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Stand: Dezember 2019Erwerb der deutschen StaatsangehörigkeitAlle Angaben in diesem Merkblatt wurden sorgfältig überprüft und beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen der Botschaft zum Zeitpunkt der Abfassung des Merkblattes. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit kannjedoch keine Gewähr übernommen werden.Informationen, die über die in diesem Merkblatt enthaltenen hinausgehen, können seitens der Botschaft nichterteilt werden. Bitte richten Sie weitergehende Fragen an das Bundesverwaltungsamt in KölnErwerbsgründeDas deutsche Staatsangehörigkeitsrecht kennt verschiedene Erwerbsgründe, welche imFolgenden dargestellt werden.Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht basiert grundsätzlich auf dem sogenanntenAbstammungsprinzip. Dies bedeutet, dass die deutsche Staatsangehörigkeit vor allemaufgrund der Abstammung von einem deutschen Elternteil erworben wird. Seit dem Jahr2000 ist zusätzlich ein Erwerb bei Geburt im Inland und ausländischen Eltern möglich.Im Einzelnen gibt es folgende Gründe für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit:1. Erwerb durch eheliche GeburtEheliche Kinder, die zwischen dem 01.01.1914 und dem 31.12.1963 geboren wurden,erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit nur durch den deutschen Vater.Eheliche Kinder einer deutschen Mutter, die nach dem 01.01.1964 und vor dem 31.12.1974geboren wurden, erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie sonst staatenlosgeworden wären.Eheliche Kinder, die seit dem 01.01.1975 geboren wurden,Staatsangehörigkeit, wenn einer der beiden Elternteile deutsch war.erwarbendieEheliche Kinder einer deutschen Mutter, die nach dem 01.04.1953 und vor dem 01.01.1975geboren wurden und bereits eine Staatsangehörigkeit besaßen, hatten ab dem 01.01.1975 dieMöglichkeit eine Erklärung abzugeben, dass sie die deutsche Staatsangehörigkeit erhaltenwollten. Diese Erklärungsfrist ist mit dem 31.12.1977 endgültig abgelaufen. Für diese KinderWeitere Informationen:www.prag.diplo.deAdresse:Vlašská 19118 01 Praha 1(Malá Strana)Postanschrift:Box 88118 01 Praha 1Nächste Haltestellen:U-Bahn Linie A: MalostranskáTram Linien 12, 20, 22: Hellichova

besteht die Möglichkeit eines Einbürgerungsantrags. Weitere Informationen finden Sie hier:Einbürgerung nach § 14 StAG2. Erwerb durch nichteheliche GeburtNichteheliche Kinder einer deutschen Mutter erhalten die deutsche Staatsangehörigkeit seitdem 01.01.1914 durch die Mutter.Nichteheliche Kinder eines deutschen Vaters erwerben die deutsche Staatsangehörigkeitseit dem 01.07.1993, sofern unter anderem eine gültige Vaterschaftsanerkennung oderVaterschaftsfeststellung vor dem 23. Lebensjahr des Kindes erfolgt.Für Kinder, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht nach dem Vater erwerben konnten,besteht gegebenenfalls die Möglichkeit einer Einbürgerung. Weitere Informationen findenSie hier: Einbürgerung nach § 14 StAGCZEin nach dem 01.07.1998 vor einem tschechischen Standesbeamtenabgegebenes Vaterschaftsanerkenntnis vermittelt ebenfalls die Abstammungund die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein vorgeburtliches Anerkenntnis ist inTschechien ebenfalls möglich. Das Vaterschaftsanerkenntnis wird vor demtschechischen Standesbeamten abgegeben und beurkundet. Über dasAnerkenntnis wird eine eigene Urkunde ausgestellt. Alternativ kann auch einAuszug aus dem tschechischen Geburtenregister beantragt werden, in dem dasVaterschaftsanerkenntnis vermerkt ist.3. Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geboreneKinder, deren deutsche Eltern nach dem 31.12.1999 im Ausland geborenwurden (§ 4 Abs. 4 StAG)Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteilnach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt desKindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburtdie deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländischeStaatsangehörigkeit erwerben.Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigenStandesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einenAntrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kindrückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.BeispielDer deutsche Staatsangehörige A wird von seiner Firma im Jahr 1999 nachTschechien versetzt. Dort kommt am 01.02.2000 seine Tochter Klara auf dieWelt. Die Familie kehrt nach einigen Jahren zurück nach Deutschland. Klaralernt im Jahr 2018 einen tschechischen Staatsangehörigen kennen und zieht mitihm nach Prag. Dort kommt am 01.01.2020 ihr Sohn zur Welt. Obwohl seine

Mutter Deutsche ist, erwirbt er nicht durch Geburt die deutscheStaatsangehörigkeit, da er durch Geburt von seinem Vater die tschechischeStaatsangehörigkeit erwirbt.Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Klaraund/oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschlandoder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag aufBeurkundung der Geburt ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht undvollständig gestellt wird, kann dem Kind auf Antrag ein deutscher Passausgestellt werden.Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung-sind alle Deutschen (auch Doppelstaater) betroffen, die seit Geburt ihren ständigenAufenthalt und Wohnsitz im Ausland haben, aber auchalle Deutschen (Expats und Auswanderer), die selbst im Ausland geboren wurden undein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.4. Erwerb durch AdoptionDie deutsche Staatsangehörigkeit kann seit dem 01.01.1977 auch durch Adoption durch einendeutschen Elternteil erworben worden sein. Voraussetzung hierfür ist, dass die Adoption inDeutschland durchgeführt wurde oder, im Falle einer Auslandsadoption, die Wirkungen einerdeutschen Adoption entsprechen.CZEine in der Tschechischen Republik ausgesprochene Adoption entspricht vonden Rechtsvorschriften her einer nach deutschem Recht ausgesprochenenAdoption und ist in Deutschland grundsätzlich anerkennungsfähig. Sofern sienach dem 01.01.1977 ausgesprochen bzw. rechtskräftig wurden und einer deradoptierenden Elternteile zu diesem Zeitpunkt die deutsche Staatsangehörigkeitbesaß, kann sie daher ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit vermitteln.5. Erwerb durch LegitimationLegitimation ist die nachfolgende Eheschließung der Eltern eines nichtehelichen Kindes. DieLegitimation kann auch durch Ehelicherklärung des Kindes durch ein Gericht erfolgt sein.Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit richtet sich grundsätzlich nach den füreheliche Kinder geltenden Vorschriften. Seit dem 01.07.1998 gibt es den Rechtsbegriff derLegitimation nicht mehr im deutschen Recht.Die deutsche Staatsangehörigkeit konnte vom 01.01.1914 bis zum 30.06.1998 auch durch dieLegitimation erworben worden sein.

6. Erwerb bei Geburt in Deutschland und ausländischen Eltern undOptionspflicht.Seit dem 01.01.2000 erwirbt ein ab diesem Zeitpunkt geborenes Kind ausländischer Elternunter den Voraussetzungen des § 4 Absatz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) durch Geburtin Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wird in das deutsche Geburtsregister eingetragen und ein entsprechender Hinweis wird indas deutsche Melderegister aufgenommen.Zwischen dem 02.01.1990 und dem 31.12.1999 in Deutschland geborene Kinder konnten diedeutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung gemäß § 40 b StAG erwerben. Der Erwerbder deutschen Staatsangehörigkeit erfolgte mit Aushändigung einer EinbürgerungsurkundeIn beiden Fällen erhielt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit zusätzlich zu denausländischen Staatsangehörigkeiten, die durch Abstammung von den Eltern erworbenwurden.Wenn diese Kinder nicht im Inland aufgewachsen sind, ist es ggfs. erforderlich, dass sie – aufAufforderung der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde - vor ihren 21. Lebensjahr ihrWahlrecht zu Gunsten der deutschen oder ausländischen Staatsangehörigkeit ausübenmüssen.7. Erwerb durch Eheschließung einer Ausländerin mit einem DeutschenAusländische Frauen, die einen Deutschen geheiratet hatten, erwarben vom 01.01.1914 biszum 31.03.1953 automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.Für ausländische Frauen, die zwischen dem 01.04.1953 und dem 23.08.1957 einen Deutschengeheiratet haben, galten besondere Vorschriften.Bei Eheschließung zwischen dem 24.08.1957 und dem 31.12.1969 gab es die Möglichkeit beider Eheschließung oder danach die deutsche Staatsangehörigkeit durch Erklärung zuerwerben.Seit dem 01.01.1970 ist die Eheschließung kein automatischer Erwerbsgrund mehr.Ehepartner von deutschen Staatsangehörigen können unter bestimmten Voraussetzungenjedoch einen Antrag auf Einbürgerung vom Ausland aus stellen. Bitte kontaktieren Sie hierzudie Botschaft Prag.8. Deutsche in der ehemaligen Deutschen Demokratischen RepublikZwischen dem Staatsbürgerschaftsrecht der DDR und dem (Ru)StAG der BundesrepublikDeutschland bestanden einige wichtige Unterschiede.Gemäß Anordnung über die Gleichberechtigung der Frau im Staatsangehörigkeitsrecht vom30.08.1954 und § 5 des DDR-Staatsbürgerschaftsgesetzes vom 20.02.1967 erwarb ein Kind

die DDR-Staatsbürgerschaft mit Geburt, wenn seine Eltern oder ein Elternteil Staatsbürgerder DDR sind. Zwischen einer Geburt in der Ehe oder außerhalb der Ehe wurde nichtunterschieden. Die Frage, ob die Eltern bei Geburt miteinander verheiratet waren, spieltedemnach bei Kindern von Eltern aus der früheren DDR nur bei der Namensführung eineRolle. Im Ergebnis besitzen viele von DDR-Vätern abstammende Kinder, deren Eltern nichtverheiratet waren, die deutsche Staatsangehörigkeit, während ihre Altersgenossen im"Westen" diese nicht erworben haben. Voraussetzung ist allerdings auch hier, dass dieVaterschaft feststeht. Gleiches gilt für eheliche Kinder von DDR-Müttern, die vor dem01.01.1964 geboren wurden.CZAufgrund des Vertrages zwischen der DDR und der TschechoslowakischenSozialistischen Republik vom 10.10.1973 zur Regelung von Fragen derdoppelten Staatsbürgerschaft mussten deutsch-tschechische Doppelstaater biszum 11.12.1974 eine Erklärung zur Wahl der Staatsbürgerschaft abgeben. FürKinder, die nach dem 12.12.1973 geboren wurden, mussten die Eltern innerhalbvon drei Monaten eine Erklärung abgeben. Wurde kein Optionsrecht ausgeübt,erlosch für auf dem Hoheitsgebiet der ehemaligen Tschechoslowakei lebendeDoppelstaater automatisch die DDR-Staatsangehörigkeit.Mit der Herstellung der Einheit Deutschlands ist dieser Vertrag erloschen. Er istvon der Bundesrepublik als dem Bundesrecht entgegenstehend angesehenworden und in seinen Auswirkungen als nichtig, so dass der Verlust der DDRStaatsangehörigkeit aus gesamtdeutscher Sicht nicht zu einem Verlust derdeutschen Staatsangehörigkeit geführt hat.9. Angehörige der deutschen Minderheiten in Mittel- und OsteuropaBesondere Vorschriften gelten auch für die Angehörigen der deutschen Minderheiten inMittel- und Osteuropa, die die deutsche Staatsangehörigkeit unter Umständen durchSammeleinbürgerungen während der Zeit des zweiten Weltkrieges erhalten haben.Zwischen 1938 und 1945 kam es zu großen Gebietsveränderungen auf demheutigen Staatsgebiet der Tschechischen Republik. Personen mit Wohnsitz aufdem Gebiet damaligen Sudentenlandes könnten aufgrund des Wohnortes durchVerordnung die damalige deutsche Reichsstaatsangehörigkeit erhalten bzw.„aufgezwungen“ bekommen haben. Personen mit Wohnsitz auf dem Gebiet desdamaligen Protektorats, hätten die Reichsstaatsangehörigkeit auf Antragerwerben können.CZAnfragen, ob bestimmte Personen die deutsche Staatsangehörigkeit verliehenwurde oder sie diese erworben haben, können an das tschechische Staatsarchivhttps://www.nacr.cz/en gerichtet werden.Für Bewohner des damaligen Sudetenlandes muss dort der Antrag ŽÁDOST OZJIŠTĚNÍ ÚDAJŮ ZE SČÍTÁNÍ OBYVATEL NA ÚZEMÍ BÝVALÉHOČESKOSLOVENSKA eingereicht werden und erfragt werden, ob die Person inden Volkszählungen von 1930 oder 1939 als deutsch erfasst wurde. FürBewohner des sog. Protektorats ist der Fragebogen, ob die Person die deutsche

Staatsangehörigkeit beantragt hat (ŽÁDOST O ZJIŠTĚNÍ ÚDAJŮ OSTÁTNÍM OBČANSTVÍ) einzureichen.Die Botschaft unterstützt nicht bei der Einreichung von Anfragen an dastschechische Staatsarchiv.10. Sonstige ErwerbsgründeDie deutsche Staatsangehörigkeit kann auch durch Einbürgerung oder Verleihung erworbenworden sein. Bitte beachten Sie die gesonderten Hinweise zu den einzelnenEinbürgerungsverfahren Einbürgerung nach § 14 StAG und die Hinweise über dieEinbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 Grundgesetz Einbürgerung für Verfolgte während derNS-Zeit und deren Abkömmlinge (Art. 116 Abs. 2 GG) für frühere deutscheStaatsangehörige, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die deutscheStaatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist.

Mit der Herstellung der Einheit Deutschlands ist dieser Vertrag erloschen. Er ist von der Bundesrepublik als dem Bundesrecht entgegenstehend angesehen worden und in seinen Auswirkungen als nichtig, so dass der Verlust der DDR-Staatsangehörigkeit aus gesamtdeutscher Sicht nicht zu einem