie sie auch damals schon in der Wirtschaft üblichwar. Der außergewöhnliche Grundriss macht den mit gelbenZiegeln verkleideten Stahlbau zu einem richtungsweisendenBeispiel für die funktionalistische Architektur. www.bauhaus-dessau.deSPORT- UND KURSHAUS „KURT ELSTER“ (SPUK)Das „Sport- und Kurs-Haus“, kurz SPUK-Haus, früher dasGebäude der Dessauer Ortskrankenkasse, ist ein Bau derModerne nach einem Entwurf des Dessauer Architekten ErichKurt Elster und wurde am 21. Dezember 1930 eingeweiht. DieBauausführung der Stahlkonstruktion erfolgte durch denJunkers-Stahlbau. www.hugo-junkers.infoTECHNIKMUSEUM HUGO JUNKERSDas Technikmuseum „Hugo Junkers“ Dessau auf dem Gelände der ehemaligen Junkers Flugzeug- und Motorenwerkegibt einen Einblick in Junkers’ Lebenswerk und technischeSpitzenleistungen des frühen 20. Jahrhunderts. www.technikmuseum-dessau.de7

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT6„Dieses Hausmuss mangesehen haben“„Dieses Haus muss mangesehen haben“, schriebdas „Berliner Tageblatt“am 7. Dezember 1926begeistert. Gemeint wardas von Walter Gropiusentworfene Bauhausgebäude in Dessau, dasdrei Tage zuvor mit einemgroßen Fest eingeweihtworden war.Mehr als 1.000 Gästewaren zu den Feierlichkeiten erschienen,darunter etwa 100Journalisten aus ganz Deutschlandund dem Ausland. Für sie hatte esbereits einen Tag vorher eine Presseführung gegeben, und die Resonanzwar groß. So zeigte sich auch der„Hamburger Anzeiger“ beeindrucktvon Gropius’ „nüchternem Gestaltungswillen“, der „bei größtmöglicher Typisierung größtmöglicheAbwechslung“ erreichen wolle.Für Erstaunen sorgte die damalsneuartige Trennung des Gebäudesin drei flügelförmig angeordnete,funktional gegliederte Trakte: Imersten Trakt war die GewerblicheBerufsschule untergebracht. ImAtelierhaus lagen die AtelierzimmerBei den Studierenden sehr beliebt:die Balkons des Ateliergebäudes DessauBauhausköpfe (aus dem Bauhaus-Fotoalbumvon Fritz Schreiber), Stiftung Bauhaus Dessau(I 18980 F), nicht bekannt7für die Studenten und Jungmeister. Der dritte Gebäudekomplexbeherbergte die Werkstätten. EinZwischenbau – die Festebene mitAula und Mensa – verband denWerkstattflügel mit dem Atelierhaus, die Brücke die Werkstättenmit der Schule. Die Brücke war fürVerwaltungsräume und das Bürovon Bauhaus-Direktor Gropius vorgesehen.Am beeindruckendsten erschien denZeitgenossen jedoch das Ateliergebäude, das sogenannte Prellerhaus.Den Namen hatte man vom Weimarer Atelierhaus übernommen, dasseinerzeit nach dem Hofmaler Friedrich Preller benannt worden war. DieAteliers bestanden aus Einzelzimmern, die mit ihren rund 24 Quadrat metern zwar recht klein, aber mitElektroanschlüssen, Heizkörpern,Einbauschränken, Waschgelegenheiten, Arbeitsplatten, Schlafnischenund vornehmlich von Marcel Breuerentworfenem Stahlrohrmobiliarhochmodern und komfortabeleingerichtet waren. Einige Zimmerverfügten über kleine Balkons, aufArchitekturhinter Glas – eineFensterfront imBauhaus-Gebäude Bauhaus Dessau,Foto: S. Kaps, VGBild-Kunst, Bonn2020„Der Organismus einesHauses ergibtsich aus demAblauf derVorgänge, diesich in ihm abspielen“WALTERGROPIUSDie Verbindung vonLeben, Handwerk undKunst war das Credo derKunsthochschule, des„Staatlichen Bauhausesin Weimar“, das der Architekt Walter Gropius1919 in Weimar gegründet hatte. Sein Ziel wardie Errichtung des „Bausder Zukunft“ als Gesamtkunstwerk. Mit dertraditionellen Baukunsthatte er gebrochen,für ihn sollten Bautenfunktional sein.Wie keinem Zweitengelang es Gropius, demäußeren Druck auf dasBauhaus Paroli zu bietenund die medialen Möglichkeiten zu nutzen,um seine Ziele bekanntzu machen und dasBauhaus ins rechte Lichtzu setzen. Auch nachseiner Emigration indie USA wurde „MisterBauhaus“ nicht müde,weiter für das Bauhauszu werben – und wardamit auch dank seineshohen Ansehens undseiner Lehrtätigkeit ander Harvard Universitysehr erfolgreich.

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT8denen sich die Bauhäusler zumGespräch oder zum gemeinsamenEssen trafen.Bauhäusler auf einemBalkon des Atelierhauses,1931 Stiftung BauhausDessau, Foto: unbekanntAuf jeder Etage waren Teekücheneingerichtet, die zwar auch rechteng waren, aber mit ihren kleinen Herdplatten, Spülbecken undschmalen Wandregalen ihren Zweckerfüllten. Die Teeküchen warenüber einen Speiseaufzug mit derKantinenküche verbunden, derentechnische Ausstattung ebenfallsauf dem damals neuesten Standwar. Der Speiseaufzug hielt auf allenEtagen und versorgte die Bewohnermit Essbarem. Im Haus selbst gab esGemeinschaftseinrichtungen, wieTerrassen, Bäder und Duschen undsogar eine Turnhalle im Keller. Im„Prellerhaus“ ließ es sich so gut leben. Überhaupt waren Einzelzimmerfür Studenten in den 1920er Jahrenein großer Luxus. Entsprechendbegehrt waren die Ateliers, auchwegen des verhältnismäßig niedrigen Mietpreises von 20 Reichsmark,einschließlich Reinigung und Gas.9Die Köpfeherausstecken und sich Halsund Augen verrenkenDer Schweizer Bauhäusler, Maler,Fotograf und Bühnenbildner XantiSchawinsky äußerte rückblickenddazu: „Das neue Ateliergebäudenahm einen bedeutenden Platz inder Geschichte der modernen Architektur ein.“www.bauhaus-dessau.deSchlafen wiedie BauhäuslerWer selbst einmal ausprobieren möchte, wie dieBauhäusler im Ateliergebäude gelebt haben, kanndort für eine oder mehrere Übernachtungen einZimmer buchen – ein Bauhauserlebnis der ganzbesonderen Art: In den reinszenierten Atelierzimmern spürtman die Atmosphäre des Bauhauses bis heute. Vom Grundrissüber das Material bis hin zu den Nachbauten der Originalmöbel wurde alles bis ins Detail in seinen ursprünglichen Zustandversetzt. Einige Zimmer erinnern dank der Möbelentwürfe anihre ehemaligen Bewohner, derzeit sind ausgewählte Zimmer denBauhäuslern Alfred und Gertrud Arndt, dem Ehepaar Albers undFranz Ehrlich gewidmet.In den Atelierräumen lebten und arbeiteten aber auch vieleandere bekannte Persönlichkeiten der Bauhausepoche, zu ihnengehörten unter anderem Josef Albers, Erich Consemüller, HerbertBayer, Walter Peterhans, Hannes Meyer, Joost Schmidt und MarcelBreuer. Auf der sogenannten Damenetage waren GertrudArndt, Marianne Brandt, Gunta Stölzl und Anni Albers zu Hause.Ein stilechterer Rahmen für den Aufenthalt in Dessau-Roßlaulässt sich nicht finden. Und wer es noch stilechter haben möchte,der kann morgens im Café-Bistro im Untergeschoss des Ateliergebäudes sein Frühstück einnehmen.www.bauhaus-dessau.deBild oben: Bauhausgebäude Dessau,Architekt Walter Gropius; Das reinszenierte Atelierzimmer, Oktober 2013 Stiftung Bauhaus Dessau / (Gropius,Walter, Stadler-Stölzl, Adelgunde)VG Bild-Kunst Bonn 2020/Foto: Y. Tenschert, 2013Bild unten: Bauhausgebäude Dessau,Architekt Walter Gropius; Zimmerim Ateliergebäude, Bauhausgebäude2013 Stiftung Bauhaus Dessau / (Gropius, Walter) VG Bild-Kunst Bonn2020 / Foto: N. BradeNach dem Baukastenprinzip errichtet sinddie Dessauer Meisterhäuser StiftungBauhaus Dessau / Architekt: Walter Gropius,1925/26 / Foto: Y. Tenschert

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT10„Ich sah allmeine Farbenim Geiste, siestanden vormeinen Augen“WASSILYKANDINSKYEr konnte Musik sehen.Als Wassily Kandinsky1895 in Moskau eineVorstellung von Wagners Oper „Lohengrin“besuchte, war das fürihn wie ein Erweckungserlebnis. Denn er hörtedie Klänge nicht nur, ersah sie auch. „Ich sah allmeine Farben im Geiste,sie standen vor meinenAugen“, erinnerte er sichspäter. Seine besondereBeziehung zur Farbe spiegelt sich auch in seinemHaus in der MeisterhausSiedlung wider. Sein Speisezimmer ließ Kandinskyin schwarz und weißanstreichen und eineWohnzimmer-Nische mitBlattgold auslegen.„Aus jedem Auto,jeder Pferde-Droschke,die vorüberfährt – oderzuckelt, stecken siedie Köpfe heraus – undverrenken sich Halsund Augen nach uns“,schrieb der BauhausMeister Lyonel Feininger 1927 in einem Briefan seine Frau Julia.Parallel zum BauhausGebäude konnte WalterGropius den Bau von dreiDoppelhäusern für dieBauhaus-Meister und einem Einzelhaus für den Direktor umsetzen.Den Auftrag dafür hatte er von derStadt Dessau erhalten. Es entstandein Ensemble, das zum Inbegriff desmodernen Wohnens wurde – undgenau das war es, was Gropius aucherreichen wollte.Beim Entwurf der Häuser und ihrerInneneinrichtungen erhielt Gropiusguten Rat, Vorschläge und tatkräftige Unterstützung von seiner FrauIse, aber auch von den Ehefrauender anderen Meister, die ihm mitihren „energisch vorgebrachtenWünschen in den Ohren lagen“,wie der Gropius-Biograf Reginald R.Isaacs schreibt: „So etwa wollte LilyIm Meisterhaus MoholyNagy Foto: IMG, VGBild-Kunst,Bonn 2020Klee eine Kochmaschine und El Muche einen Elektroherd in der Küchehaben, Nina Kandinsky forderte einen Kamin für ihr Wohnzimmer undTut Schlemmer eine Gasheizung.“Gropius habe daraufhin treuherzigversichert, er werde an alles denken,doch sei er dann seinen Entwürfenunbeirrt gefolgt, berichtet Isaacsweiter.Um die Idee des Neuen Bauenspopulär zu machen, hatte Gropiussein Haus nicht nur als Wohnhausfür sich und seine Frau Ise konzipiert, sondern auch als Ausstellungsobjekt. Über Führungen undeine für die Eigenwerbung produzierte Filmserie mit dem Titel „Wiewohnen wir gesund und wirtschaftlich?“ erreichten die beiden, dassauch Jahre nach der Fertigstellungder Meisterhäuser das Interesse derÖffentlichkeit nicht nachließ. Nebenden vielen Schaulustigen kamenauch Prominente, um sich das Hausund seine Einrichtung gezielt anzuschauen und seine Bewohnerkennenzulernen.Mit den Meisterhäusern sollte abernicht nur die Idee des Neuen Bauens, sondern auch der modernenInneneinrichtung vermittelt werden.Sie wies eine Fülle bemerkenswerterDetails auf, vom begehbaren Kleiderschrank, den Einbauschränkenbis zum zusammenschiebbarenDoppelsofa. Für großes Erstaunensorgten damals die Warmwassergeräte und Radiatoren, mit denen dieJunkers-Werke die Meisterhäuserausgestattet hatten. Geradezu revolutionär war die eugt mit Form und Farbe: Das Treppenhausder Hochschule für Gestaltung in Dessau-Roßlau. Landesamt für Denkmalpflege und ArchäologieSachsen-Anhalt, Foto: R. Ulbrich, VG Bild-Kunst,Bonn 202011Farnsworth Housein Plano bei Chicago. Urheber: Mies van derRohe, Wikimedia Commons, lizenziert unterCreativeCommons-Lizenzby-sa-2.0-de, URL: egalcodeNeue Küchenfür die neue FrauDer Erste Weltkrieg hatte einen ganz neuen Typus Frauhervorgebracht, für den die Hausarbeit an Bedeutungverloren hatte. Es musste eine neue Küche her, in der diedort zu verrichtenden Arbeiten schneller erledigt werdenkonnten. Die Einbauküche war geboren.Auch Walter Gropius war davon überzeugt, dass die emanzipierte Fraueinen betriebstechnisch organisierten Haushalt brauche. Schon das 1923 inWeimar entstandene, von Georg Muche entworfene „Haus Am Horn“ warmit einer Einbauküche und modernster Technik ausgestattet worden. Beider Planung der Dessauer Meisterhäuser war man noch weiter gegangenund setzte damit Akzente in der modernen Hauswirtschaftstechnik. Sogab es in der Einbauküche im Haus Gropius einen Wassersprüher für dasGeschirr, dem automatisch Seife beigemischt wurde, eine Waschmaschinesowie einen Trockner mit Schleudermechanik.Besucher der Meisterhäuser, allen voran die Mitglieder des DessauerHausfrauen-Vereins, kamen beim Anblick der Küche aus dem Staunennicht mehr heraus.NEUESBAUEN INDER NEUENWELTMIES VANDER ROHEUND NEWYORKWie viele Bauhäusler emigrierte auchder dritte und letzteBauhaus-Direktor, derArchitekt Mies van derRohe, nach der Schließung des Bauhauses1933 durch die Nationalsozialisten in die USA.Er nahm am ArmourInstitute in Chicagoseine Lehrtätigkeit wieder auf, war aber auchweiterhin als Architekttätig. Das FarnsworthHouse in Plano bei Chicago und das SeagramBuilding in New Yorkzählen heute zu denMeisterwerken der modernen Architektur.

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT1213„Volksbedarfstatt Luxusbedarf“„Volksbedarf stattLuxusbedarf“ hieß dasMotto des zweiten Bauhaus-Direktors HannesMeyer, dem er in Dessauauch bei der Errichtungder TZ –DAS„JUWEL“DERBAUHAUSMEISTEREr war das Lieblingszielder Bauhaus-Meister.Und wenn im Mai derFlieder blühte, war es soweit: Dann ließen sichdie Familien Kandinskyund Klee in einem Lan dauer zum WörlitzerPark kutschieren. Siehätten ihn „wie ein Juwel geschätzt“, erinnerte sich später WassilyKandinskys Frau Nina.Auch Oskar Schlemmerund Gunta Stölzl liebtenden Park. In einemBrief an seine Frau Tutschrieb Schlemmer: „Binin der Früh um sechsmit Gunta nach Wörlitzherausgefahren, einestarke Stunde, sehrschön und amüsant inWörlitz.“www.gartenreich.comLicht, Luft,Sonne – dieReihenhausSiedlungDessau-TörtenWie viele andere Städtein Deutschland hatteauch Dessau in den1920er Jahren ein Pro blem mit dem Wohnungsbau: Auch dort hatte dierasante industrielle Entwicklung zu einer Bevölkerungsexplosion geführt, die wiederum eineextreme Wohnungsnotnach sich zog.Es musste also eineschnelle Lösung gefunden werden: bezahlbareWohnungen, die dieForderung nach mehr Licht, Luft undSonne erfüllen sollten. Der DessauerOberbürgermeister Fritz Hesse wardavon überzeugt, dass Walter Gropius der richtige Mann dafür war, undbeauftragte ihn damit, im StadtteilTörten eine Siedlung zu bauen.Innerhalb von nur zwei Jahren, von1926 bis 1928, entstanden 314 alsEigenheime konzipierte Reihenhäu-In Fertigbauweise errichtet wurde dieSiedlung Törten. Ihr Zentrum war dasKonsumgebäude (li.). Stiftung BauhausDessau, Fotos: Y. Tenschertser, die je nach Haustyp zwischen57 und 75 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen. Zentrales Anliegenwar für Gropius das preiswerte undschnelle Bauen: Vorgefertigte Bauelemente, kostengünstige Materialien, der Verzicht auf Dekors machtendies möglich. Die geringe Dichteder Bebauung folgte der Forderungnach mehr Licht, Luft und Sonne.Alle Häuser verfügten zudem überNutzgärten zur Selbstversorgungund Kleintierhaltung. Das Innereder Häuser war ausgestattet mitEinrichtungen aus den BauhausWerkstätten, die wärmetechnischenGeräte für Küche und Heizung lieferten die Dessauer Junkers-Werke.Kurz nach Fertigstellung zeigtensich jedoch Bau- und Planungsmängel, weshalb die Bewohner schonbald Veränderungen vornahmen.Das Haus am Mittelring 38 wurdeals Erstes originalgetreu wiederhergestellt. Es wird heute von derMoses-Mendelssohn-Gesellschaftgenutzt und ist ebenso zu besichtigen wie das Haus Kleinring 5.www.mendelssohn-dessau.deDie fünf schmalen Backsteingebäude mit insgesamt 90 sogenanntenVolkswohnungen, indenen Arbeiter und kleine Angestellte wohnen sollten, waren Teil dergeplanten gemischten Bebauung,die der Schweizer Architekt für dieErweiterung der von seinem Vorgänger Walter Gropius entworfenenBauhaussiedlung Dessau-Törtenvorgesehen hatte.Wie kein anderes Projekt zeugt dasEnsemble von einer Kernidee derBauhauslehre, der Gemeinschaftsarbeit, bei der Studierende unter derAnleitung von Meyer und anderenLehrern die Siedlung planten undrealisierten. Die Größe der Wohnungen war knapp bemessen: Auf 48qm sollte eine vierköpfige Familiein drei Räumen sowie Küche undBad Platz finden. Während Gropiusmit seinen Reihenhäusern bewusstWohn eigentum schaffen wollte,wurden die Laubengangwohnungenfür den relativ geringen monatlichen Betrag von 37,50 Reichsmarkvermietet. Wie für die Reihenhäusergab es auch für diese Wohnungenfunktionelle Mustereinrichtungen,die von den Werkstätten des Bauhauses entworfen worden warenund preiswert angeboten wurden.Bei der Sanierung der Häuser wurde1998 eine Musterwohnung im Originalzustand wiederhergestellt, die imRahmen von Führungen der StiftungBauhaus Dessau zu besichtigen ist.Die Siedlung gehört seit Juli 2017zum UNESCO-Weltkulturerbe Bauhaus.www.bauhaus-dessau.deDie Laubenganghäusergehören seit 2017zum UNESCOWeltkulturerbeBauhaus. StiftungBauhau Dessau,Foto: Y. Tenschert„Um michaus meinenTrümmern herauszuarbeiten,musste ichfliegen“PAULKLEEZum 50. Geburtstagvon Paul Klee flog eineJunkers F 13 über dasHaus des Meisters inDessau hinweg undwarf ein Geschenkpaketim Garten ab. Studenten hatten das Flugzeugin den nahen JunkersWerken gechartert undHugo Junkers hatte esihnen kostenlos zurVerfügung gestellt.1916 war Klee zur Luftwaffe abkommandiertworden, seine Kriegserlebnisse verarbeitete erspäter in seinen Bildern.Schrecken und Faszination lagen hier eng beieinander. „Um mich ausmeinen Trümmern herauszuarbeiten, mussteich fliegen“, schriebKlee. Die Gelegenheitdazu bot sich auf einemRundflug über Dessau,zu dem Junkers ihneingeladen hatte. FürKlee wurde ein TraumWirklichkeit.Ein Nachbau der JunkersF 13 ist im Technikmuseum „Hugo Junkers“Dessau zu bewundern.www.technikmuseumdessau.de

DESSAU-ROSSL AU / DESSAU – DIE BAUHAUSSTADT14„So binich sDessauDESIGNSHOP IM BAUHAUSZu einem Besuch des Bauhaus Dessaugehört auf jeden Fall eine Stippvisite inden Designshop, der neben Literatur zumBauhaus und zu den Ausstellungsthemenauch eine breite Auswahl an Bauhausdesign bietet. Dazu zählen Möbel, Textilien,Lampen, Geschirr, Uhren und Schmucksowie Objekte und Arbeiten zeitgenössischer Designer. www.bauhaus-dessau.deKARLAGROSCHKarla Grosch beimBodenturnen auf demDach des DessauerBauhaus-Gebäudesoder bei einer Kraftprobe auf der Terrassevor der Kantine – esgibt viele Fotos, aufdenen die Gymnastik lehrerin zu sehen ist.Der Sport gehörte zumZeitgeist der 1920erJahre, und auch fürdas Bauhaus war erfester Bestandteil desProgramms.Geradezu legendärwaren die Auftritte derPalucca-Schülerin aufder Bauhaus-Bühne.Als Tänzerin wirkteKarla Grosch in Bühnenstücken wie demvon Oskar Schlemmergeschaffenen „Metalltanz“ mit, der 1929 ander Berliner Volksbühne uraufgeführt wurdeund viel Aufmerksamkeit erregte.Um sich als Frau amBauhaus durchzusetzen, war eine großePortion Widerborstigkeit vonnöten – unddie hat Karla Groschwohl besessen. Ineinem Brief an einenFreund, mit dem sieeine unglücklicheLiebe verband, schriebsie trotzig: „So binich halt, hell-dunkel,warm-kalt, obenunten.“15MIT R AD UND BUSZU DEN BAUHAUSBAUTENAuf einer ausgeschilderten Fahrrad-Tourvon 22 Kilometer Länge erreichen Architekturinteressierte alle Bauhaus-Bauten inDessau und lernen gleichzeitig die Stadt inihren unterschiedlichen Facetten kennen.Alle Bauten lassen sich auch mit dem Bauhausbus (Linie 10) erreichen, der täglichvon 10 bis 17 Uhr verkehrt. tourismus.dessau-rosslau.dewww.dvg-dessau.deEin „nettes“ Café mit einer„einzigartigen Fernsicht überdie Elblandschaft“Für die Bauhäusler gehörte das „Kornhaus“ zumFreizeit-Programm. „Sonntagnachmittag machenwir meist einen Spaziergang zum Kornhaus an derElbe – einem sehr netten, modernen Konzertkaffee –oder sonst wohin in die Umgebung, die übrigensschöner ist, als ich dachte“, schrieb ein BauhausStudent 1931 in einem Brief an seine Mutter:Die Stadt Dessau hatte1929 gemeinsam miteiner Brauerei die Errichtung der Ausflugsgaststätte „Kornhaus“ auf dem Elbdeichbeauftragt. Den Auftrag übernahmder Architekt Carl Fieger, der imAtelier von Walter Gropius als Entwurfszeichner arbeitete, aber auchein eigenes Büro hatte. Fieger entwarf einen Flachdachbau, der mitseiner Längsseite an der Elbe liegt.Um den Höhenunterschied vonStraßen- und Wallniveau auszugleichen, ist der Bau von der Straßenseite her zweigeschossig, zurWasserseite hin eingeschossig. DerRundbau scheint durch den über dieStützen herausragenden Glasbau zuschweben und vermittelt dadurchLeichtigkeit und Eleganz zugleich.Die Gestaltung der Innenräumeübernahmen die Werkstätten desBauhauses. Das „Kornhaus“ wurdezu einem Gesam

etwa in Magdeburg, Halle (Saale), Aschersleben oder Sangerhausen, laden zu einer spannenden Spurensuche ein. 39 Bauwerke aus der Zeit der klassischen Moderne (1919–1933) zeugen von kreativen Köpfen in Architektur, Technik und Kunst, die den Traum von einem besseren Leben Wirklichkeit werden lassen wol